ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2013Sexueller Kindesmissbrauch: Runder Tisch berichtet über Maßnahmen

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Sexueller Kindesmissbrauch: Runder Tisch berichtet über Maßnahmen

PP 12, Ausgabe März 2013, Seite 100

Hillienhof, Arne

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Der aktuelle Kampagnenspot des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung verweist auf die telefonische Anlaufstelle: 0800 2255530.
Der aktuelle Kampagnenspot des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung verweist auf die telefonische Anlaufstelle: 0800 2255530.

Einstige Mitglieder des Runden Tisches „Sexueller Kindesmissbrauch“ haben Mitte Februar in Berlin über die Umsetzung von Maßnahmen gegen den Missbrauch berichtet. Den Vorsitz des Treffens hatten Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin Kristina Schröder (CDU), Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) und die Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Cornelia Quennet-Thielen.

Schröder berichtete über vier Initiativen: Das Bundeskinderschutzgesetz sei seit Anfang 2012 in Kraft und bedeute eine deutliche Verbesserung für den Kinderschutz. In Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung richtet sich eine weitere Initiative namens „Trau dich“ an Kinder zwischen acht und zwölf Jahren. Im Mittelpunkt stehe ein Theaterstück, das Kinder spielerisch über ihre Rechte informieren und ihr Selbstbewusstsein stärken wolle.

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Zudem unterstütze das Bundesfamilienministerium das Forschungsprojekt MIKADO mit dem Ziel, die Prävention von Missbrauch zu verbessern, mit mehr als zwei Millionen Euro. Das Ministerium habe außerdem das Projekt „Bedingungen der Implementierung von Beschwerdeverfahren in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe“ (BIBEK) gefördert. Es hat Empfehlungen zu formalen Beschwerdeverfahren für Kinder und Jugendliche erarbeitet.

Leutheusser-Schnarrenberger berichtete von den Leitlinien des Runden Tisches zur Einbeziehung der Strafverfolgungsbehörden. Sie gäben den Institutionen eine Orientierungshilfe, wie und unter welchen Bedingungen sie bei einem Verdacht auf sexuellen Missbrauch die Strafverfolgungsbehörden einbeziehen sollten.

Mit dem Gesetz zur Stärkung der Opfer von sexuellem Missbrauch habe das Bundesministerium der Justiz Empfehlungen des Runden Tisches zur Vermeidung von Mehrfachvernehmungen, zur Ausweitung der Opferanwaltsbestellung und zur Stärkung von Verletztenrechten aufgegriffen. „Gleichzeitig wurde ein wesentliches Kernanliegen der Betroffenen, die Verlängerung der zivilrechtlichen Verjährung von drei auf 30 Jahre, auf den Weg gebracht“, so die Ministerin.

Das BMBF stellte 32 Millionen Euro für Forschung über die Ursachen sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen zur Verfügung. Zugleich sollen wirksame Präventionskonzepte und hilfreiche Therapieangebote entwickelt werden. Das BMBF unterstützt zudem das E-Learning-Projekt der Universität Ulm, das unter der Leitung von Prof. Dr. med. Jörg Fegert Fortbildungsmöglichkeiten für Pädagogen, Psychotherapeuten und Ärzte bietet. hil

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