ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2013Vergleich der Schwerverletztenversorgung in den neuen und alten deutschen Bundesländern

MEDIZIN: Originalarbeit

Vergleich der Schwerverletztenversorgung in den neuen und alten deutschen Bundesländern

A comparison of the treatment of severe injuries between the former East and West German states

Dtsch Arztebl Int 2013; 110(12): 203-10; DOI: 10.3238/arztebl.2013.0203

Mand, Carsten; Müller, Thorben; Lefering, Rolf; Ruchholtz, Steffen; Kühne, Christian A.

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Hintergrund: Obwohl die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten in der Bundesrepublik Deutschland insgesamt von 2001 bis 2008 um 36 % abgenommen hat, sieht man in der offiziellen Statistik auch 20 Jahre nach der Wiedervereinigung nach wie vor einen deutlichen Unterschied zwischen den alten und den neuen Bundesländern.

Methode: Daten aus dem TraumaRegister der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (TR-DGU) wurden retrospektiv ausgewertet. Hierbei wurden primär versorgte Patienten mit einem Injury Severity Score ≥ 9 nach neuen und alten Bundesländern unterteilt betrachtet.

Ergebnisse: Insgesamt konnten 26 866 Datensätze analysiert werden. Ohne Einbeziehung von Berlin wurden 2 597 Fälle (10,2 %) in den neuen Bundesländern (NB) und 22 966 Fälle (89,9 %) in den alten Bundesländern (AB) erfasst, wobei 16,7 % der Bevölkerung in den neuen und 83,3 % in den alten Bundesländern leben. Die Letalität ist in beiden Gruppen mit 15,8 % (NB) und 15,7 % (AB) ebenso wie die standardisierte Mortalitätsrate (0,89 versus 0,88) vergleichbar. Im Zeitraum 2002 bis 2008 vergingen 19 Minuten (NB) beziehungsweise 17 Minuten (AB) bis zum Eintreffen des Notarztes und 76 Minuten beziehungsweise 69 Minuten, bis die Klinik erreicht wurde.

Schlussfolgerung: In den im TR-DGU dokumentierenden Kliniken bestand kein Qualitätsunterschied hinsichtlich der Letalität oder anderer klinisch relevanter Parameter. Das durch die Verkehrsstatistik angedeutete Ost-West-Gefälle kann mit diesen Daten nicht bestätigt werden. Gründe für die höhere Rate an Verkehrstoten in den neuen Bundesländern sind möglicherweise schlechtere Straßenverhältnisse, mehr initial tödliche Unfälle und eine medizinische Unterversorgung der bevölkerungsarmen Gebiete.

LNSLNS

In Deutschland gab es 2008 insgesamt 8,27 Millionen Unfallverletzte (ohne Bagatellunfälle) und 19 089 tödliche Unfälle. Allein im Straßenverkehr waren es 436 368 Verletzte und 4 949 Tote (1, 2). Bei der Betrachtung der Verkehrsunfallstatistik nach Bundesländern fällt auf, dass die neuen Bundesländer bezogen auf die Einwohnerzahl mehr Verkehrstote zu verzeichnen haben als die alten. Die Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg sind dabei außen vor (Tabelle 1).

Im Jahr 2008 bei Straßenverkehrsunfällen Verunglückte und Getötete, aufgeführt nach Ländern
Im Jahr 2008 bei Straßenverkehrsunfällen Verunglückte und Getötete, aufgeführt nach Ländern
Tabelle 1
Im Jahr 2008 bei Straßenverkehrsunfällen Verunglückte und Getötete, aufgeführt nach Ländern

Nicht nur auf die Einwohnerzahl sondern auch auf die Gesamtzahl der im Straßenverkehr Verunglückten bezogen, zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen alten und neuen Bundesländern. Während die Zahl der Getöteten in der Bundesrepublik insgesamt 1,08 pro 100 Verunglückten beträgt, so liegen die neuen Bundesländer nicht nur über dem Gesamtdurchschnitt sondern auch über dem der alten Bundesländer. Auch hier nehmen die Stadtstaaten eine Sonderstellung ein (Tabelle 1).

Kühne et al. stellten in ihrer Standortbestimmung die Polytraumaversorgung in Deutschland betreffend fest, dass die Bundesrepublik zwar über ausreichend Krankenhäuser zur Schwerverletztenversorgung verfügt, dass jedoch die Abdeckung mit Traumazentren sehr heterogen ist und große Gebiete noch weit von einem optimalen infrastrukturellen Versorgungsprofil entfernt sind (3). Eine Analyse des Straßennetzes und der Notarzt- und Luftrettungsstützpunkte ergab, dass die neuen Bundesländer das schlechteste Verhältnis zwischen Fläche und ausgebautem Straßennetz hatten, und Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Sachsen-Anhalt die größten Versorgungsflächen pro Notarzt-Standort aufwiesen, was auch im Jahr 2008 noch immer zutraf (3).

Aufgrund dieser – auch 20 Jahre nach der Wiedervereinigung – nachweisbaren Unterschiede soll die vorliegende Studie anhand von Daten aus dem TraumaRegister prüfen, ob es in der Behandlung schwerverletzter Patienten neben den Unterschieden in der Versorgungsstruktur auch Unterschiede in der präklinischen und frühen klinischen Versorgung gibt, die eine Erklärung für die Unfallstatistik bieten können.

Methoden

Das TraumaRegister der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie wurde 1993 angelegt, um prospektiv multizentrisch anonymisiert und standardisiert Daten schwerverletzter Patienten zu dokumentieren. Die Teilnahme am TraumaRegister ist freiwillig. Neben Basisdaten zur Person werden Daten über die präklinische sowie frühe klinische Versorgung und den Kranken­haus­auf­enthalt erhoben und über eine internetbasierte Eingabemaske eingegeben. Ziel ist eine möglichst umfassende Dokumentation der Schwerverletztenversorgung. Die Datenbank wird betreut vom Institut für Forschung in der Operativen Medizin (IFOM) in Köln. Eine Liste der teilnehmenden Kliniken kann auf der Website des TR-DGU eingesehen werden (www.traumaregister.de).

Die Auswertung der Daten erfolgte mittels der Statistik-Software PASW Statistics 18. Vergleiche wurden mittels Mann-Whitney-U-Test für stetige und dem Chi2-Test für kategoriale Variablen durchgeführt. Ein p-Wert kleiner 5 % (p < 0,05) wurde als statistisch auffällig definiert, wobei wegen der großen Fallzahl immer auch die klinische Bedeutung statistisch auffälliger Unterschiede zu beachten ist. Wegen des explorativen Charakters der Studie sollten auffällige p-Werte nicht beweisend interpretiert werden.

Es wurden für diese Arbeit nur Daten aus deutschen Kliniken berücksichtigt, da es sich um einen Vergleich der neuen und alten deutschen Bundesländer handelt. Berlin wurde nicht miteinbezogen. Des Weiteren wurden Zuverlegungen und Leichtverletzte mit einem „Injury Severity Score“ (ISS) < 9 ausgeschlossen. Der ISS ist eine Angabe des Grades der Gesamtverletzungsschwere nach anatomischen Gesichtspunkten und basiert auf der „Abbreviated Injury Scale“ (AIS) (4, 5). Für die AIS wird jeder Einzelverletzung ein Verletzungsschweregrad von 1 bis 6 zugewiesen (1 = gering bis 6 = maximal). Für die Berechnung des ISS werden die höchsten AIS-Werte von sechs Körperregionen (Schädel, Gesicht, Thorax, Abdomen, Extremitäten/Becken, Haut) verwendet. Dabei wird die Summe der Quadrate der drei höchsten AIS-Codes der oben genannten ISS-Körperregionen gebildet, wodurch sich ein Wert zwischen 0 und 75 ergibt. Ein AIS-Wert von 6 für eine Einzelverletzung ergibt automatisch einen ISS von 75.

Als Ergebnis-Parameter wurde neben der beobachteten Letalität auch die Letalität bezogen auf die Prognose verglichen. Diese Prognose basiert auf der „Revised Injury Severity Classification“ (RISC), die anhand von Daten aus dem TraumaRegister entwickelt und validiert wurde (6). Der Vergleich der beobachteten Letalität mit der RISC-Prognose wurde mittels der standardisierten Mortalitätsrate (SMR) durchgeführt. Die SMR erhält man, indem man die beobachtete durch die prognostizierte Letalität dividiert. Hierbei deuten Werte kleiner 1 auf ein günstigeres, Werte größer 1 auf ein ungünstigeres Ergebnis hin. SMR-Werte wurden mit 95-%-Konfidenzintervall dargestellt und mittels t-Test verglichen.

Um eine mögliche Veränderung in der Schwerverletztenversorgung im Laufe der Jahre aufzuzeigen, wurde ein Vergleich der Jahre 1993 bis 2001 mit dem Zeitraum von 2002 bis 2008 als Subgruppenanalyse für ausgewählte Parameter durchgeführt. Entsprechende 95-%-Konfidenzintervalle sind im Text angegeben.

Ergebnisse

Im Zeitraum von 1993 bis 2008 wurden die Datensätze von insgesamt 42 248 Patienten im TR-DGU dokumentiert, von denen 31 858 in deutschen Kliniken primär versorgt wurden. 25 563 dieser Patienten hatten einen ISS ≥ 9.

Vergleicht man die prozentuale Verteilung des TraumaRegister-DGU-Datensatzes mit der Bevölkerung der einzelnen Bundesländer, so sieht man, dass bezogen auf das jeweilige Gesamtkollektiv im Hinblick auf den Bevölkerungs- beziehungsweise Patientenanteil nur geringe Unterschiede bestehen. In Bayern und Niedersachsen wurden anteilmäßig mehr Patienten ins TR-DGU eingegeben, in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg weniger. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung wurden in den alten Bundesländern 6,5 % mehr Fälle dokumentiert als ihrem Bevölkerungsanteil entspricht (Tabelle 2).

TABELLE 2 Verteilung der Verletzungsfälle im Traumaregister der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (TR-DGU) verglichen mit den Einwohnern der Bundesländer
TABELLE 2 Verteilung der Verletzungsfälle im Traumaregister der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (TR-DGU) verglichen mit den Einwohnern der Bundesländer
Tabelle 2
TABELLE 2 Verteilung der Verletzungsfälle im Traumaregister der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (TR-DGU) verglichen mit den Einwohnern der Bundesländer

Basisdaten

Die Basisdaten umfassen das Alter, Geschlecht, die Art des Traumas (stumpf, penetrierend), die Unfallursache und die Verletzungsschwere (Tabelle 3). Der Anteil der männlichen Patienten ist in den alten und neuen Bundesländern nahezu identisch. Patienten in den neuen Bundesländern sind im Durchschnitt jünger (40,6 versus 42,4 Jahre), häufiger in Verkehrsunfälle verwickelt (72,0 % versus 60,8 %) und schwerer verletzt (ISS 28,4 versus 25,6).

Vergleich der demografischen und Behandlungsdaten der neuen und alten Bundesländer
Vergleich der demografischen und Behandlungsdaten der neuen und alten Bundesländer
Tabelle 3
Vergleich der demografischen und Behandlungsdaten der neuen und alten Bundesländer

Bei Betrachtung des Unfallhergangs sieht man, dass PKW-Unfälle in den neuen Bundesländern überwiegen, wohingegen Zweirad- und Fußgänger-Unfälle sowie Stürze aus großer Höhe ähnlich häufig vorkommen (Tabelle 4). Der Anteil an Suizidversuchen liegt in den alten Bundesländern (5,7 %) etwas höher als in den neuen (4,6 %).

Prozentualer Anteil und Fallzahl (in Klammern) der Unfallursachen
Prozentualer Anteil und Fallzahl (in Klammern) der Unfallursachen
Tabelle 4
Prozentualer Anteil und Fallzahl (in Klammern) der Unfallursachen

Präklinik

In den Bereich der Präklinik fallen neben der Dauer bis zum Eintreffen des Notarztes und Erreichen der Klinik auch die Art des Transportes (boden- oder luftgebunden) sowie Vitalparameter und die Therapiemaßnahmen, die der Notarzt durchgeführt hat (Tabelle 3).

Der initiale Wert der „Glasgow Coma Scale“ (GCS) der Verletzten am Unfallort ist in den neuen und alten Bundesländern fast gleich und unterscheidet sich nur um 0,1 Punkte. Das gleiche gilt für den systolischen Blutdruck der Unfallverletzten. Während die Zeit vom Unfall bis zum Eintreffen des Notarztes und die Anzahl der präklinisch vom Notarzt durchgeführten Maßnahmen (zum Beispiel Anlage einer Thoraxdrainage, Intubation et cetera) zwar nur geringe aber statistisch auffällige Unterschiede aufweisen, dauert es in den neuen Bundesländern durchschnittlich 7 Minuten länger vom Unfall bis zur Aufnahme in der Klinik. Der Anteil an Lufttransporten ist mit 41,0 % und 41,1 % nahezu identisch.

Klinik

Für den Bereich der klinischen Versorgung wurden die Dauer der Schockraumbehandlung, die Rate der CT-Untersuchungen sowie die Dauer der Beatmung, der Intensivbehandlung und des Kranken­haus­auf­enthaltes untersucht.

Die Dauer der Schockraumbehandlung ist in den neuen Bundesländern mit 65 Minuten durchschnittlich 7 Minuten kürzer als in den alten. Des Weiteren wird in den neuen Bundesländern häufiger die Computertomographie (CT) zur Diagnostik eingesetzt (86,5 % versus 80,4 %) und es werden mehr Blutprodukte verabreicht, wobei die Ratio von „Fresh Frozen Plasma“ (FFP) zu Erythrozytenkonzentraten (EK) in beiden Gruppen fast gleich ist. Die Dauer von Beatmung und Intensivbehandlung sowie des Kranken­haus­auf­enthalts zeigten nur geringe Unterschiede (Tabelle 3).

Letalität

Die Letalität ist in den neuen und alten Bundesländern mit 15,8 % und 15,7 % nahezu identisch (Tabelle 3). Tabelle 5 zeigt für beide Gruppen die beobachtete Letalität, die RISC-Prognose sowie die standardisierte Mortalitätsrate (SMR). Die SMR für die neuen Bundesländer liegt mit 0,89 etwas über der der alten Bundesländer mit 0,88. Der Unterschied ist nicht statistisch auffällig (p = 0,89).

Letalität, RISC-Prognose und standardisierte Mortalitätsrate (SMR) bei Patienten mit hinreichenden Angaben zur Berechnung der RISC-Prognose; der Unterschied ist nicht statistisch auffällig
Letalität, RISC-Prognose und standardisierte Mortalitätsrate (SMR) bei Patienten mit hinreichenden Angaben zur Berechnung der RISC-Prognose; der Unterschied ist nicht statistisch auffällig
Tabelle 5
Letalität, RISC-Prognose und standardisierte Mortalitätsrate (SMR) bei Patienten mit hinreichenden Angaben zur Berechnung der RISC-Prognose; der Unterschied ist nicht statistisch auffällig

Subgruppenanalyse

In den alten Bundesländern wurden von 1993 bis 2001 insgesamt 6 531 Fälle dokumentiert, in den neuen Bundesländern 507 Fälle (Tabelle 6). Nach 2002 waren es 16 435 Fälle in den alten und 2 090 Fälle in den neuen Bundesländern. Das Alter nahm von 39,3 auf 43,3 Jahre (4 ± 0,6 Jahre) zu. Der Anteil der Verkehrsunfälle nahm ab (5,5 % ± 1,3), in den neuen Bundesländern um 9 % (± 4,0), in den alten um 5,7 % (± 1,4). Dies zeigt sich auch für PKW-Unfälle, deren Anzahl ebenfalls in den neuen Bundesländern deutlicher abnahmen (13,1% ± 4,8), aber dennoch über dem Niveau der alten Bundesländer lag. Der Anteil der CT-Untersuchungen stieg in den Jahren 2002 bis 2008. Hier setzten die neuen Bundesländer die CT häufiger ein als die alten (92,3 % versus 86,5 %). Die gemessenen Versorgungszeiten nahmen in den alten Bundesländern zu (Unfall bis Eintreffen Notarzt: 1,2 ± 0,5 Minuten; Unfall bis Klinik 1,7 ± 1,1 Minuten), in den neuen Bundesländern ab (Unfall bis Eintreffen Notarzt: 0,2 ± 1,5 Minuten; Unfall bis Klinik 2,7 ± 3,7 Minuten). Trotz dieser Entwicklung dauerte es in den neuen Bundesländern in den Jahren 2002 bis 2008 noch immer länger, bis der Notarzt am Einsatzort war (1,2 ± 0,7 Minuten) oder der Patient in der Klinik eintraf (6,5 ± 1,7 Minuten).

Subgruppenanalyse der Fälle von 1993–2001 und von 2002–2008
Subgruppenanalyse der Fälle von 1993–2001 und von 2002–2008
Tabelle 6
Subgruppenanalyse der Fälle von 1993–2001 und von 2002–2008

Diskussion

Zunächst ist es sehr positiv, dass der relative Anteil der in den einzelnen Bundesländern dokumentierten Fälle ähnlich dem Bevölkerungsanteil ist (Tabelle 2). Das Patientenkollektiv unterscheidet sich nicht wesentlich und ist – ähnlich dem anderer Studien und Registern zur Schwerverletztenversorgung – zum Großteil männlich und mittleren Alters (7).

Die vorliegende Untersuchung zeigt, dass die präklinische Phase in den neuen Bundesländern im Durchschnitt 7 Minuten länger dauert. Eine Erklärung dafür könnte die geringere Krankenhausdichte sein, die auch dazu führen kann, dass Notärzte in diesen Gebieten eher mehr invasive Maßnahmen durchführen, um einen sicheren Transport zu gewährleisten. Dass die präklinische Rettungszeit einen Einfluss auf das Überleben Schwerverletzter hat, scheint unbestritten (810). Liberman et al. zeigten, dass Patienten, die präklinisch nach „Basic Life Support“ (BLS) behandelt wurden, einen Überlebensvorteil gegenüber nach „Advanced Life Support“ (ALS) Behandelten haben (11). Auch Sampalis et al. bestätigten, dass eine kürzere Rettungszeit signifikant mit dem Überleben korreliert (12). Neben vielen anderen Faktoren tragen auch die Menge und Art der präklinischen Behandlungsmaßnahmen zu einer Verlängerung der Rettungszeit bei, wobei sich hier kein relevanter Unterschied zwischen den alten und neuen Bundesländern zeigte. Eine Analyse verschiedener Rettungssysteme konnte den Zusammenhang zwischen Art des Rettungsmittels, dessen Besetzung, dem Behandlungsstandard (BLS oder ALS) und dem Zeitaufwand bestätigen, wobei in einer weiterführenden Analyse die Notarzt-besetzten Rettungssysteme trotz höheren Zeitaufwandes eine geringere Mortalität aufwiesen (13, 14).

Der Transport mittels Rettungshubschrauber, der in den neuen und alten Bundesländern gleich häufig eingesetzt wird, kann ebenfalls zu einer Verlängerung der Rettungszeit führen, weil zum Beispiel mehr präklinische Maßnahmen durchgeführt werden (15). In einer Studie aus Großbritannien konnte eine geringere Mortalität gegenüber dem Transport auf dem Landweg – begleitet von Paramedics – nur bei besonders schwer Verletzten nachgewiesen werden (16). Andere Studien zeigen keinen Vorteil für mit dem Hubschrauber transportierte Patienten, zumindest nicht in städtischen Gebieten (1720). Ein Literaturüberblick aus dem Jahr 2003 beschreibt, dass wahrscheinlich nur eine kleines, schwer definierbares Patientenkollektiv vom Hubschraubertransport profitiert (21). Dies sind vermutlich die besonders schwer Verletzten (15, 16).

Die Zeit spielt sicher auch bei der Schockraumversorgung eine wichtige Rolle. So korreliert die Zeitspanne bis zum ersten Notfalleingriff ebenso wie ein niedriger systolischer Blutdruck mit dem Sterben des Verletzten (22). Bei schwerer Abdominalverletzung zum Beispiel steigt bis zur Laparotomie die Wahrscheinlichkeit zu sterben alle drei Minuten um 1 % (23). Anders als die Zeitdauer der präklinischen Rettungsphase ist die der Schockraumversorgung in den neuen Bundesländern im Mittel um 7 Minuten kürzer.

Die Ganzkörper-Computertomographie (GK-CT) kann nach Meinung verschiedener Autoren die Schockraumdauer entscheidend verkürzen und die höchstmögliche diagnostische Sicherheit sowie einen Überlebensvorteil gegenüber der Standard-Diagnostik bieten (2428). Die CT wird in den neuen Bundesländern deutlich häufiger eingesetzt (86,5 % versus 80,4 %). Bei den zeitlichen Abläufen sahen Wutzler et al. besonderen Verbesserungsbedarf nach Abschluss der Diagnostik (29).

Die Gabe von Flüssigkeit und von Blutprodukten wie Erythrozytenkonzentraten (EK) und „Fresh Frozen Plasma“ (FFP) ist sehr uneinheitlich in deutschen Kliniken. Die kürzlich erschienene interdisziplinäre S3-Leitlinie (30, 31) empfiehlt ein Verhältnis von EK : FFP im Bereich von 2 : 1 bis 1 : 1. Eine Studie von Maegele et al. konnte zeigen, dass die Letalität abnimmt, je mehr FFP im Verhältnis zu den EK gegeben werden (32). In der vorliegenden Arbeit sieht man, dass das Verhältnis von EK zu FFP in den alten und neuen Bundesländern fast gleich ist und in den neuen Bundesländern geringfügig mehr Blutprodukte gegeben werden.

Die Intensivbehandlung eines Schwerverletzten ist ein sehr komplexes Feld, das natürlich weit über die hier dargestellten Parameter Beatmungs- und Intensivtherapiedauer hinausgeht (33, 34). Man sieht aber, dass sich diese Eckpunkte der Intensivtherapie nicht relevant unterscheiden.

Auch die Letalität weicht in den neuen und alten Bundesländern nicht entscheidend voneinander ab. Da das TraumaRegister bislang nur die präklinische und klinische Phase erfasst, kann außer zum Eintritt des Todes in der Klinik keine Aussage über das langfristige Überleben gemacht werden.

Limitationen

Eine mögliche Limitierung der Studie ist, dass die freiwillig im TR-DGU dokumentierenden Kliniken eine Selektion mit besonderem Interesse an der Schwerverletztenversorgung darstellen. Die vorliegenden Daten sind daher nicht im engeren Sinne als epidemiologische Ergebnisse zu betrachten. Eine weitere Hürde für die Teilnahme am TR-DGU, insbesondere für kleinere Häuser, war bis vor kurzem auch der erhebliche Dokumentationsaufwand.

Zudem muss man einschränkend erwähnen, dass die Daten seit 1993 berücksichtigt wurden und sich seitdem einiges im Bereich der präklinischen und klinischen Schwerverletztenversorgung getan hat. Der Entschluss, die Daten seit Beginn der Dokumentation des TraumaRegisters DGU mit einzubeziehen, rührt daher, dass so mehr Fälle ausgewertet werden konnten und auch nach struktureller Verbesserung der Kliniken in den neuen Bundesländern ein deutlicher Unterschied in der Verkehrsunfallstatistik zu sehen ist.

Resümee

Die vorliegenden Daten zeigen keinen relevanten Unterschied zwischen alten und neuen Bundesländern und somit kann das in der Verkehrsstatistik angedeutete Ost-West-Gefälle anhand der Daten aus dem TraumaRegister nicht belegt werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dies zu erklären. Zum einen nehmen nicht alle Kliniken auch am TraumaRegister teil, zum anderen werden nur Patienten erfasst, die lebend eine Klinik erreichen. So kann die höhere Rate an Todesfällen in den amtlichen Statistiken auf eine schlechtere Infrastruktur (Krankenhausdichte, Verkehrsnetz) oder mehr initial tödliche Unfälle in den neuen Bundesländern zurückzuführen sein. Es scheint unwahrscheinlich, dass Leistungen des Rettungsdienstes verantwortlich sein können, da Patienten, die eine Klinik erreichen, eine vergleichbare präklinische Behandlung erhalten und die gleiche Prognose haben.

Insgesamt ist die Schwerverletztenversorgung in den neuen und alten Bundesländern ähnlich gut zu bewerten, mit einem minimalen, nicht statistisch auffälligen Vorteil in der SMR für die alten Bundesländer. Man kann zwar zum Teil statistisch auffällige Unterschiede in einzelnen Parametern, aber keine relevanten Unterschiede in der Gesamtqualität der Schwerverletztenversorgung erkennen. Ob dies allerdings die Versorgungswirklichkeit in der Bundesrepublik widerspiegelt, werden in naher Zukunft die epidemiologischen Daten aus dem TraumaRegister zeigen.

Interessenkonflikt
Dr. Mand bekam Reisekostenerstattung von der Firma AUC GmbH
(Träger des TraumaRegisters).

Prof. Lefering erhielt Reisekostenunterstützung von der Firma AUC GmbH (Träger des TraumaRegisters).

Prof. Ruchholtz ist Sprecher der TraumaNetzwerk DGU (AKUT), und bekam von dieser Institution Honorare für Beratertätigkeit sowie Reisekostenerstattung und Studienunterstützung (Drittmittel).

Prof. Kühne erhielt Reisekostenerstattung und Aufwandsentschädigungen für die Arbeit in der Geschäftsstelle der TraumaNetzwerk DGU (AKUT) von der Firma AUC GmbH (Träger des TraumaRegisters).

Dr. Müller erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 29. 5. 2012, revidierte Fassung angenommen: 10. 12. 2012

Anschrift für die Verfasser
Dr. med. Carsten Mand
Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie
Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH
Standort Marburg, Baldingerstraße
35043 Marburg

Zitierweise
Mand C, Müller T, Lefering R, Ruchholtz S, Kühnen CA:
A comparison of the treatment of severe injuries between the former East and West German states. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(12): 203–10. DOI: 10.3238/arztebl.2013.0203

@The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

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Lubinus Clinicum, Kiel: Dr. med. Müller
Institut für Forschung in der Operativen Medizin, Private Universität Witten-Herdecke: Prof. Dr. rer. medic. Lefering
Im Jahr 2008 bei Straßenverkehrsunfällen Verunglückte und Getötete, aufgeführt nach Ländern
Im Jahr 2008 bei Straßenverkehrsunfällen Verunglückte und Getötete, aufgeführt nach Ländern
Tabelle 1
Im Jahr 2008 bei Straßenverkehrsunfällen Verunglückte und Getötete, aufgeführt nach Ländern
TABELLE 2 Verteilung der Verletzungsfälle im Traumaregister der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (TR-DGU) verglichen mit den Einwohnern der Bundesländer
TABELLE 2 Verteilung der Verletzungsfälle im Traumaregister der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (TR-DGU) verglichen mit den Einwohnern der Bundesländer
Tabelle 2
TABELLE 2 Verteilung der Verletzungsfälle im Traumaregister der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (TR-DGU) verglichen mit den Einwohnern der Bundesländer
Vergleich der demografischen und Behandlungsdaten der neuen und alten Bundesländer
Vergleich der demografischen und Behandlungsdaten der neuen und alten Bundesländer
Tabelle 3
Vergleich der demografischen und Behandlungsdaten der neuen und alten Bundesländer
Prozentualer Anteil und Fallzahl (in Klammern) der Unfallursachen
Prozentualer Anteil und Fallzahl (in Klammern) der Unfallursachen
Tabelle 4
Prozentualer Anteil und Fallzahl (in Klammern) der Unfallursachen
Letalität, RISC-Prognose und standardisierte Mortalitätsrate (SMR) bei Patienten mit hinreichenden Angaben zur Berechnung der RISC-Prognose; der Unterschied ist nicht statistisch auffällig
Letalität, RISC-Prognose und standardisierte Mortalitätsrate (SMR) bei Patienten mit hinreichenden Angaben zur Berechnung der RISC-Prognose; der Unterschied ist nicht statistisch auffällig
Tabelle 5
Letalität, RISC-Prognose und standardisierte Mortalitätsrate (SMR) bei Patienten mit hinreichenden Angaben zur Berechnung der RISC-Prognose; der Unterschied ist nicht statistisch auffällig
Subgruppenanalyse der Fälle von 1993–2001 und von 2002–2008
Subgruppenanalyse der Fälle von 1993–2001 und von 2002–2008
Tabelle 6
Subgruppenanalyse der Fälle von 1993–2001 und von 2002–2008
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