ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2013Randnotiz: Fragezeichen in Neukölln

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Randnotiz: Fragezeichen in Neukölln

Dtsch Arztebl 2013; 110(12): A-531 / B-475 / C-475

Rieser, Sabine

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„Gesundheitspolitik war nie ein Thema, mit dem Sie eine Wahl gewinnen können – höchstens verlieren“, hat Jens Spahn, gesundheitspolitischer Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, unlängst angemerkt. Er wäre daher sicher nicht traurig, wenn Gesundheit im Bundestagswahlkampf keine große Rolle spielen würde. Wenn doch, würden Politiker wie er vielleicht an einem Wahlkampfstand in Berlin-Neukölln erst einmal aufzählen, was sie zuletzt alles angepackt haben. Zum Beispiel eine neue, bessere Bedarfsplanung.

Ob es dann Debatten mit Bürgern gäbe? Oder ob diese schnell still würden, weil sie nicht verstehen, weshalb die schöne neue Planung für sie nichts verbessert? So wirkte es unlängst im Vivantes-Klinikum Neukölln. Dort wurde eine urologische Praxis am Klinikum eingeweiht, als Zweigstelle von Vertragsärzten. Sie sind willkommen: Etliche Niedergelassene sind weggezogen, die urologische Abteilung der Klinik wurde zuvor nach Kreuzberg verlagert.

Zu wenig Urologen in Neukölln? Ja, finden die Bürger und zeigen Plakate: „Neukölln braucht mehr Vertragsärzte.“ Nein, sagt der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin, Dr. med. Uwe Kraffel: Auch nach der neuen Planung habe Berlin zu viele Urologen und Neukölln genug.

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Sind die Wege wirklich zu weit und die Wartezeiten in den Praxen zu lang? Oder die Berliner zu verwöhnt? Könnten Bezirkspolitiker mehr tun, um die Versorgung in problematischen Vierteln zu erleichtern? Müsste die KV andere Wege gehen? Man suche nach Auswegen, beschwichtigten Kraffel und Gesundheitssenator Mario Czaja. Zumindest diese Ankündigung versteht jeder Berliner: Es kann dauern.

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