ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2013Infektionen mit humanen Papillomaviren bei Kopf-Hals-Karzinomen

MEDIZIN: Übersichtsarbeit

Infektionen mit humanen Papillomaviren bei Kopf-Hals-Karzinomen

Human papilloma virus infection in head and neck cancer

Dtsch Arztebl Int 2013; 110(11): 184-90; DOI: 10.3238/arztebl.2013.0184

Tribius, Silke; Hoffmann, Markus

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Hintergrund: Der kausale Zusammenhang zwischen Karzinomen der Zervix uteri und Infektionen mit humanen Papillomaviren (HPV) ist hinlänglich bekannt. Es gibt Daten, die auch auf eine kausale Verbindung zwischen HPV-Infektionen und Plattenepithelkarzinomen im Kopf-Hals-Bereich (KHPK), insbesondere Oropharynxkarzinome (OPKs), hinweisen. Die Entwicklung prophylaktischer Vakzine gegen ausgewählte HPV-Genotypen hat die Strategie im Management von HPV-bedingten Erkrankungen der Zervix uteri geändert. Dieser Ansatz wird nun auch zur Prävention von HPV-bedingten Erkrankungen im Kopf-Hals-Bereich in Erwägung gezogen.

Methoden: Der Artikel basiert auf einer selektiven Literaturrecherche nach Phase-II- und -III-Studien, von denen Daten über einen Zusammenhang zwischen HPV-Infektionsstatus und Überlebensraten von Patienten mit OPKs vorliegen. Sieben Studien haben die Suchkriterien erfüllt; vier Studien sind Phase-III-Studien mit retrospektiver HPV-Analyse, drei sind Phase-II-Studien mit prospektiver und retrospektiver HPV-Bestimmung.

Ergebnisse: Patienten mit HPV-positiven OPKs zeigen im Vergleich zu HPV-negativen signifikant längere Überlebenszeiten. Das Rauchen von Tabak wurde als prognostisch ungünstiger Faktor bei HPV-positiven und -negativen Patienten identifiziert.

Schlussfolgerung: Die gegenwärtigen Therapiestrategien für OPKs bei Patienten mit und ohne die klassischen Risikofaktoren Tabak- und Alkoholkonsum werden vor dem Hintergrund der Erkenntnisse zur Bedeutung einer HPV-Infektion hinterfragt. Ergebnisse aktueller und geplanter klinischer Studien mit Stratifizierung nach Risikofaktoren könnten künftig etablierte Behandlungsstrategien beeinflussen. In weiterführenden Studien sollte der Frage nachgegangen werden, ob HPV-Infektionen im Kopf-Hals-Bereich für die Karzinogenese verantwortlich sein können.

LNSLNS

Die kausale Verbindung zwischen Karzinomen des Anogenitaltraktes, insbesondere die des Zervixkarzinoms, und Infektionen durch humane Papillomaviren (HPV) ist unter Ärzten in Deutschland weitestgehend bekannt (1). Die Bedeutung der Immunisierung der Bevölkerung durch Impfprogramme gegen HPV im Management HPV-assoziierter Erkrankungen hat dabei einen besonderen Stellenwert. Zunehmende Beachtung findet neuerdings die Rolle von HPV auch in der Genese verschiedener Plattenepithelkarzinome des Kopf-Hals-Bereiches (KHPK), insbesondere des Oropharynxkarzinoms (OPK).

HPV-assoziierte Oropharynxkarzinome

Mehr als 90 % der malignen Neoplasien im Kopf-Hals-Bereich sind Plattenepithelkarzinome. Sie stehen an sechster Stelle der häufigsten Tumorerkrankungen weltweit (1, 2). Die karzinogene Wirkung des Alkohols und Tabakrauches sind früh bei Patienten mit KHPK als Hauptrisikofaktoren erkannt worden und spielen bei über 75 % der Patienten eine Rolle (3, e1). Dabei führen die karzinogenen Substanzen des Tabakrauchs zu einer Mutation des Tumorsuppressorgens p53 (4).

In der aktuellen Globocan-Statistik stehen die KHPK der Lippe und Mundhöhle an 15. Stelle (2,1 %), die Larynxkarzinome an 20. (1,2 %) und die OPKs an 22. Stelle (1,1 %). In Deutschland ist für das Jahr 2008 die geschätzte Inzidenz von KHPK mit 15 583 Erkrankungs- und 6 100 Todesfällen angegeben worden (2).

Während die Anzahl der neu diagnostizierten Mundhöhlen-, Larynx- und Hypopharynxkarzinome als klassische nikotin- und alkoholassoziierte Karzinome in vielen Ländern zurückgeht, wird weltweit von einem Inzidenzanstieg von OPKs berichtet (Grafik 1). Epidemiologische Studien lassen vermuten, dass dies einerseits auf einen Anstieg der HPV-bedingten OPKs und andererseits auf einen Rückgang des Tabakkonsums zurückzuführen ist (5). Dies wurde unter anderem in Großbritannien (6, e2) den Niederlanden (7) den USA (8), Dänemark (9), Schweden (10) und Deutschland (11) gezeigt.

Trend für die Inzidenz von Oropharynxkarzinomen bei Männern in Deutschland, Großbritannien und den USA zwischen 1996 und 2005
Trend für die Inzidenz von Oropharynxkarzinomen bei Männern in Deutschland, Großbritannien und den USA zwischen 1996 und 2005
Grafik 1
Trend für die Inzidenz von Oropharynxkarzinomen bei Männern in Deutschland, Großbritannien und den USA zwischen 1996 und 2005

Es sind mehr als 180 Papillomavirustypen bekannt, von denen 150 beim Menschen vorkommen. HPV16 ist nach einer internationalen Metaanalyse in bis zu 86,7 % (95-%-Konfidenzintervall [KI] = 82,6–90,1) der Oropharynx-, 68,2 % (95-%-KI = 64,4–71,9) der Mundhöhlen- und in 69,2 % (95-%-KI = 64,0–74,0) der Larynxkarzinome nachgewiesen worden (Zervixkarzinom: 58 %; [1, 12, 13, e3, e4]). HPV-Infektionen des Anogenitaltraktes gelten als sexuell übertragen und Anogenitalkarzinome damit als sexuell übertragene Erkrankungen. Im Gegensatz dazu ist ein Zusammenhang zwischen Sexualverhalten und HPV-Infektionen im Kopf-Hals-Bereich nicht hinreichend untermauert. In Deutschland haben drei Studien die HPV-DNA-Prävalenz bei KHPK untersucht und mit 20–60 % angegeben (1416), wohingegen die HPV-RNA-Prävalenz als Hinweis auf die biologische Aktivität der Infektion bei OPKs gering und bei Nicht-OPKs deutlich unter der DNA-Prävalenz liegt. Eine aktuelle US-amerikanische populationsbasierte Studie (N = 271) beschreibt einen Anstieg HPV-positiver OPKs zwischen 1984–2004 um 225 % (0,8 zu 2,6/100 000) auf 70 %. Im gleichen Zeitraum ist die Inzidenz HPV-negativer OPKs um 50 % zurückgegangen (17, e5). Die Autoren schätzen, dass die Jahresinzidenz HPV-bedingter OPKs die des Zervixkarzinoms im Jahr 2020 überschritten haben wird, was die zunehmende, auch sozioökonomische Bedeutung dieser Infektion verdeutlicht. Aufgrund der verhältnismäßig geringen Fallzahl, die zu dieser Schlussfolgerung führt, müssen die Daten vorsichtig interpretiert und in weiteren epidemiologischen Studien bestätigt werden.

Aus den das OPK betreffenden epidemiologischen Verschiebungen ergibt sich die Konsequenz, dass sich HPV-bedingte OPKs bezüglich Ätiologie und Klinik von HPV-negativen Tumoren als eigene Tumorentität abgrenzen lassen. In der erwähnten US-amerikanischen Studie (18) wurde gezeigt, dass Patienten mit HPV-positiven Karzinomen im Vergleich zu Patienten mit HPV-negativen Karzinomen regelmäßig jünger sind, was mit einem durchschnittlichen Anstieg von Lebenszeit-Oralsexualpartnern und einem frühen Beginn mit dieser Sexualpraxis in Verbindung gebracht wird. Die Risikofaktoren für HPV-positive und HPV-negative Karzinome sind im Kasten zusammengefasst (19). Daten aus Deutschland oder Europa, die einen Zusammenhang zwischen Sexualverhalten und HPV-Infektionen im Hals-Kopf-Bereich bestätigen, liegen nicht vor.

Risikofaktoren für HPV-positive und HPV-negative Oropharynxkarzinome
Risikofaktoren für HPV-positive und HPV-negative Oropharynxkarzinome
Kasten
Risikofaktoren für HPV-positive und HPV-negative Oropharynxkarzinome

Das Ziel dieser Übersichtsarbeit ist es, den aktuellen Kenntnisstand hinsichtlich der Rolle der HPV-Infektion bei Patienten mit OPKs in Deutschland zu beschreiben und die Bedeutung für die klinische Praxis aufzuzeigen. Gleichzeitig soll die Relevanz der HPV-Immunisierung von Männern und Frauen mit dem Ziel der Prävention auch von Erkrankungen des Kopf-Hals-Bereiches, bestenfalls sogar von HPV-bedingten Karzinomen in dieser Region, aufgezeigt werden.

Methode

Der Artikel basiert auf einer selektiven Literaturrecherche. Gesucht wurde nach Phase-II- und -III-Studien, von denen Daten über einen Zusammenhang zwischen HPV-Infektionsstatus und Überlebensraten von Patienten mit lokal fortgeschrittenen OPKs vorliegen. Sieben Studien haben die Suchkriterien erfüllt; vier Studien sind Phase-III-Studien mit retrospektiver HPV-Analyse (2023), drei sind Phase-II-Studien mit initialer oder retrospektiver Bestimmung des HPV-Status (2426). Die Ergebnisse stammen somit von homogenen, prospektiv erfassten Patientenkollektiven mit klar definierten Einschluss- und Ausschlusskriterien wie zum Beispiel Alter, Tumorstadium und Allgemeinzustand. Die Patienten wurden standardisiert behandelt und erhielten eine Nachsorge. Eine ausführliche Übersicht des Studiendesigns und der Ergebnisse der im Folgenden diskutierten Studien ist in der Tabelle dargestellt.

Prospektive Studien, die den Erkrankungsverlauf von Patienten mit HPV-positiven und HPV-negativen Oropharynxkarzinomen verglichen haben (prospektiv und retrospektiv)
Prospektive Studien, die den Erkrankungsverlauf von Patienten mit HPV-positiven und HPV-negativen Oropharynxkarzinomen verglichen haben (prospektiv und retrospektiv)
Tabelle
Prospektive Studien, die den Erkrankungsverlauf von Patienten mit HPV-positiven und HPV-negativen Oropharynxkarzinomen verglichen haben (prospektiv und retrospektiv)

Ergebnisse

Prospektive Studien, die den Erkrankungsverlauf bei HPV-positiven und HPV-negativen Oropharynxkarzinomen vergleichen

Erste Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen HPV und KHPK wurden bereits in den 1980iger Jahren veröffentlicht (27, e6). Seit den Publikationen von Gillison und Mitarbeitern sowie Lindel und Mitarbeitern (28, 29), die die HPV-assoziierte KHPK als eigene Entität vermuten lassen, erscheinen zunehmend klinische Studien, die die Therapierergebnisse in Abhängigkeit des HPV-Status untersuchen (30). Diese zeigen, dass Patienten mit HPV-positiven Karzinomen eine deutlich bessere Prognose haben. Man führt den Überlebensvorteil auf ein besseres Ansprechen auf Strahlen- und Chemotherapie und damit auf eine bessere lokoregionäre Kontrolle zurück (5). Die zugrundeliegenden molekularen Mechanismen für die erhöhte Strahlenempfindlichkeit sind derzeit nicht bekannt und aktuell Gegenstand intensiver Forschung.

Eastern Cooperative Oncology Group (ECOG)-Studie 2399

Die ECOG-Studie 2399 war eine der ersten Studien, die das Behandlungsergebnis von Patienten mit Oropharynx- oder Larynxkarzinomen im Stadium III/IV in Abhängigkeit des Tumor-HPV-Status untersucht haben (24). Die Patienten erhielten zwei Zyklen Paclitaxel und Carboplatin, woran sich bei gutem Ansprechen eine Radiochemotherapie mit Paclitaxel anschloss. Von den 105 in die Studie eingeschlossenen Patienten hatten 60 (66 %) OPKs, deren Gewebe auf HPV-DNA und p16INK4A-Expression (zelluläres Tumorsuppressorprotein, das unter anderem aufgrund von HP-Virusaktivität in OPK häufig überexprimiert wird) untersucht wurde; 38 dieser Patienten (63 %) waren HPV-DNA-positiv und 22 (37 %) HPV-DNA-negativ. Patienten mit HPV-DNA-positiven Karzinomen hatten im Vergleich zu Patienten mit HPV-negativen Karzinomen nach zwei Jahren statistisch signifikant längere Gesamtüberlebenzeiten (95 % versus 62 %; p = 0,005).

TAX 324

Posner und Mitarbeiter haben in der randomisierten Phase-III-Studie TAX 324 ebenfalls retrospektiv das Behandlungsergebnis in Abhängigkeit des HPV-DNA-Status untersucht (20). Von insgesamt 264 Patienten mit OPK standen von 111 Patienten (42 %) Tumorgewebeproben zur HPV-Diagnostik zur Verfügung, von denen 56 (50 %) HPV-DNA-positiv und 55 (50 %) HPV-negativ waren. Patienten mit HPV-DNA-positiven Tumoren hatten im Vergleich zu HPV-DNA-negativen Patienten vergleichbare TNM-Stadien, waren allerdings jünger (54 versus 58 Jahre; p = 0,02), hatten einen ECOG-Performance-Status von 0 (77 % versus 49 %; p = 0,003) und überwiegend kleine Primärtumoren (T1/2; 49 % versus 20 %; p = 0,001).

Das 2-Jahres-Gesamtüberleben war bei HPV-DNA-positiven Patienten signifikant besser (89 % versus 48 % p = 0,0001; Grafik 2a). Nach zwei Jahren waren 83 % der Patienten mit HPV-DNA-positiven Tumoren rezidivfrei, während es 35 % der Patienten mit HPV-DNA-negativen Tumoren waren (p < 0,0001; Grafik 2b).

Kaplan-Meier-Kurven für (a) Gesamtüberleben und (b) progressionsfreies Überleben für Patienten mit HPV-DNA-positiven und HPV-DNA-negativen Tumoren, die in der TAX-324-Studie behandelt wurden
Kaplan-Meier-Kurven für (a) Gesamtüberleben und (b) progressionsfreies Überleben für Patienten mit HPV-DNA-positiven und HPV-DNA-negativen Tumoren, die in der TAX-324-Studie behandelt wurden
Grafik 2
Kaplan-Meier-Kurven für (a) Gesamtüberleben und (b) progressionsfreies Überleben für Patienten mit HPV-DNA-positiven und HPV-DNA-negativen Tumoren, die in der TAX-324-Studie behandelt wurden

Trans Tasman Radiation Oncology Group (TROG) 02.02

Die prognostische Bedeutung des HPV-DNA-Status ist auch in der randomisierten Phase-III-HeadSTART-Studie evaluiert worden, in der Patienten mit Radiochemotherapie (Cisplatin) mit und ohne Tirapazamin behandelt wurden (21). Von den 861 eingeschlossenen Patienten hatten 172 ein OPK, von denen Gewebeschnitte zur HPV- und p16INK4A-Analyse zur Verfügung standen. Dabei waren 106 Patienten (61,2 %) p16INK4A-positiv und 79 (45,9 %) p16INK4A-negativ. Die 2-Jahresüberlebensrate war in der Gruppe der Patienten mit einer p16INK4A-Überexpression im Vergleich zu Patienten mit p16INK4A-negativen Tumoren signifikant besser (91 % versus 74 %; Hazard Ratio [HR] = 0,36; 95-%-KI = 0,17–0,74; p = 0,004).

Radiation Therapy Oncology Group (RTOG) 0129

Eine weitere Studie ist die randomisierte Phase-III-Studie der RTOG 0129, in der Patienten mit lokal fortgeschrittenen KHPK eine simultane Radiochemotherapie (Cisplatin 100 mg/m² Körperoberfläche) nach einem konventionellen oder einem akzelerierten Fraktionierungsschema erhalten haben (22). Retrospektiv haben Ang und Mitarbeiter den HPV-DNA-Status der insgesamt 323 Patienten als wichtigen prognostischen Marker für Patienten mit OPKs (64 % der Gesamtstudienpopulation, n = 206) beschrieben. Wie auch von Posner und Mitarbeitern berichtet, waren die Patienten mit HPV-DNA-positiven Tumoren in der RTOG-0129-Studie jünger, in besserem Allgemeinzustand, männlich und überwiegend kaukasischer Abstammung. Das 3-Jahres-Gesamtüberleben betrug für Patienten mit HPV-positiven Tumoren 84,2 % und 57,1 % für die mit HPV-negativen Tumoren (p < 0,001). Die 3-Jahresrate für die lokoregionäre Kontrolle war ebenfalls in der Gruppe HPV-positiver Patienten signifikant besser (p < 0,001).

Die Autoren haben hervorgehoben, dass das Rauchen von Tabak den Erkrankungsverlauf sowohl in der HPV-positiven als auch in der HPV-negativen Gruppe negativ beeinflusst (19, 22). In Abhängigkeit von vier Risikofaktoren ist das Risiko der Patienten, infolge des Tumors zu sterben, in die Kategorien niedrig, intermediär und hoch eingestuft worden: HPV-DNA-Status, Packungsjahre (Definition Packungsjahre: entspricht der Anzahl der konsumierten Zigarettenschachteln pro Tag multipliziert mit der Anzahl der Jahre, über die der Konsum stattgefunden hat), T- und N-Stadium. Aus diesen Ergebnissen wurde abgeleitet, dass das Rauchen von Tabak und ein höheres N-Stadium zumindest teilweise dem besseren Therapieansprechen bei HPV-Infektion entgegenwirken, wodurch das Mortalitätsrisiko der Patienten auf ein Niveau ansteigt, das dem von HPV-negativen Nichtrauchern entspricht.

Danish Head and Neck Cancer Study Group (DAHANCA) 5

In den Placebo-Arm dieser Studie wurden 195 Patienten randomisiert, die eine alleinige Strahlentherapie erhalten haben (23). Von 156 Patienten konnte der HPV-Status bestimmt werden, von denen 74 (47 %) OPKs waren. Von diesen waren 24 (32 %) Patienten HPV-positiv und 50 (68 %) HPV-negativ. Auch hier waren die Überlebensraten signifikant besser bei Patienten mit p16INK4A-positiven Tumoren (5-Jahres-Überleben: 58 % versus 28 %; p = 0,0005).

In zwei weiteren, monozentrischen, prospektiven Phase-II-Studien, die die Wirksamkeit von Induktions-Chemotherapie in Abhängigkeit vom HPV-Status untersucht haben, konnte ein Vorteil für Patienten mit HPV-positiven Tumoren gezeigt werden:

Die Studie von Gilbert und Mitarbeiter (25) hat 47 Patienten, davon 27 (57 %) mit OPKs eingeschlossen. Bei insgesamt besserem Therapieansprechen betrug die mittlere Überlebenszeit für Patienten mit HPV-positiven Tumoren 34,1 Monate und für HPV-negative Patienten 20,3 Monate (p = 0,039).

Eine weitere Phase-II-Studie wurde von Jo und Mitarbeitern (26) veröffentlicht. Es wurde ein kleines Patientenkollektiv untersucht (n = 31) mit 14 (45 %) OPKs, von denen 13 p16INK4A-positiv waren. Patienten mit HPV-positiven Tumoren zeigten ein besseres Gesamtüberleben, das allerdings statistisch nicht signifikant war. Erwähnenswert ist, dass dies die einzige Studie war, bei der die Operation, die sich der Induktionschemotherapie anschloss, Teil der Therapie war.

Diskussion

Der weltweit zu verzeichnende Inzidenzanstieg von Oropharynxkarzinomen wird vielfach auf den ebenso zu verzeichnenden Prävalenzanstieg von HPV-Infektionen im Kopf-Hals-Bereich zurückgeführt (31). Patienten mit HPV-assoziierten Karzinomen unterscheiden sich von Patienten, deren Karzinogenese auf klassische Risikofaktoren wie Nikotin- und Alkoholkonsum zurückzuführen ist, insofern, als dass erstere jünger zu sein scheinen und bessere Behandlungsergebnisse nach Strahlen(chemo)therapie zeigen (5). Es wird zunehmend die Meinung vertreten, dass solche Patienten einem individuellen, dem HPV-Status angepassten Therapieregime zugeführt werden sollten, das sich von der Behandlungsstrategie sowohl HPV-negativer Patienten als auch solcher mit den klassischen Risikofaktoren unterscheiden soll.

Die gegenwärtige Behandlung von lokal fortgeschrittenen KHPK besteht in einem multimodalen Therapieansatz und ist eine Kombination aus Operation und Radio(chemo)- oder Radioimmuntherapie (EGFR-Antikörper Cetuximab). Mit der zunehmenden Intensivierung des Therapieregimes hat sich das Risiko für Komplikationen verfünffacht (32). Vor allem bei Patienten mit HPV-bedingten Oropharynxkarzinomen mit sehr guter Prognose wird die Wertigkeit einer intensivierten Therapie mit den entsprechend zu erwartenden negativen Langzeitkonsequenzen, insbesondere auf die Lebensqualität, nachvollziehbar kritisch hinterfragt. Daher ist zu hoffen, dass alle künftigen prospektiven Studien zur Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren, insbesondere Oropharynxkarzinomen, die von Ang und Mitarbeitern aufgezeigten Risikofaktoren berücksichtigen und entsprechend stratifizieren (22).

Die globale Einführung von Impfprogrammen zur Prophylaxe von HPV-Infektionen zeichnet für die Inzidenzreduktion zervikaler intraepithelialer Neoplasien (CIN) I–III bei geimpften Frauen im Vergleich zu ungeimpften Frauen verantwortlich. Dies stützt die in die Vakzine gesetzte Hoffnung, zur Reduktion auch von Zervix-uteri-Karzinomen beizutragen. Studien zur Beurteilung der Effektivität der Impfung hinsichtlich der Reduktion HPV-bedingter Erkrankungen des Kopf-Hals-Bereiches existieren noch nicht.

Die Impfung mit dem quadrivalenten HPV4-Impfstoff (33) und dem bivalenten Impfstoff (34) resultiert in einem effektiven Schutz gegen HPV-Infektionen bei Frauen. Für den quadrivalenten HPV4-Impfstoff ist die Effektivität auch bei Männern bestätigt worden (35, e7) und ist in den USA über die bisherige Zulassung zum Schutz gegen Zervix-, Vaginal- und Vulvakarzinome bei Frauen hinaus dementsprechend zur Prävention von Anogenitalwarzen auch bei Männern zugelassen. In Europa hingegen ist der quadrivalente HPV4-Impfstoff für Mädchen zur Prävention von Zervixkarzinomen und anderen von den HPV-Typen 6, 11, 16 und 18 verursachten Erkrankungen zugelassen, während der bivalente Impfstoff zur Prävention von prämalignen und malignen Zervixkarzinomen zugelassen ist. Die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts empfiehlt in Deutschland die Impfung von Mädchen im Alter 12–17 Jahren vor dem ersten Geschlechtsverkehr. Die HPV-Impfung ist entsprechend in den nationalen Impfkalender für Mädchen aufgenommen worden.

In Deutschland ist die Impfrate mit geschätzten 25–45 % (e8) der mit drei Dosen geimpfter Patientinnen der Zielgruppe als gering zu erachten. Die Gründe hierfür sind für Deutschland nicht erarbeitet; in den USA beeinflussen die ablehnende Haltung der Eltern hinsichtlich einer Impfung ihrer Töchter gegen eine potenzielle Geschlechtskrankheit und Kostengründe im Fall der Nichtübernahme durch Versicherungen die Impfbereitschaft negativ. Im Gegensatz zu Deutschland ist in Großbritannien die Impfaufnahmerate mit drei Dosen des bivalenten Impfstoffes als hoch zu werten, was auf das dort seit 2008 bestehende nationale Schulimpfprogramm zurückzuführen ist, das allen 12–13-jährigen Mädchen im Opt-out-Verfahren die Impfung anbietet. Darüber hinaus gibt es ein „catch-up“-Programm, das die Impfung aller Mädchen bis zu einem Alter von 18 Jahren ermöglicht. Über 84 % der Mädchen im Alter von 13–14 Jahren haben in Großbritannien inzwischen die 3-Dosis-Impfung abgeschlossen (e9).

In Deutschland wird die Prävalenz von HPV-Infektionen an der Zervix-uteri bei Frauen mit normaler Pap-Zytologie derzeit mit 6,3 % angegeben (1, 36, 37). Falls die HPV-Infektionsrate in Deutschland in einem ähnlichen Ausmaß ansteigt wie in den USA, wird es von Bedeutung sein, die Akzeptanz der Impfung innerhalb der Gruppe der 12–17-jährigen Mädchen zu intensivieren und sich der Diskussion zu öffnen, zumindest männliche Risikopatienten in die Impfempfehlung einzuschließen (3840).

Resümee

Gegenwärtig stehen die Konzepte zur Behandlung von Oropharynxkarzinomen aufgrund der prognostischen Bedeutung einer HPV-Infektion auf die Genese und den Verlauf der Erkrankung bei Patienten mit und ohne klassische Risikofaktoren wie Nikotin und Alkohol auf dem Prüfstand. Wenn künftig klinische Studien neben den klassischen Risikoparametern auch den HPV- und Raucherstatus berücksichtigen, könnten die Ergebnisse dieser Studien zu Änderungen der derzeit gängigen Therapiestrategien führen. In Deutschland sollte nach Auffassung der Autoren das Bewusstsein für die Bedeutung der HPV-Immunisierung mit dem Ziel, die Inzidenz HPV-bedingter Erkrankungen zu reduzieren, geschärft werden. Dazu sollte vermehrt Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung und auch bei Ärzten zu HPV, dem Spektrum der assoziierten Erkrankungen und der Möglichkeit der HPV-Impfung geleistet werden.

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 6. 8. 2012, revidierte Fassung angenommen: 29. 11. 2012

Anschrift für die Verfasser
Dr. med. Silke Tribius
Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52
20246 Hamburg
tribius@uke.uni-hamburg.de

Zitierweise
Tribius S, Hoffmann M: Human papilloma virus infection in head and neck cancer. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(11): 184–90.
DOI: 10.3238/arztebl.2013.0184

@Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
www.aerzteblatt.de/lit1113

The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

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Trend für die Inzidenz von Oropharynxkarzinomen bei Männern in Deutschland, Großbritannien und den USA zwischen 1996 und 2005
Trend für die Inzidenz von Oropharynxkarzinomen bei Männern in Deutschland, Großbritannien und den USA zwischen 1996 und 2005
Grafik 1
Trend für die Inzidenz von Oropharynxkarzinomen bei Männern in Deutschland, Großbritannien und den USA zwischen 1996 und 2005
Kaplan-Meier-Kurven für (a) Gesamtüberleben und (b) progressionsfreies Überleben für Patienten mit HPV-DNA-positiven und HPV-DNA-negativen Tumoren, die in der TAX-324-Studie behandelt wurden
Kaplan-Meier-Kurven für (a) Gesamtüberleben und (b) progressionsfreies Überleben für Patienten mit HPV-DNA-positiven und HPV-DNA-negativen Tumoren, die in der TAX-324-Studie behandelt wurden
Grafik 2
Kaplan-Meier-Kurven für (a) Gesamtüberleben und (b) progressionsfreies Überleben für Patienten mit HPV-DNA-positiven und HPV-DNA-negativen Tumoren, die in der TAX-324-Studie behandelt wurden
Risikofaktoren für HPV-positive und HPV-negative Oropharynxkarzinome
Risikofaktoren für HPV-positive und HPV-negative Oropharynxkarzinome
Kasten
Risikofaktoren für HPV-positive und HPV-negative Oropharynxkarzinome
Prospektive Studien, die den Erkrankungsverlauf von Patienten mit HPV-positiven und HPV-negativen Oropharynxkarzinomen verglichen haben (prospektiv und retrospektiv)
Prospektive Studien, die den Erkrankungsverlauf von Patienten mit HPV-positiven und HPV-negativen Oropharynxkarzinomen verglichen haben (prospektiv und retrospektiv)
Tabelle
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