ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2013Börsebius: Wenn’s ums Geld geht, Sparkasse?

GELDANLAGE

Börsebius: Wenn’s ums Geld geht, Sparkasse?

Dtsch Arztebl 2013; 110(12): A-571 / B-507 / C-507

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Einer der bekanntesten – und besten – Werbespots ist meiner Meinung nach dieses Ding mit der 08/15 Bank, wo alles falsch gemacht wird, was nur falsch zu machen geht, jegliches Klischee über die dummen, faulen und geldgeilen Banker bedient wird und am Ende der staunende TV-Konsument zu lernen hat, dass er bei der Sparkasse das genaue Gegenteil von all dem goutieren darf. Transparenz, Zuwendung, individuelle Behandlung, bei der Sparkasse darf man sich halt geborgen und sicher fühlen. Nun wissen wir nicht erst seit der (bösen) Citigroup und deren sagenhafter Verwandlung in die (gute) Targobank mit einem riesigen Werberummel, wie auch von fulminanten Versprechungen der Deutschen Bank, was einerseits Marketing zu leisten vermag, andererseits uns eben doch aufzeigt, dass Werbebotschaft und Realität zuweilen 1 000 Klafter auseinanderliegen.

Warum also sollten denn die Sparkassen hier die Unschuldslämmchen spielten, zumal sie auch früher durchaus kräftig auf die Pauke schlugen, wer kennt nicht noch den Slogan „Mein Haus, mein Auto, mein Boot“, der implizit suggerierte, wie schnell doch Reichtum auch im Sparkassenlager zu erlangen sei. Nicht gesagt wurde jedoch, dass so etwas im Zweifel nur mit hochriskanten Produkten möglich ist, aber eben auch nur mit der Einschränkung, einer wird reich und viele Tausend andere genau deswegen arm. Unzählige Sparkassenkunden haben in der Tat erfahren, wie schnell falsche Versprechungen zu Totalverlusten führen können. Gerade Lehman-Zertifikate wurden besonders gern Sparkassenkunden angedreht. Jetzt kommt zu allem Unglück noch heraus, dass vor allem Sparkassen ihren Kunden hochriskante Lebensversicherungsfonds verhökert haben. Das üble Geschäft mit dem Tod brachte den Sparkassen lukrative Provisionen von bis zu acht Prozent ein. Wer kann dazu schon Nein sagen. Wenigstens nicht der gierige Banker vor Ort.

Wenn’s ums Geld geht, Sparkasse? Bloß nicht. Wenigstens nicht, ohne gründlichen Blick unter den Teppich. Oder hinter den Vorhang. Was will mein Sparkassenberater wirklich? Mein Geld, mein Vertrauen, oder hat er andere Motive im Interesse seines Hauses, etwa provisionsgeleitete Absichten? Und versteckt das hinter subtilen Werbephrasen. Alles ist möglich.

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.