ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2013Neue Antikoagulanzien in der Sekundärprophylaxe effektiv

AKTUELL: Akut

Neue Antikoagulanzien in der Sekundärprophylaxe effektiv

Dtsch Arztebl 2013; 110(9): A-360 / B-330 / C-330

Meyer, Rüdiger

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Eine einfache Anwendung und die Erwartung höherer Sicherheit machen die direkten oralen Antikoagulanzien für die langfristige Sekundärprophylaxe nach tiefen Venenthrombosen und Lungenembolien interessant. Mit zwei neuen Publikationen liegen jetzt zu allen drei Wirkstoffen Daten aus größeren randomisierten Studien vor.

Apixaban und Rivaroxaban hemmen den Faktor Xa, Dabigatran hemmt Thrombin. Die Wirksamkeit von Rivaroxaban für die Sekundärprophylaxe nach tiefen Venenthrombosen hatten schon die Daten der EINSTEIN-PE-Studie belegt (NEJM 2010; 363: 2499–510): Die Rate von erneuten Thromboembolien wurde von 7,1 auf 1,3 Prozent (Verum versus Placebo) gesenkt, mit einem vertretbaren Risiko für schwere Blutungen (0,7 Prozent). Rivaroxaban ist in Europa in dieser Indikation zugelassen, Apixaban und Dabigatran dürfen in dieser Indikation derzeit noch nicht angewandt werden.

Doch die Ergebnisse der aktuell publizierten RE-MEDY- und RE-SONATE-Studien zu Dabigatran (NEJM 2013; 368: 709–18) und der AMPLIFY-EXT-Studie zu Apixaban (NEJM 2013; 368: 699–708) könnten zu einer Erweiterung der Indikation führen (die Zulassungsbehörden haben sich aber noch nicht geäußert). Dabigatran und Apixaban senkten das Risiko eines erneuten thromboembolischen Ereignisses gegenüber Placebo deutlich, wobei die Rate von schweren Blutungen jeweils bei unter einem Prozent lag.

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In der RE-MEDY-Studie erzielte Dabigatran im direkten Vergleich mit Warfarin eine vergleichbar gute Wirkung. Mit 1,8 versus 1,3 Prozent kam es unter Dabigatran zwar etwas häufiger zu erneuten thromboembolischen Ereignissen als unter Warfarin (Hazard Ratio [HR] 1,44; 0,78–2,64), dafür aber seltener zu schweren Blutungen (1,8 versus 0,9 Prozent; HR 0,52; 0,27–1,02). Das Ziel, der Nachweis der Nichtunterlegenheit, wurde erreicht.

Apixaban wurde in der AMPLIFY-EXT-Studie in zwei unterschiedlichen Dosierungen (2,5 oder 5,0 mg zweimal am Tag) angewandt. Beide Dosierungen waren vergleichbar effektiv: Die Rate von thromboembolischen Ereignissen wurde von 8,8 Prozent im Placeboarm auf jeweils 1,7 Prozent unter Verum gesenkt. Schwere Blutungskomplikationen waren sehr selten. Ein Problem der neuen Antikoagulanzien bleibe, dass für die klinischen Studien häufig jüngere Patienten mit weniger Begleiterkrankungen und einem niedrigen Blutungsrisiko ausgewählt würden, als im Praxisalltag üblich, heißt es im Editorial. Rüdiger Meyer

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