ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2013Ethikberatung: Klar, unprätentiös und gelungen

MEDIEN

Ethikberatung: Klar, unprätentiös und gelungen

Dtsch Arztebl 2013; 110(9): A-392 / B-358 / C-358

Karenberg, Axel

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Ethikkomitee, Ethikkonsil, Ethikberatung: In deutschen Kliniken nimmt die Sensibilität für moralische Konflikte im Alltag zu. Institutionalisierte Dienste helfen aber nicht nur durch fallbezogenes Counseling bei kontrovers diskutierten Entscheidungen. Sie können ebenso an der Erstellung von Leitlinien mitwirken oder mittels Fortbildung die Kompetenz der Mitarbeiter für ethische Fragen erhöhen. Damit verfolgen solche zumeist in den letzten zehn Jahren ins Leben gerufene Einrichtungen grundlegend andere Ziele als die deutlich länger bestehenden Ethikkommissionen, deren primäre Aufgabe es ist, klinische Prüfungen von Arzneimitteln und Medizinprodukten zu genehmigen.

Der vorhandenen Literatur zum expandierenden Feld der klinisch-ethischen Beratung haben der Erlanger Medizinethiker Andreas Frewer und seine Mitherausgeber nun einen Sammelband hinzugefügt, dessen 15 Einzelbeiträge den aktuellen Stand für eine ärztliche Leserschaft aufbereiten. In einem historischen Rückblick fokussiert der erste Teil des Buches auf die Entstehung der derzeitigen Praxis, auf philosophische Grundlagen und die Bedeutung organisatorischer Rahmenbedingungen. Teil zwei veranschaulicht an vier Beispielen (Universitätskliniken Erlangen, Göttingen und Ulm sowie Krankenhaus Düsseldorf-Gerresheim), auf welch unterschiedliche Weise Ethikberatung implementiert werden kann. Der dritte Teil bietet einen Ausblick auf mögliche künftige Anwendungsfelder, wie ärztliche Praxis, Altenhilfe oder Hospiz. Für alle bereits jetzt involvierten Kollegen dürfte das juristische Schlusskapitel zu Haftungsrisiken von besonderem Nutzen sein. Neben umfangreichen Literaturhinweisen, einer Sammlung von Internetadressen und einem detaillierten Stichwortverzeichnis machen vor allem die klare Gliederung, ein unprätentiöser Stil und ein gelungenes Layout das Werk zu einem Gewinn für alle Interessierten, die sich in das komplexe Thema einarbeiten möchten. Axel Karenberg

Anzeige

Andreas Frewer, Florian Bruns, Arnd T. May (Hrsg.): Ethikberatung in der Medizin. Springer, Berlin 2012, 216 Seiten, gebunden, 49,95 Euro

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema