ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2013Bisphosphonate: Anteriore Uveitis nach intravenösem Zoledronat

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Bisphosphonate: Anteriore Uveitis nach intravenösem Zoledronat

Dtsch Arztebl 2013; 110(11): A-507 / B-451 / C-451

Gerste, Ronald D.

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Zoledronat ist ein Bisphosphonat der dritten Generation, das vor allem zur Behandlung der Osteoporose, des Morbus Paget und von Knochenmetastasen eingesetzt wird. Im Rahmen einer laufenden doppelblinden, placebokontrollierten Studie wurde erstmals die Inzidenz schwerer okulärer Nebenwirkungen gezielt evaluiert. Von den 1 001 mit Zoledronat per infusionem (5 mg über 15 Minuten alle 18 Monate) behandelten osteopenischen postmenopausalen Frauen erlitten binnen 30 Monaten 8 eine akute anteriore Uveitis; in der Kontrollgruppe (n= 1 000) wurde nur in einem Fall ein leichter, nicht behandlungsbedürftiger Entzündungszustand der vorderen Augenabschnitte beobachtet. Keine der acht an Uveitis erkrankten Studienteilnehmerinnen (Durchschnittsalter 70,4 Jahre) wies in der Anamnese dieses typischerweise mit Augenschmerzen, Rötung und Verschwommensehen einhergehende klinische Bild auf. Bei 6 Patientinnen wurde die Uveitis als mild bis moderat, bei 2 Patientinnen als schwer eingestuft. Die Behandlung konnte in allen Fällen auf eine (in Ergänzung zu einer therapeutischen Mydriasis mit Cyclopentolat) topische antiinflammatorische Therapie mit Prednisolontropfen und Dexamethasonsalbe beschränkt werden (therapieresistente Uveitiden können subkonjunktivale Steroidinjektionen oder eine systemische Therapie erfordern). Nach Ende der im Durchschnitt 45 Tage dauernden Therapie galt die Uveitis bei allen als abgeheilt; Folgeerscheinungen wie ein Sekundärglaukom oder ein Uveitisrezidiv wurden in der sich von 8 bis 23 Monate erstreckenden Nachbeobachtungszeit nicht registriert.

Fazit: Die Inzidenz der vorderen Uveitis nach intravenöser Zoledronatgabe liegt bei 0,8 % und damit etwas höher als in einer vor drei Jahren veröffentlichten Arbeit (0,4 %). In Wirklichkeit mag sie häufiger sein, da bei mildem Verlauf die Patienten möglicherweise keinen Augenarzt aufsuchen und sie bei Zoledronattherapie nach Einschätzung der neuseeländischen Autoren auch kaum jemals explizit auf die Möglichkeit okulärer Nebenwirkungen hingewiesen werden. Dies sollte sich ändern: Patienten unter Zoledronattherapie sollten bei Uveitis-typischen Symptomen umgehend den Augenarzt aufsuchen. Dr. med. Ronald D. Gerste

Patel DV, Horne A, House M, et al.: The incidence of acute anterior uveitis after intravenous Zoledronate. Ophthalmology 2013 Jan 2. doi: pii: S0161–6420(12)01047–0. 10.1016/j.ophtha.2012.10.028 MEDLINE

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