ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2013Einsamkeit im Alter: Bei Männern und Frauen gleich häufig

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Einsamkeit im Alter: Bei Männern und Frauen gleich häufig

PP 12, Ausgabe März 2013, Seite 100

Hillienhof, Arne

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Von den über 65-jährigen Frauen in Deutschland lebt etwa die Hälfte allein, bei den älteren Männern ist es nur jeder fünfte. Trotzdem sind Frauen und Männer gleichermaßen von Einsamkeit betroffen. Was beide schützt, ist ein gutes soziales Netzwerk. „Je nach Studie berichten fünf bis 20 Prozent der Senioren in Deutschland über ausgeprägte Einsamkeitsgefühle“, erläutert Karl-Heinz Ladwig von der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Klinikum rechts der Isar in München. Das sei erstaunlich, weil das Risiko für Frauen im Alter deutlich höher sei als für Männer: Sie seien häufiger verwitwet, litten eher an körperlichen Gebrechen, die ihre Kontaktmöglichkeiten begrenzten, und öfter an Depression und Angst. „Frauen verfügen offenbar über Kompensationsmechanismen, die diese Risikofaktoren ausgleichen“, so der Wissenschaftler.

Jede zweite Frau über 65 Jahren lebt allein. Foto: picture alliance
Jede zweite Frau über 65 Jahren lebt allein. Foto: picture alliance

Dies bestätigt eine von Ladwig geleitete Studie mit 1 079 Teilnehmern über 65 Jahren: „Die Qualität des sozialen Netzes spielt eine entscheidende Rolle“, sagt Ladwig. Während Frauen oft enge Freundschaften pflegten und intensiven Kontakt zu Nachbarn hätten, stünden Männer eher mit ehemaligen Arbeitskollegen in Verbindung.

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Doch diese seien häufig keine engen Vertrauenspersonen. Ob die Senioren allein leben oder nicht, ist der Studie zufolge dagegen unerheblich. „Wenn die Senioren über ein intaktes Netz von Sozialkontakten verfügen, empfinden sie es nicht als Belastung, allein zu leben“, so ein Ergebnis der Studie. hil

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