ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2013Randnotiz: Osteopathie zum Ärgern

AKTUELL

Randnotiz: Osteopathie zum Ärgern

Dtsch Arztebl 2013; 110(10): A-419 / B-379 / C-379

Rieser, Sabine

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Viele Ärzte wünschten sich, die Krankenkassen würden nicht so aufs Geld schauen. Dieser Wunsch erfüllt sich gerade, aber wie – das missfällt dem Spitzenverband Fachärzte Deutschlands und der Deutschen Gesellschaft für Manuelle Medizin (DGMM). Sie monieren, dass etwa 50 Kassen, darunter die große Techniker, mit Kostenerstattung für Osteopathie werben. Bis zu 360 Euro pro Jahr, je 60 Euro für sechs Behandlungen, würden zugeschossen.

Dies entspreche dem Doppelten bis Dreifachen der Summe, die Vertragsärzte von den Krankenkassen für die einjährige Behandlung des Bewegungssystems eines Versicherten erhielten, empören sich die beiden Verbände – „einschließlich der qualitätsgesicherten Anwendung manueller Medizin/Chirotherapie als Sachleistung der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung“.

Den Ärger können sicher viele nachvollziehen. Die Ärzte wurmt, dass sie sich angesichts knapper Durchschnittshonorare pro Kassenpatient nur wenig Zeit nehmen können. Längere Gespräche und Behandlungen, so bei Rückenschmerzpatienten, sind nicht einkalkuliert. Beides kaufen sich Versicherte dann als individuelle Gesundheitsleistung beim selben Arzt oder bei Physiotherapeuten und Heilpraktikern.

Anzeige

Doch die Nachfrage nach Osteopathie und anderem hat nicht nur die genannten finanziellen Gründe. Mancher Rückenpatient beispielsweise fühlt sich beim Orthopäden nicht gut aufgehoben. Kein Wunder: Wer sich besonders für psychosomatische Zusammenhänge interessiert, wählt in der Regel nicht dieses Fach. Die DGMM ist auf jeden Fall beweglich: Sie entwickelt mit anderen eine umfassende ärztliche Fortbildung „Osteopathische Verfahren“.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema