ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2013Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

KULTUR

Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

Dtsch Arztebl 2013; 110(10): A-458

Schuchart, Sabine

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Von schicksalhaften Begegnungen und Beziehungen erzählen die neuen Filme im März – das Deutsche Ärzteblatt stellt eine Auswahl sehenswerter Neustarts vor.

Drama

Ab 7. März:

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No!

Foto: Piffl Medien
Foto: Piffl Medien

Seine mit „Tony Manero“ und „Post Mortem“ begonnene Trilogie über die Pinochet-Jahre in Chile schließt Regisseur Pablo Larraín mit diesem mitreißenden und ausgesprochen unterhaltsamen Polit-Thriller ab. Er spielt 1988, als der Diktator unter internationalem Druck die Bevölkerung über die Fortführung seiner Präsidentschaft abstimmen ließ. Da er Staat und Medien mit eiserner Hand kontrolliert, scheint sein Sieg sicher. Doch die Opposition engagiert für ihre nächtlich im Fernsehen ausgestrahlte „No!“-Kampagne den brillanten jungen Werbefachmann René Saavedra (fantastisch: Gael García Bernal, Bild), der zwar keine Ahnung von Politik hat, aber für manche Überraschung gut ist.

Chile 2012, 118 Min.

Ab 7. März:

Nachtzug nach Lissabon

Nach der schicksalhaften Begegnung mit der jungen schönen Portugiesin Estefania (Lena Olin), von der ihm nur ein Buch des portugiesischen Arztes Amadeu de Prado bleibt, kündigt der Berner Lehrer Raimund Gregorius (Jeremy Irons) seinen Job und geht nach Lissabon. Tief beeindruckt von de Prado, der gegen den portugiesischen Diktator Salazar kämpfte, versucht Gregorius den Schriftsteller ausfindig zu machen und erfährt dabei viel über Geschichte und Medizin, aber auch über sich selbst und die Liebe. Bille August inszenierte das Drama mit internationaler Starbesetzung (in weiteren Rollen unter anderem Christopher Lee, Charlotte Rampling, Bruno Ganz).

USA u. a. 2013, 111 Min. (FSK: 12)

Ab 14. März:

Hitchcock

Zwei überragende Darsteller machen das Biopic über den großen Regisseur und dessen Frau Alma Reville zum Kinoerlebnis. Anthony Hopkins ist Alfred Hitchcock: Er sieht nicht nur so aus, sondern verkörpert in schauspielerischer Perfektion Mimik und Gestik, den makabren Humor und die komplexe, egomanische Persönlichkeit. An seiner Seite glänzt Helen Mirren als Hitchcocks loyale Frau, die ihm stets den Rücken freihält und sogar das Drehbuch von „Psycho“ überarbeitet. Die Geschichte des Filmklassikers, für den Hitchcock nach der Ablehnung durch sein Studio Paramount die Finanzierung selbst auf die Beine stellte, steht im Mittelpunkt des sehr vergnüglichen Films.

Deutschland 2012, 113 Min. (FSK: 6)

Komödie

Ab 21. März:

Der Nächste, bitte!

Diane Kruger, bisher eher für ihre dramatischen Rollen bekannt, beweist ihr komödiantisches Talent. Zusammen mit Frankreichs Comedy-Star Dany Boon („Willkommen bei den Sch’tis“) füllt sie die charmante Lovestory mit Temperament und Komik. Dabei ist die Handlung ziemlich realitätsfern: Weil über der Familie von Isabelle (Kruger) der Fluch liegt, dass jede erste Ehe schiefgeht, heiratet sie nicht ihren eigentlichen Auserwählten, den wohlsituierten, vernünftigen Zahnarzt Pierre (Robert Plagnol), sondern folgt dem trotteligen Reiseführer-Redakteur Jean-Yves (Boon) zwecks vorübergehender Eheschließung ins ferne Kenia.

Frankreich 2012, 105 Min. (FSK: 6)

Dokumentation

Ab 14. März:

Sofia’s Last Ambulance

Sofia, Bulgarien. Krassi, Mila und Plamen, Arzt, Krankenschwester und Fahrer einer Ambulanz, hetzen im Notfallwagen durch die osteuropäische Millionenmetropole. Sie kämpfen gegen die kaum zu bewältigende Arbeitsmenge an, das marode Gesundheitssystem, die Korruption und Gewalt – ohne ihren Humor, Idealismus und ihr selbstloses Engagement zu verlieren. Der bulgarische Nachwuchsfilmer Ilian Metev wurde letztes Jahr in Cannes mit dem „Visionary Award“ für die „zutiefst menschliche, unter die Haut gehende Dokumentation“ prämiert.

Bulgarien/Deutschland/Kroatien 2012, 76 Min., OmU.

Sabine Schuchart

DVD-TIpp

Junge Menschen begegnen Sterbenden

Foto: Medienprojekt Wuppertal
Foto: Medienprojekt Wuppertal

Sterben und Tod finden in unserer Gesellschaft in der Regel außerhalb der alltäglichen Erfahrungswelt statt. Hier setzt das vom Bundesbildungsministerium geförderte Projekt des Interdisziplinären Zentrums für Palliativmedizin (IZP) der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der Universität Witten/Herdecke an: 30 junge Menschen haben mit todkranken Patienten und deren Angehörigen Gespräche über das Sterben geführt und wurden dabei mit Videokameras gefilmt. Die Begegnungen sind in einer sensiblen, nachdenklich stimmenden Dokumentation zusammengefasst. Darin kommen nicht nur die Schüler und Studenten und ihre am Ende des Lebens stehenden Gesprächspartner zu Wort, sondern auch die Initiatoren des Projekts wie etwa Dr. med. Christian Schulz, Oberarzt am IZP. Im umfangreichen Bonusteil des Films berichtet er über die Hintergründe und Erkenntnisse von „Berührungsängste“.

„Berührungsängste“, 82 Min. (plus circa 190 Min. Bonusmaterial), 2013, zu beziehen über Medienprojekt Wuppertal, www.medienprojekt-wuppertal.de, 30 € plus 3 € Versand.

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