PHARMA

Kurz informiert

Dtsch Arztebl 2013; 110(12): A-569

EB

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Rote-Hand-Briefe zum Risiko eines Serotonin-Syndroms unter Fentanyl-Gabe – Janssen Pharma informiert in zwei Rote-Hand-Briefen über die Möglichkeit eines Serotonin-Syndroms unter der Behandlung mit Fentanyl als Injektionslösung oder als transdermales Pflaster (Durogesic® SMAT), wenn gleichzeitig serotonerg wirkende Arzneimittel verabreicht werden. Hierzu gehören:

  • selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer
  • Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer
  • Arzneimittel, die den Metabolismus von Serotonin beeinflussen (einschließlich Monooxidase[MAO]-Hemmern)

Wird ein Serotonin-Syndrom vermutet, so sollte die Behandlung mit Fentanyl abgebrochen werden. Ein Serotonin-Syndrom ist potenziell lebensbedrohlich und kann einschließen:

  • Bewusstseinsveränderungen (Agitation, Halluzinationen, Koma)
  • autonome Instabilität (zum Beispiel Tachykardie, instabiler Bluthochdruck, Hyperthermie)
  • neuromuskuläre Veränderungen (zum Beispiel Hyperreflexie, Koordinationsstörungen, Rigidität)
  • gastrointestinale Symptome

Rote-Hand-Brief zu Tolperison-haltigen Arzneimitteln – Tolperison Hexal® ist ein zentral wirksames Muskelrelaxanz, für das der Hersteller einen Rote-Hand-Brief herausgegeben hat: Danach soll Tolperison nur noch bei Erwachsenen zur oralen, symptomatischen Behandlung von Spastizität nach Schlaganfall verordnet werden. In diesem Fall müssen die Patienten über mögliche Überempfindlichkeitsreaktionen aufgeklärt werden. Diese sind meist leicht oder moderat, es wurde jedoch auch über anaphylaktische Reaktionen beziehungsweise anaphylaktischen Schock berichtet. Bei Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen ist die Behandlung sofort zu beenden.

Anzeige

Leberschäden im Zusammenhang mit Flupirtin – Seit der Bekanntgabe von Spontanberichten über Leberschäden im Zusammenhang mit dem zentral wirksamen, nichtopioiden Analgetikum Flupirtin in 2007 wurden weitere Verdachtsfälle gemeldet, darunter auch schwere Verläufe mit Leberversagen und der Notwendigkeit einer Transplantation oder mit Todesfolge. Daher möchte die Arznei­mittel­kommission erneut darauf hinweisen, dass Flupirtin-haltige Präparate nur in den zugelassenen Indikationen verordnet werden sollten. Bei vorbestehender Lebererkrankung und/oder Alkoholabusus ist Flupirtin kontraindiziert. Während der Behandlung muss regelmäßig die Leberfunktion überwacht werden. Die gleichzeitige Gabe mit anderen potenziell hepatotoxischen Arzneimitteln sollte vermieden werden.

Erster tetravalenter Grippeimpfstoff – Glaxosmithkline hat die Zulassung für Influsplit® Tetra erhalten, dem ersten tetravalenten saisonalen Grippeimpfstoff mit zwei Influenza-A- und zwei Influenza-B-Stämmen für die kommende Grippesaison 2013/ 2014. Die Vakzine ist für Kinder ab drei Jahren und für Erwachsene zugelassen. Influsplit Tetra enthält vier statt der bisherigen drei Virusstämme und bietet somit einen breiteren Schutz vor einer Infektion mit Influenzaviren.

Exelon® (Rivastigmin) auch als Hochdosis-Pflaster – Zur Behandlung der leichten bis mittelschweren Alzheimer-Demenz steht Rivastigmin (Novartis) nun als Hochdosis-Pflaster in der Dosierung 13,3 mg/Tag (15 cm2) zur Verfügung. Die Zulassung beruht auf höherer Wirksamkeit gegenüber der mittleren Dosierung Exelon 9,5 mg/Tag (10 cm2) bei vergleichbarem Sicherheitsprofil. Zudem bietet der Hersteller eine Dosierung von 4,6 mg/Tag (5 cm2) an.

Nalmefen zur Reduktion des Alkoholkonsums – Lundbeck bietet mit Selincro® (Nalmefen) eine neue Option für die Behandlung von Erwachsenen mit Alkoholabhängigkeit. Der Wirkstoff reduziert die verstärkende Wirkung von Alkohol auf das Belohnungssystem und verringert dadurch das Verlangen, Alkohol zu trinken. Selincro wird bei Bedarf bis zu einmal täglich eingenommen, wenn der Patient das Verlangen verspürt, Alkohol zu trinken. Lundbeck wird das Präparat innerhalb eines Behandlungskonzeptes anbieten, das kontinuierliche psychosoziale Maßnahmen zur Reduktion des Alkoholkonsums sowie zur Therapieadhärenz beinhaltet.

Zulassungserweiterung für Zytiga® Janssen-Cilag gibt bekannt, dass die Europäische Kommission dem ersten oralen, einmal täglich einzunehmenden Androgen-Biosynthese-Hemmer Zytiga (Abirateronacetat) eine Zulassungserweiterung erteilt hat. Die Indikation umfasst seither auch – in Kombination mit Prednison oder Prednisolon – die Behandlung des metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinoms bei erwachsenen Männern mit asymptomatischem oder mild symptomatischem Verlauf der Erkrankung nach Versagen der Androgenentzugstherapie, wenn eine Chemotherapie noch nicht klinisch indiziert ist.

Zunahme von Spontanberichten über Metformin-assoziierte Laktatazidosen – Wegen zahlreicher Vorteile wird Metformin als orales Antidiabetikum der ersten Wahl in der Behandlung des Typ-2-Diabetes empfohlen, wenn nichtmedikamentöse Maßnahmen nicht ausreichen. Entsprechend nehmen die Verordnungen von Metformin kontinuierlich zu – vor allem bei älteren Patienten. Gleichzeitig beobachtet die Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) eine Zunahme der Spontanberichte über Laktatazidosen im Zusammenhang mit Metformin, möglicherweise als Folge einer häufig eingeschränkten Nierenfunktion. Unter den Meldungen sind auch Fälle mit tödlichem Ausgang. Die AkdÄ rät daher, bei Behandlung mit Metformin regelmäßig die Nierenfunktionswerte zu überprüfen. EB

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema