ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2013Notrufsystem: Intelligenter Schallwächter

TECHNIK

Notrufsystem: Intelligenter Schallwächter

Dtsch Arztebl 2013; 110(10): A-460

EB

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Gerade in Notsituationen können ältere Menschen fest installierte oder tragbare Alarmknöpfe aufgrund von geistigen und körperlichen Einschränkungen wie Demenz, Lähmungen, akuten Verletzungen oder Ohnmacht nicht immer betätigen. Bisher verfügbare akustische Überwachungstechnologien führen hingegen noch häufig zu Fehlalarmen, da sie in der Regel nur den Lautstärkepegel messen.

Wissenschaftler der Projektgruppe Hör-, Sprach- und Audiotechnologie des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie haben zusammen mit Entwicklungsingenieuren der Ilper-Elektronik GmbH & Co. KG Signalverarbeitungsverfahren entwickelt, mit denen Notfälle auch unter akustisch schwierigen Bedingungen wie Umgebungslärm und Raumhall zuverlässig erkannt werden können. Das System „SonicSentinel“ analysiert über installierte Mikrofone im Raum akustische Ereignisse wie Rufen, Wimmern, Husten oder Stürze und alarmiert das Pflegepersonal oder eine Leitstelle. Um die Privatsphäre der Patienten zu gewährleisten, filtert das System dabei nur die informationsrelevanten Signalanteile des Schalls heraus.

In dem Projekt haben die Wissenschaftler und Techniker eng mit Pflegeeinrichtungen zusammengearbeitet. Nach Auslaufen der Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung soll SonicSentinel mit einer Grundausstattung für die stationäre Pflege auf dem Markt erhältlich sein. Je nach Anwendungsgebiet kann die akustische Erkennungsleistung erweitert werden, etwa für die Überwachung von Säuglingsstationen oder für den Einsatz in der Psychiatrie. Die Technologie lässt sich herstellerunabhängig in bestehende Lichtrufsysteme einbinden.

Anzeige

Informationen: www.idmt.fraunhofer.de/de/projekte/laufende_projekte/sonicsentinel.html EB

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema