ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2013Ärztliche Ausbildung – KBV: Studium bildet Versorgungsrealität nicht ab

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Ärztliche Ausbildung – KBV: Studium bildet Versorgungsrealität nicht ab

Dtsch Arztebl 2013; 110(10): A-419 / B-379 / C-379

Rieser, Sabine; EB

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Die ärztliche Ausbildung ist nach Überzeugung von Dipl.-Med. Regina Feldmann, Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), nicht mehr zeitgemäß. Sie bilde nicht die Versorgungsrealität ab, sagte Feldmann bei einer nicht-öffentlichen Ver­tre­ter­ver­samm­lung der KBV. „Wenn wir nicht auf ein Versorgungsdesaster in den nächsten Jahren zusteuern wollen, müssen wir uns dieses Themas annehmen, und zwar mit voller Kraft“, forderte sie das KV-System auf.

Regina Feldmann kritisiert, dass es zu wenige Lehrstühle für Allgemeinmedizin gibt. Foto: Georg J. Lopata
Regina Feldmann kritisiert, dass es zu wenige Lehr­stühle für Allgemeinmedizin gibt. Foto: Georg J. Lopata

Feldmann wies auf die Situation in der Allgemeinmedizin hin. Die Arbeitsgemeinschaft der obersten Landesgesundheitsbehörden gehe davon aus, dass aufgrund der Morbiditätsverdichtung in den nächsten Jahren der Bedarf an Hausärzten um etwa 20 Prozent steigen werde. „Das heißt, es würden circa 11 000 Hausärzte zusätzlich gebraucht, um den demografischen Wandel aufzufangen“, sagte die KBV-Vorstandsfrau. 2012 hätten aber nur 949 Hausärzte ihre Weiterbildung abgeschlossen. Die Universitäten sind ihrem Eindruck nach nicht bereit, den Versorgungserfordernissen die nötige Priorität einzuräumen.

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Nur an 21 von 36 medizinischen Fakultäten gebe es Institute oder Abteilungen für Allgemeinmedizin, lediglich an 18 eine institutionalisierte Professur. Die personelle und finanzielle Ausstattung sei sehr unterschiedlich, die Curricula nur mäßig abgestimmt. „Was mich besonders entsetzt: 2010 haben von 9 729 Studierenden sage und schreibe 316, sprich 3,2 Prozent, ihr praktisches Jahr in der Allgemeinmedizin absolviert“, sagte Feldmann.

Die Kassenärztlichen Vereinigungen hätten in den Jahren des Überangebots an jungen Ärzten den Ausbildungsbereich vernachlässigt. Dies müsse sich ändern. Rie/EB

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