ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2013Brust: Ultraschall entdeckt Intervallkarzinome

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Brust: Ultraschall entdeckt Intervallkarzinome

EB

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Zwischen zwei Mammographie-Terminen wachsen bei einigen Frauen Tumoren heran, die im Röntgenbild nicht diagnostizierbar waren. Viele dieser Intervallkarzinome könnten rechtzeitig mittels Ultraschall entdeckt werden, meint die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM).

Intervalltumoren wachsen sehr schnell, viele sind bei der Diagnose bereits größer als zwei Zentimeter. Sie treten häufiger bei Frauen mit einer hohen Gewebedichte auf. Diese Frauen, die einen vergleichsweise hohen Anteil an Milchdrüsen und Milchgängen und einen geringeren Anteil an Fettgewebe aufweisen, haben allgemein ein höheres Brustkrebsrisiko. „Für sie bietet sich ein jährlicher Brustultraschall an“, betont Prof. Dr. med. Alexander Mundinger, Direktor des Zentrums Radiologie der Niels-Stensen-Kliniken in Osnabrück.

In einer US-Studie hat sich diese risikofreie Untersuchung als ebenso effektiv erwiesen wie eine zusätzliche Mammographie im Abstand von nur einem Jahr (JAMA 2012, 307: 1394–404). „Durch die Kombination beider Verfahren im Abstand von einem Jahr und die Möglichkeit, im Zweifelsfall eine Kernspintomographie anzuschließen, wurde die Zahl der Intervalltumoren deutlich gesenkt“, erklärt Mundinger.

Das neue Österreichische Screening-Programm sieht deshalb bei allen Patientinnen mit hoher Brustdichte eine zusätzliche Ultraschalluntersuchung vor. „Auch die deutsche Leitlinie fordert, dass die Mammographie bei einer dichten Brustdrüse durch eine Ultraschalluntersuchung ergänzt werden sollte“, berichtet Prof. Dr. med. Friedrich Degenhardt, Leiter des DEGUM-Arbeitskreises Mammasonographie und Leiter des Brustzentrums Bielefeld-Herford. Diese Vorgabe werde jedoch nur begrenzt umgesetzt, da diese Ultraschalluntersuchung in der Regel eine Selbstzahlerleistung ist, welche die Versicherte privat zahlen muss.

Degenhardt rät Frauen, die eine Ultraschalluntersuchung der Brust wünschen, sich eine Einrichtung mit einem leistungsstarken Ultraschallgerät zu suchen. „Die von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zur Mammasonographie zugelassenen Schallköpfe mit einer Schallfrequenz von sieben Megahertz reichen für die Darstellung kleiner Strukturen nicht aus“, so der Experte. Für ein verlässliches Ergebnis sollten die Ultraschallköpfe eine Schallfrequenz von zehn bis 15 Megahertz aufweisen. In Brustzentren und anderen gynäkologischen Abteilungen würden solche „High End Scanner“ seit Jahren verwendet. EB

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