ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2013Spinnenphobie: Gefühle in Worte zu fassen, kann helfen

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Spinnenphobie: Gefühle in Worte zu fassen, kann helfen

PP 12, Ausgabe März 2013, Seite 138

MS

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Auszusprechen, was man fühlt, kann helfen, Emotionen zu regulieren. Diese Erkenntnis nutzten Psychologen aus Kalifornien, um die Spinnenphobie zu behandeln. Sie teilten 88 Spinnenphobiker in vier Gruppen ein und führten mit der ersten Gruppe eine klassische Behandlung mit gestufter Exposition durch. Die zweite Gruppe sollte die gezeigte Spinne negativ beschreiben und ihre negativen Gefühle gegenüber der Spinne aussprechen (zum Beispiel „Ich habe Angst, dass diese schreckliche Spinne auf mich springen wird“). Die dritte Gruppe sollte einen neutralen und beruhigenden Satz formulieren („Die Spinne anzusehen, ist für mich ungefährlich“), und die vierte Gruppe sollte sich mit einem Satz, der nichts mit der Spinne zu tun hatte, ablenken („In meinem Zimmer steht ein Fernsehgerät vor der Couch“). Bei Tests kurze Zeit danach und eine Woche später zeigte sich, dass die Hautspannung als Indikator für Angst und Stress bei den Teilnehmern, die die Spinne und ihre Gefühle negativ beschrieben hatten, beim Anblick einer Spinne am stärksten nachgelassen hatte. Somit erwies sich dieses Verfahren als besonders effektiv, womöglich, weil es die Exposition verstärkte und Prozesse der Furchtextinktion im Gehirn unterstützte. „Allerdings wurde dieses Ergebnis nur erzielt, wenn die Hautspannung zugrunde gelegt wurde, aber nicht, wenn es um die subjektiv empfundene Furcht ging“, sagen die Wissenschaftler. Hier erzielten alle Methoden vergleichbare Ergebnisse. Dennoch sind die Autoren überzeugt, dass das Benennen von Emotionen im Rahmen klinischer Untersuchungen und Interventionen allgemein zur Emotionsregulation und somit zur Behebung verschiedener psychischer Störungen beitragen kann. ms

Kircanski K, Lieberman M, Craske M: Feelings into words: Contributions of language to exposure therapy. Psychological Science 2012; 23(10): 1086–91. MEDLINE

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