ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2013Rettungsmedizin: Bundestag verabschiedet Notfallsanitätergesetz

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Rettungsmedizin: Bundestag verabschiedet Notfallsanitätergesetz

Dtsch Arztebl 2013; 110(10): A-418 / B-378 / C-378

Osterloh, Falk

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Der Bundestag hat am 28. Februar das Notfallsanitätergesetz beschlossen. Der bisherige Beruf des Rettungsassistenten wird damit in die neue Berufsbezeichnung „Notfallsanitäter“ überführt. Die Ausbildung wurde von zwei auf drei Jahre verlängert. Zudem erhält der Notfallsanitäter weitere Aufgaben.

Für Kritik hatte gesorgt, dass Notfallsanitäter in der Erstversorgung „in besonderen Fällen“ nun auch invasive Maßnahmen durchführen dürfen. „Eine solche Situation ist gegeben, wenn das Leben des Patienten in Gefahr ist oder es wesentlichen Folgeschäden vorzubeugen gilt, die durch Verzögerungen von Hilfeleistungen drohen“, heißt es in der Begründung des Gesetzestextes. „Es muss sich um eine konkrete Gefährdungssituation handeln, die insbesondere voraussetzt, dass eine Ärztin oder ein Arzt nicht rechtzeitig anwesend sein kann.“

Der neue Notfallsanitäter ersetzt die Berufsbezeichnung Rettungsassistent. Die Ausbildung wird auf drei Jahre verlängert. Foto: picture alliance
Der neue Notfallsanitäter ersetzt die Berufsbezeichnung Rettungsassistent. Die Ausbildung wird auf drei Jahre verlängert. Foto: picture alliance
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In diesem Fall diene die Übernahme von Tätigkeiten, die normalerweise der ärztlichen Behandlung vorbehalten sind, dem Schutz des Lebens oder der Gesundheit des Patienten als besonders hohem Schutzgut. „Die Übernahme heilkundlicher Tätigkeiten ist zeitlich befristet“, heißt es weiter. „Sie besteht nur bis zum Eintreffen einer notärztlichen oder sonstigen ärztlichen Versorgung.“

Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) und andere Ärzteverbände hatten die Übernahme heilkundlicher Tätigkeiten kritisiert. „Durch die beabsichtigte unbegrenzte Übergabe der ärztlichen Maßnahmen an Notfallsanitäterinnen und -sanitäter, die durch eine dreijährige Ausbildung nicht annäherungsweise auf die Folgeabschätzung ihres Handelns, insbesondere auf die Beherrschung der möglichen Komplikationen, vorbereitet werden, ist eine Verschlechterung der notfallmedizinischen Versorgung und eine Verminderung der Patientensicherheit zu befürchten“, heißt es in einer Stellungnahme der BÄK. fos

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