ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2013Kulturkalender: Wie sich die Kunst neu erfindet

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Kulturkalender: Wie sich die Kunst neu erfindet

Dtsch Arztebl 2013; 110(12): A-568

Schuchart, Sabine

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Jeden Monat stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

DRESDEN

Bis 14. Juli:

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© SKD; Foto: Jürgen Karpinski
© SKD; Foto: Jürgen Karpinski

Die Erschütterung der Sinne

An der Schwelle zum 19. Jahrhundert prägten vier Ausnahmekünstler die Epoche der Romantik in Europa: Caspar David Friedrich (Bild: Das Große Gehege bei Dresden, 1831/32), John Constable, Eugène Delacroix und Francisco de Goya. Ihre Gemälde inspirierten die nachfolgenden Künstlergenerationen, wie die Ausstellung anhand von spannenden Gegenüberstellungen und bedeutenden internationalen Leihgaben illustriert. Mark Rothko, Vilhelm Hammershøi und Gerhard Richter zum Beispiel verbindet mit Caspar David Friedrich die Darstellung von Licht und Materialität. Paul Cézanne bewunderte Delacroix. Jeff Walls Foto „Young Man Wet with Rain“ trifft auf Manets „Dame in Rosa“. Der besondere Reiz der Ausstellung: Ulrich Bischoff, Direktor der Galerie Neue Meister, engagierte mit dem Belgier Luc Tuymans einen der bedeutendsten zeitgenössischen Maler als Kokurator.

Albertinum, Galerie Neue Meister, Georg-Treu-Platz , Di.–So. 10–18 Uhr

Düsseldorf

Bis 7. Juli:

Wolfgang Tillmans

Nach Andreas Gursky im Museum Kunstpalast ist in Düsseldorf ein weiterer Star der deutschen Fotokunst ausgestellt: Das K 21 präsentiert seit Anfang März in Zusammenarbeit mit dem Moderna Museet Stockholm eine Retrospektive des Turner-Preisträgers Wolfgang Tillmans (*1968). Dabei erweist sich die große Bandbreite des Tillman’schen Werks: Es reicht von den bekannten Porträtaufnahmen hedonistischer Jugendlicher über Reisereportagen, Landschaftsfotografien und Stillleben bis hin zu abstrakten Bildern aus der Dunkelkammer und Videos.

K 21 Ständehaus, Ständehausstraße 1, Di. 10–18, Sa./So. 11–18 Uhr

Karlsruhe

Bis 16. Juni:

Leiko Ikemura. i-migration

Die japanisch-schweizerische Malerin, Zeichnerin und Bildhauerin (*1951), die seit 1991 als Professorin an der Berliner Universität der Künste lehrt, schuf in den letzten 30 Jahren ein poetisches und zugleich vom aktuellen Zeitgeschehen inspiriertes Werk. Mit circa 140 Exponaten konzentriert sich die Ausstellung auf Ikemuras jüngere Arbeiten wie den erstmals gezeigten Aquarellzyklus „Künstler, Päpste und Terroristen“ von 2008.

Staatliche Kunsthalle, Hans-Thoma-Straße 2–6, Di.–So. 10–18 Uhr

Mannheim

Bis 17. November

Nur Skulptur!

Auf den 2 000 Quadratmetern Ausstellungsfläche des Mitzlaff-Baus, der 2014 abgerissen und neu gebaut wird, hat der Bildhauerkurator Bogomir Eckert zusammen mit Künstlerkollegen wie Kiki Smith, Thomas Hirschhorn und Thomas Rentmeister aus der Sammlung der Kunsthalle eine experimentierfreudige Skulpturenschau kreiert. Etwa 400 Exponate von der Moderne bis zum 21. Jahrhundert laden dazu ein, das Thema Skulptur unter neuen Perspektiven zu entdecken.

Kunsthalle, Friedrichsplatz 4, Di.–So. 11–18, Mi. 11–20 Uhr

München

© Alte Pinakothek, München
© Alte Pinakothek, München

24. März bis 16. Juni:

Brueghel

Das kunstvolle, alle Sinne ansprechende Œuvre der berühmten Antwerpener Malerfamilie wird mit Werken von Zeitgenossen vorgestellt. Im Mittelpunkt steht Jan Brueghel d. Ä. (Bild: Großer Fischmarkt, 1603), von dem die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen weltweit das umfassendste Werk besitzen. Zusammen mit den Gemälden seines Vaters Pieter d. Ä., seines Bruders Pieter d. J. und seines Sohnes Jan eröffnet sich ein faszinierendes Kaleidoskop aus Alltagsszenen, Landschaften und Stillleben.

Alte Pinakothek, Barer Straße 27, Di. 10–20, Mi.–So. 10–18 Uhr

Sabine Schuchart

Der Besondere Tipp

Bibliothek der Herzschläge

Tod, Erinnerung und Vergänglichkeit – um diese Themen kreist das Werk von Christian Boltanski (*1944), das eine beeindruckende Wolfsburger Ausstellung zeigt. In seinen raumgreifenden Installationen reflektiert der französische Konzeptkünstler das verzweifelte Bemühen des Menschen um Fortbestand, wobei er sich zugleich der Unmöglichkeit des Bewahrens bewusst ist. Gegen das Vergessen arrangiert er Porträtfotos zu Altären, zählt seine eigene Lebenszeit in Sekunden und sammelt seit 2008 Herzschläge von – mittlerweile 60 000 – Menschen auf der ganzen Welt. In der Ausstellung können die Besucher ihren Herzschlag in einer von Boltanski konstruierten Kabine per Tonträger aufzeichnen lassen (Termine siehe www.kunstmuseum-wolfsburg.de). Die dabei entstehende Bibliothek von Herztönen mit dem Titel „Herzschlag für die Ewigkeit“ archiviert der Künstler auf der unbewohnten japanischen Insel Teshima. Boltanskis Herzschlag ist in Wolfsburg zu hören – in der Installation „Entre temps“ von 2003 (Foto).

„Christian Boltanski – Bewegt“: Kunstmuseum Wolfsburg, Hollerplatz 1, Wolfsburg,
Di.–So. 11–18 Uhr (bis 21. Juli).

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