ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2013Internet-Portal Dr ED: Montgomery warnt vor Online-Ärzten

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Internet-Portal Dr ED: Montgomery warnt vor Online-Ärzten

Dtsch Arztebl 2013; 110(12): A-531 / B-475 / C-475

Hillienhof, Arne

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Vor der Behandlung durch sogenannte Online-Ärzte haben der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, und der Unionsfraktionsvize Johannes Singhammer (CSU) gewarnt. Im Fokus steht dabei besonders ein britisches Portal namens DrEd. Seit Start des Angebots für Deutschland haben sich dem Betreiber zufolge etwa 15 000 Patienten dort betreuen lassen.

Eine Beratung im Internet dürfe den persönlichen Kontakt zum Arzt nicht ersetzten, meint Frank Ulrich Montgomery. Foto: dpa
Eine Beratung im Internet dürfe den persönlichen Kontakt zum Arzt nicht ersetzten, meint Frank Ulrich Montgomery. Foto: dpa

„Laut (Muster-)Berufsordnung für die deutschen Ärzte (Paragraf 7, Absatz 4), nach der sich die verbindlichen Berufsordnungen der Ärztekammern in den Bundesländern richten, dürfen Ärzte die individuelle ärztliche Behandlung, insbesondere auch Beratung, nicht ausschließlich aus der Ferne durchführen“, erläuterte Montgomery. Dieser Grundsatz diene dem Patientenschutz. Basis für das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patienten sei der persönliche Kontakt. „Diagnose und Behandlung allein über das Internet können nicht im Interesse des Patienten sein. Vor diesem Hintergrund sehen wir Angebote wie DrEd äußerst skeptisch“, so der BÄK-Präsident.

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Telemedizinische Verfahren könnten ärztliches Handeln unterstützen, sie seien aber kein Instrument, um ärztliche Kompetenz zu ersetzen. Die BÄK unterstütze prinzipiell die Erprobung und den Einsatz telemedizinischer Methoden. „Dabei muss Telemedizin aber der Patientenversorgung dienen und nicht der Erschließung neuer Absatzmärkte für die Industrie“, betonte Montgomery.

Durch solche Online-Angebote werde der Schutz der Patienten ausgehöhlt, warnte auch Singhammer. „Die Bundesregierung ist aufgefordert, deutsches Recht so durchzusetzen, dass es nicht unterlaufen werden kann“, sagte er. hil

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