ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2013Randnotiz: Frauenquote – Die Zeit ist reif

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Randnotiz: Frauenquote – Die Zeit ist reif

Dtsch Arztebl 2013; 110(11): A-481 / B-429 / C-429

Hibbeler, Birgit

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Die Medizin wird weiblich. Den steigenden Frauenanteil unter den Ärztinnen und Ärzten empfinden viele als Herausforderung, andere sogar als Bedrohung. Frauen werden schwanger, gehen in Elternzeit und arbeiten gerne Teilzeit. Kein Wunder, dass sich viele Chefärzte die Zeiten zurückwünschen, in denen sie genügend männliche Bewerber hatten.

Heute dominieren Assistenzärztinnen das Bild in den Abteilungen. Blickt man in die Führungsetagen, sieht es allerdings ganz anders aus. Ein Paradebeispiel ist das Fach Gynäkologie. Der Frauenanteil bei den Facharztprüfungen liegt bei 80 Prozent. Aber nur zwei Lehrstühle an den Fakultäten in Deutschland sind mit einer Frau besetzt. Die Forderung nach einer Frauenquote ist daher völlig nachvollziehbar. Formuliert hat sie die Initiative „Pro Quote Medizin“ (siehe Meldung „Ärztinnen fordern feste Frauenquote“ und http://pro-quote-medizin.de). Über die konkrete Ausgestaltung einer solchen Quote kann man streiten, grundsätzlich ist sie aber richtig.

Die Gegner werden sagen: Wenn die Frauen in Führungspositionen wollen, dann sollen sie sich halt stärker bemühen, mehr einfordern und vor allem mehr leisten. Das greift aber zu kurz. Tatsächlich stoßen Frauen immer noch an die „gläserne Decke“. Männer in Führungspositionen fördern eher den Nachwuchs, der ihnen ähnlich ist – junge Männer. Die Frauen, die bereits auf Chefsesseln sitzen, verhalten sich auch nicht immer unterstützend. „Ich hatte es schwer, warum sollt ihr es leichter haben?“, mag der Hintergedanke sein. Frauen müssen (leider) noch immer gefördert werden. Wir leben eben nicht nur in einer Leistungsgesellschaft, sondern vor allem in einer Machtgesellschaft.

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