ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2013Vergewaltigung: Wirkungsprofil klären
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Nach der Entrüstungswelle über die von Kölner Klinikärzten erfolgte Abweisung einer vergewaltigten Frau, die sich zunächst in die kassenärztliche Notdienstpraxis begeben und dort ein Rezept über die „Pille danach“ erhalten hatte, hält Prof. Henke eine berufsethische Überprüfung des Verhaltens der Ärztinnen respektive Kliniken für erforderlich. Die Staatsanwaltschaft dagegen sieht keinen Anlass für eine Ermittlung, da nur die „Spurensicherung“ abgelehnt wurde. Henke begrüßt die „jüngste Kurskorrektur des Kölner Kardinals“ im Blick auf die Verordnung von Levonorgestrel und Ulipristalacetat. In deren noch immer nicht geklärten Wirkungsweise – dies als Einwand gegen die Ausführung von Prof. B. Toth – drängt sich mir die Notwendigkeit der umfassend möglichen Darstellung des vollständigen Wirkungsprofils der Pillen Levonorgestrel und Ulipristal auf. Im Interesse der Wissenschaft sollte sich die Redaktion unseres geschätzten Standesblattes die Wiedergabe wissenschaftlich kompetenter, umfassender und sachlicher Studien zur Wirkungsweise der beiden Stoffe zur vorrangigen Aufgabe machen. Denn auch eine „hochwahrscheinliche“ Verneinung der Nidationshemmung stellt nicht jedes Gewissen zufrieden, weder das der schwer gekränkten Frau noch das ihres Arztes, wenn die Frage noch möglicher Tötung eines Menschen – hier an seinem Lebensbeginn – nicht vollständig aufgeklärt ist.

Dr. med. Dr. theol. h. c. Maria Overdick-Gulden, 54293 Trier

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