ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2013Infektionen: Schnelle überregionale Erfassung wichtig
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Nach Infektionsschutzgesetz § 6 sind der Verdacht, die Erkrankung und der Tod durch dort namentlich benannte Erkrankungen durch den Verantwortlichen der behandelnden Institution zu melden, nach § 7 der Nachweis dort benannter Krankheitserreger durch das Labor. Die Meldung hat also für viele Patienten zweimal zu erfolgen, was sicher für viele niedergelassene Ärzte nicht einsichtig ist. Nur die Verdachtsmeldung bietet einen Vorteil für zeitnahes Eingreifen, wenn denn das lokale Gesundheitsamt personell dazu in der Lage ist. Das Gesundheitsamt müsste sich aber auch mit einer größeren Zahl nicht durch das Labor bestätigter (Falsch-)Meldungen auseinandersetzen, da die Ursache bestimmter Erkrankungen, zum Beispiel die der in § 6 genannten Virushepatitiden, nur im Labor zu sichern ist. Meldungen, die zur Erkennung langfristiger epidemiologischer Trends nur verwaltet werden, sind sicher anders zu betrachten als solche, bei denen gegebenenfalls eine Möglichkeit zur Unterbrechung von Infektketten besteht. Bisher wurden den jeweiligen Meldestufen lokales Gesundheitsamt und Landesgesundheitsamt angemessene zeitliche Fristen zur Überprüfung der gemeldeten Befunde eingeräumt. Die drastische Verkürzung dieser Fristen führt zwar zu einer schnelleren, aber nicht notwendig besseren RKI-Statistik. Eine schnelle überregionale Erfassung von Meldungen bleibt allerdings wichtig zur Erkennung von Ereignissen wie zum Beispiel dem kürzlichen EHEC-Ausbruch.

Priv.-Doz. Dr. med. habil. Gregor Caspari,
LADR GmbH, Medizinisches Versorgungszentrum Berlin, 10559 Berlin

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