ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2013Indien: Bayer unterliegt im Patentstreit

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Indien: Bayer unterliegt im Patentstreit

Dtsch Arztebl 2013; 110(11): A-482 / B-430 / C-430

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Das Bayer-Präparat Nexavar wurde von indischen Behörden als zu teuer eingestuft. Eine Generikafirma erhielt eine Lizenz. Foto: dpa
Das Bayer-Präparat Nexavar wurde von indischen Behörden als zu teuer eingestuft. Eine Generikafirma erhielt eine Lizenz. Foto: dpa

Der Patent-Berufungsausschuss in Indien hat in einem Rechtsstreit zwischen dem Patentamt des Landes und dem Pharmakonzern Bayer der Behörde Recht gegeben und damit den Weg für die Produktion eines Generikums geebnet. Bei dem Rechtsstreit geht es um den Wirkstoff Sorafenib Tosylate (Nexavar) gegen Nieren- und Leberkrebs. Für das Präparat hatte die Patentbehörde im März 2012 eine Zwangslizenz erteilt. Seither wird es von dem indischen Generikahersteller Natco produziert. Dagegen hatte Bayer geklagt.

Nach indischem Recht können Zwangslizenzen drei Jahre nach Anmeldung des Patents ausgestellt werden, wenn das Originalpräparat als zu teuer eingestuft wird. Im Fall von Nexavar hatte Bayer den Preis für die monatliche Behandlung eines Patienten auf mehrere Tausend US-Dollar festgelegt. Natco bietet das Medikament für 160 US-Dollar an. Der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen zufolge wurden die Kosten bei vergleichbarer Behandlung damit um 97 Prozent gesenkt. Allerdings erhöhte der Patent-Berufungsausschuss die Gewinnbeteiligung von Bayer am Verkauf des Generikums von bislang sechs auf sieben Prozent.

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Nachrichtenagenturen zufolge hat Bayer weitere rechtliche Schritte angekündigt. Das Vorgehen der indischen Justiz gefährde den Schutz geistigen Eigentums und damit die Medikamentenforschung. Ähnlich argumentieren andere Hersteller, die derzeit in Indien um Patente fürchten. Roche könnte sein Markenrecht auf das Hepatitis-C-Medikament Pegasys verlieren. Pfizer kämpft um das Patent seines Krebsmittels Sutent und Merck um das eines Asthmamittels. hneu

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