ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2013Ähnliche Daten erhoben
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Sehr gerne möchten wir auf unsere kürzlich erhobenen, von den partizipierenden Fluggesellschaften zur Verfügung gestellten Daten hinweisen. Basierend auf 10 189 medizinischen Zwischenfällen an Bord von Verkehrsflugzeugen konnten wir ein ähnliches Verteilungsmuster wie im Artikel der Autoren beschreiben (1). Auch in unserer Untersuchung zeigte sich, dass in > 80 % der Fälle ein Arzt oder eine andere medizinische Fachkraft anwesend war. Bei einer eingehenden internationalen Analyse der verschiedenen Dokumentationsformen von medizinischen Zwischenfällen an Bord von Verkehrsflugzeugen sind wir auf kein gesellschaftsübergreifendes Register gestoßen. Es zeigte sich hingegen basierend auf zehn internationalen Fluggesellschaften ein sehr heterogenes Bild der derzeit durchgeführten Dokumentation medizinischer Zwischenfälle. Überraschenderweise erfüllte keine der partizipierenden Fluggesellschaften die Mustervorgaben der International Air Transport Association (IATA), die als „Sample Medical Incident Report“ publiziert wurden (2). Auch wenn die Lufthansa mit ihrer notfallmedizinischen Ausrüstung wie in dem Artikel dargestellt sicherlich deutlich über den gesetzlichen Vorgaben liegt, konnten wir zeigen, dass dies eine erfreuliche Ausnahme zu sein scheint. Basierend auf einer Untersuchung der notfallmedizinischen Ausrüstung von zwölf europäischen Fluggesellschaften erfüllte keine die Vorgaben der International Civil Aviation Organization (ICAO) (3). Zwei der Fluggesellschaften waren so dürftig ausgestattet, dass eine adäquate notfallmedizinische Versorgung an Bord nicht möglich gewesen wäre. Eine verbesserte Standardisierung sowohl der notfallmedizinischen Ausstattung als auch der Dokumentation von medizinischen Zwischenfällen in Verkehrsflugzeugen erscheint uns daher als sinnvoll.

DOI: 10.3238/arztebl.2013.0191b

Dr. med. Michael Sand
PD Dr. med. Falk G. Bechara
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie,
Ruhr-Universität Bochum
michael.sand@ruhr-uni-bochum.de

Daniel Sand, M.D.
Department of Medicine, University of California, Los Angeles (UCLA)

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Sand M, Bechara FG, Sand D, Mann B: In-flight medical emergencies. Lancet 2009; 374: 1062–3. CrossRef MEDLINE
2.
Sand M, Morrosch S, Sand D, Altmeyer P, Bechara FG: Medical
emergencies on board commercial airlines: is documentation as
expected? Crit Care 2012; 16: R42. CrossRef MEDLINE
3.
Sand M, Gambichler T, Sand D, Thrandorf C, Altmeyer P, Bechara FG: Emergency medical kits on board commercial aircraft: a comparative study. Travel Med Infect Dis 2010; 8: 388–94. CrossRef MEDLINE
4.
Graf J, Stüben U, Pump S: In-flight medical emergencies.
Dtsch Arztebl Int 2012; 109(37): 591–602. VOLLTEXT
1. Sand M, Bechara FG, Sand D, Mann B: In-flight medical emergencies. Lancet 2009; 374: 1062–3. CrossRef MEDLINE
2.Sand M, Morrosch S, Sand D, Altmeyer P, Bechara FG: Medical
emergencies on board commercial airlines: is documentation as
expected? Crit Care 2012; 16: R42. CrossRef MEDLINE
3. Sand M, Gambichler T, Sand D, Thrandorf C, Altmeyer P, Bechara FG: Emergency medical kits on board commercial aircraft: a comparative study. Travel Med Infect Dis 2010; 8: 388–94. CrossRef MEDLINE
4.Graf J, Stüben U, Pump S: In-flight medical emergencies.
Dtsch Arztebl Int 2012; 109(37): 591–602. VOLLTEXT

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