ArchivDeutsches Ärzteblatt18/1996Pflegeversicherung: Richtlinien auf gesetzlicher Grundlage
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LNSLNS In dem Artikel wird die erweiterte Aufgabe des MDK-Gutachters zu Maßnahmen der Verbesserung der Pflege beschrieben, die weit über die Begutachtung der Pflegestufe hinausgeht und die Beratung des Pflegebedürftigen und der Angehörigen mit einschließt. Die Belastungen der Gutachter in der Auseinandersetzung mit dem Pflegebedürftigen oder den Angehörigen sind zutreffend genannt. Bei den Informationen und Publikationen über das Pflege-Versicherungsgesetz sind die begrenzenden Faktoren des Gesetzes nicht genügend berücksichtigt worden. Die Pflegeversicherung soll nach dem Gesetz nur die Pflege ergänzen, nicht vollständig die Belastungen übernehmen.
Es stellt sich jedoch nicht, wie im Artikel beschrieben, für den Gutachter die Frage, ob er zu großzügig oder zu streng begutachtet. Die Ärzte und Pflegefachkräfte, die beim Medizinischen Dienst der Kran­ken­ver­siche­rung (MDK) die Begutachtungen der Pflegebedürftigkeit durchführen, haben sich nach Gesetz, Richtlinien und Begutachtungsanleitung zu richten. Es gibt auch nicht Richtlinien der Pflegekassen. Die Richtlinien – deren Auswirkungen auf die Begutachtung für die Pflegebedürftigen nur schwer verständlich sind – wurden auf gesetzlicher Grundlage vom Bundesministerium für Arbeit erlassen.
Die Einbindung der behandelnden Ärzte durch Informationsweitergabe sollte vom MDK intensiv genutzt werden.
Richtig ist, daß der Einzelfall bei der Begutachtung berücksichtigt wird, jedoch unabhängig vom jeweiligen Lebensstandard.
Psychisch Kranke und Patienten mit Demenz werden auch nicht von den Leistungen der Pflegeversicherung ausgeschlossen. In Gesetz und Richtlinien werden diese Gruppen ausdrücklich genannt. Die Anleitung und/
oder Beaufsichtigung bei den im Gesetz definierten Verrichtungen des täglichen Lebens steht gleichberechtigt neben der "aktiven" Ausführung der Hilfe durch die Pflegeperson.
Auch wenn die Geldleistungsanträge im Vordergrund stehen, sieht der MDK-Gutachter immer wieder die aufopferungsvolle menschliche Pflege der Angehörigen oder Pflegeinstitutionen. Den Versuchen, die Pflegebedürftigen nur als "Geldquelle" zu sehen, ist durch die Forderung einer qualitativ ausreichenden Pflege zu begegnen. Hier steht der MDK in der Verantwortung.
Dr. Post, Pflegereferat beim MDK Niedersachsen, Loccumer Straße 55, 30519 Hannover
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