ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2013Unerwünschte Arzneimittelereignisse bei älteren Notaufnahmepatienten

MEDIZIN: Originalarbeit

Unerwünschte Arzneimittelereignisse bei älteren Notaufnahmepatienten

Bedeutung der potenziell inadäquaten Medikation für ältere Menschen (PRISCUS)

Adverse drug events in older patients admitted as an emergency—the role of potentially inappropriate medication in elderly people (PRISCUS)

Dtsch Arztebl Int 2013; 110(13): 213-9; DOI: 10.3238/arztebl.2013.0213

Dormann, Harald; Sonst, Anja; Müller, Fabian; Vogler, Renate; Patapovas, Andrius; Pfistermeister, Barbara; Plank-Kiegele, Bettina; Kirchner, Melanie; Hartmann, Nina; Bürkle, Thomas; Maas, Renke

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Hintergrund: Mit dem Ziel, die Medikationssicherheit bei älteren Patienten zu erhöhen, wurden Listen mit potenziell inadäquater Medikation für diese Patientengruppe (PRISCUS-Liste) als Expertenempfehlung publiziert. Es ist unklar, wie häufig unerwünschte Arzneimittelereignisse bei Notaufnahmepatienten sind und welche Rolle PRISCUS-Medikamente hierbei spielen.

Methoden: Insgesamt wurden 752 Notaufnahmepatienten der Zentralen Notaufnahme eines Klinikums der Schwerpunktversorgung prospektiv erfasst. In einem zweistufigen Bewertungsverfahren durch Pharmazeuten, klinische Pharmakologen und Fachärzte für Innere Medizin wurden die Patientenakten der Notfallpatienten auf unerwünschte Arzneimittelereignisse – bedingt durch Medikationsfehler – und unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) untersucht.

Ergebnisse: Mit zunehmendem Alter der Notaufnahmepatienten stieg sowohl die Prävalenz von UAW als auch die der klinisch manifestierten Medikationsfehler. Von 351 Patienten über 65 Jahren erhielten 87,5 % (n = 307 Patienten) zu Hause mindestens ein Medikament. In dieser Gruppe nahmen 16,6 % (95-%-Konfidenzintervall [KI]: 12,9–21,2 %) mindestens ein PRISCUS-Medikament ein. Insgesamt waren mehr unerwünschte Arzneimittelereignisse auf Nicht-PRISCUS-Medikamente als auf PRISCUS-Medikamente zurückzuführen, wobei das relative Risiko, ein unerwünschtes Arzneimittelereignis zu erleiden, bei Einnahme eines PRISCUS-Medikaments signifikant erhöht war (27,0 %; 95-%-KI: 17,5–39; 1 % versus 15,7 %; 95-%-KI: 14,1–17,4 %, Odds Ratio: 1,99; [95-%-KI: 1,23–3,52: p = 0,018]).

Schlussfolgerung: Bei älteren Patienten ist sowohl das Risiko unerwünschter Arzneimittelwirkungen als auch das Risiko, dass Medikationsfehler symptomatisch werden, erhöht. PRISCUS-Medikamente waren mit einem erhöhten Risiko für unerwünschte Arzneimittelereignisse assoziiert. Die Mehrzahl der in der Notaufnahme beobachteten unerwünschten Arzneimittelereignisse wurden allerdings durch Nicht-PRISCUS-Medikamente verursacht.

LNSLNS

Die Zahl und der Anteil älterer, multimorbider Patienten mit entsprechend umfangreichen Medikationsplänen in Notaufnahmen steigt seit Jahren kontinuierlich (1, 2).

Unerwünschte Arzneimittelereignisse (UAE) stellen häufige Behandlungsgründe dar, sie werden aber als solche vielfach nicht erkannt (1, 36). Den unerwünschten Arzneimittelereignissen zugrunde liegen entweder klassische unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) (7) oder Medikationsfehler (MF) (6), die zu klinisch manifesten Symptomen führen. Insgesamt erscheint bei älteren Patienten eine erhöhte Aufmerksamkeit in puncto Arznei­mittel­therapie­sicherheit erforderlich.

Um Risiken leichter erkennen und vermeiden zu können, wurden Listen mit potenziell inadäquaten Medikamenten (PIM) für ältere Patienten auf der Basis von Expertenkonsens erarbeitet. Bekannte Beispiele sind die Beers-Liste (8), die „STOPP and START“-Kriterien (9) und seit 2010 in Deutschland die PRISCUS-Liste (10, 11). Von diesen potenziell inadäquaten Medikamenten wird angenommen, dass sie bei älteren Patienten mit einem erhöhten Risiko für UAE assoziiert sind.

Aktuelle Studien deuten an, dass PIM aber nur für einen relativ kleinen Anteil der bei älteren Patienten beobachteten UAE verantwortlich sind (1, 12, 13). In der internationalen Literatur zu PIM wurde jedoch ein wesentlicher Anteil von Medikamenten und Fällen von den Analysen ausgeschlossen und Medikationsfehler und UAW wurden nicht differenziert (1, 14). Es stellt sich hierbei die Frage, inwieweit methodisch bedingte Verzerrungen in der Erfassung von UAE zu einer Verzerrung der Datenlage führen und der mögliche Beitrag von PIM unterschätzt wurde. Zum Auftreten von solchen Ereignissen in der klinischen Akutversorgung im Zusammenhang mit Medikamenten der PRISCUS-Liste liegen aktuell keine Studien vor.

Ziel der vorliegenden Studie war es deshalb, den Einfluss von PIM auf ältere Patienten einer Notaufnahmepopulation im Hinblick auf UAE mit und ohne Beteiligung von Medikationsfehlern (MF) zu untersuchen.

Methoden

Studienaufbau und -population

Diese prospektive Untersuchung war Teil einer mehrphasigen Studie zur Optimierung des Medikationsprozesses in der klinischen Akutversorgung. Sie wurde durch das Bundesministerium für Gesundheit im Rahmen des Aktionsplans Arznei­mittel­therapie­sicherheit 2010–2012 gefördert (15). Im Rahmen der ersten von drei Studienphasen (mit mindestens 750 Patienten) wurden im September 2010 über einen Zeitraum von drei Wochen alle Notaufnahmepatienten ohne Trauma oder äußere Verletzungszeichen der Zentralen Notaufnahme des Klinikums Fürth in die Studie eingeschlossen.

Das Klinikum Fürth ist mit 749 Betten ein Krankenhaus der Schwerpunktversorgung und Lehrkrankenhaus der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. In der interdisziplinären Zentralen Notaufnahme werden jährlich circa 45 000 Patienten ambulant oder stationär behandelt. Für die Stadt und den Landkreis mit insgesamt über 226 000 Einwohnern ist das Klinikum Alleinversorger der genannten Notfallpatienten. Für die Studie lag sowohl ein Ethikvotum der Ethikkommission der Friedrich-Alexander-Universität als auch das Einverständnis des Datenschutzbeauftragten des Klinikums vor.

Datenerhebung und Bewertungsverfahren

Bei allen Patienten wurden neben den Diagnostik- und Behandlungsdaten alle Medikamenteninformationen prospektiv erfasst und pseudonymisiert. Dies beinhaltete neben dem Medikationsplan alle ambulant verordneten Medikamente, die Selbstmedikation, die Notarztmedikation und die in der Notaufnahme verordnete Medikation, inklusive der verordneten Medikamente bei Verlegung auf eine andere Station beziehungsweise bei Entlassung. Bei der präklinischen Medikation wurden mit wenigen Ausnahmen (zum Beispiel Amiodaron) Medikamenteneinnahmen, die bis zu 5 Halbwertszeiten vor der Aufnahme stattfanden, berücksichtigt. Für die vorliegenden Analysen zu PRISCUS-Medikamenten wurde nur die ambulant verordnete Medikation, inklusive Selbstmedikation, berücksichtigt, da die PRISCUS-Liste die Notfallindikation nicht miteinschließt.

Alle oben genannten Notaufnahmepatienten wurden unter Nutzung der pseudonymisierten elektronischen Patientenakte durch Pharmazeuten, klinische Pharmakologen und Fachärzte für Innere Medizin bezüglich UAE, UAW und MF analysiert und in einer für klinische Studien zertifizierten Studiendatenbank (secuTrial; interActive Systems GmbH, Berlin) dokumentiert (16). Alle akuten Ereignisse beziehungsweise klinischen Symptome (einschließlich von Angaben aus dem Notarztprotokoll, Anamnesedaten, EKG, Laborwerte et cetera) und Diagnosen eines Patienten wurden systematisch auf eine mögliche kausale Beziehung zu jedem einzelnen seiner Medikamente untersucht. Grundlage waren hierbei die in den Fachinformationen hinterlegten Daten (MMI Pharmindex Plus, Medizinische Medien Informations GmbH, Neu-Isenburg).

Die Beurteilung der Kausalität wurde anhand des Bewertungssystems des WHO-Uppsala Monitoring Centre vorgenommen. Dabei wurden nur Ereignisse, die als möglich, wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich erachtet wurden, in die Auswertung miteinbezogen (17). In einer zweiten Bewertung wurden alle dokumentierten UAW und MF durch zwei unabhängige Experten (Fachärzte für klinische Pharmakologie und Innere Medizin) erneut beurteilt. Im Falle von Beurteilungsdifferenzen musste eine Einigung zwischen den Beteiligten erzielt werden. Um die Rate an fälschlicherweise als unauffällig bewerteten Fällen abzuschätzen, wurden aus allen als unauffällig dokumentierten Fällen 75 zufällig ausgewählt und erneut durch einen klinischen Pharmakologen und einen Facharzt für Innere Medizin beurteilt. Die falschnegative Rate betrug 2,7 % (95-%-Konfidenzintervall [KI]: 1,7–9,8).

Potenziell inadäquate Medikation für ältere Menschen

Alle Medikamente wurden entsprechend der veröffentlichten Liste potenziell inadäquater Medikation für ältere Menschen (PRISCUS-Liste) in PRISCUS- oder Nicht-PRISCUS-Medikamente eingeteilt. Die PRISCUS-Liste enthielt zum Studienzeitpunkt 83 Präparate, die auf der Basis einer Expertenempfehlung als PIM eingestuft wurden (11). Den dosisabhängigen und indikationsspezifischen Aspekten der PRISCUS-Liste wurde Rechnung getragen.

Definition unerwünschte Arzneimittelereignisse

Unerwünschte Arzneimittelereignisse (UAE) wurden entsprechend der zitierten Definitionen in unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) und durch Medikationsfehler (MF) ausgelöste Ereignisse (MF+) unterteilt (6). Als MF wurde der klinisch falsche beziehungsweise unangemessene Einsatz von Medikamenten betrachtet, wie zum Beispiel (6):

  • eine bestehende absolute Kontraindikation
  • eine fehlende Indikation
  • ein Dosierungsfehler
  • ein Applikationsfehler
  • Doppelverordnungen.

Im Einklang mit dem überwiegenden Teil der Literatur wurden beabsichtigte Überdosierungen zum Beispiel im Rahmen eines Suizidversuchs nicht berücksichtigt. Auch ein aus klinischer Sicht erforderlicher und von Fachgesellschaften akzeptierter Off-label-Gebrauch galt nicht als Fehler. Medikationsfehler, die symptomatisch wurden und/oder unmittelbare klinische Relevanz besitzen – wie zum Beispiel eine durch einen Dosierungsfehler eingetretene Niereninsuffizienz – wurden als MF+ klassifiziert. Der Begriff UAW wird hierbei entsprechend der Definition der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) für „adverse drug reactions“ verwendet und beschreibt Reaktionen auf ein Arzneimittel, die schädlich und unbeabsichtigt sind und bei Dosierungen auftreten, wie sie normalerweise beim Menschen zur Prophylaxe, Diagnose oder Therapie eingesetzt werden (7).

Statistische Analysen

Für kategoriale Daten werden Prozentanteile und gegebenenfalls 95-%-Konfidenzintervalle angegeben, für normalverteilte stetige Daten werden Mittelwert und Standardabweichung angegeben. Signifikanzen wurden mittels Chi-Quadrat- oder exaktem Test nach Fisher für kategoriale Daten beziehungsweise mit den entsprechenden parametrischen und nichtparametrischen Tests für stetige Daten berechnet. Primäre Frage war, ob Medikamente der PRISCUS-Liste häufiger mit UAE assoziiert sind als andere Medikamente. Alle weiteren Analysen sind formal als explorativ zu betrachten. Für die statistischen Auswertungen wurden SPSS Version 20.0 (IBM, USA) und Prism 5 (GraphPad Software Inc., USA) verwendet.

Ergebnisse

Studienpopulation insgesamt

Innerhalb des Studienintervalls von 3 Wochen wurden 752 Notaufnahmepatienten (50,0 % Frauen) in die Studie eingeschlossen, die ICD-10-basierten Hauptdiagnosen bei Aufnahme sind in Tabelle 1 dargestellt. Bei 702 (93,4 %) Patienten konnte mindestens eine Medikamentenverordnung oder -einnahme registriert werden. Bei 149 (21,2 %) dieser 702 Patienten wurde dabei mindestens eine UAW, insgesamt 185 UAW (181 mit Beteiligung der ambulant verordneten Medikamente beziehungsweise Selbstmedikation) beobachtet und bei 166 (23,6 %) der Patienten insgesamt 277 MF (1 bis 6 MF pro Patient). Die häufigsten MF waren fehlende oder falsche Indikation (59,2 %) und missachtete Kontraindikation (23,5 %). In 28,5 % der Fälle führten die MF zu klinisch relevanten Ereignissen (MF+).

ICD-10-basierte Hauptdiagnosen bei Aufnahme
ICD-10-basierte Hauptdiagnosen bei Aufnahme
Tabelle 1
ICD-10-basierte Hauptdiagnosen bei Aufnahme

Studienpopulation ab 65 Jahren

Die Gruppe der Patienten im Alter ab 65 Jahren umfasste 351 Patienten (46,7 %; 78 ± 7 Jahre alt [maximal 101]; 154 Männer; 197 Frauen), von denen 307 (87,5 %) ambulant mindestens ein Medikament erhielten. Dabei nahmen aber nur 51 (16,6 %; 95-%-KI: 12,9–21,2) Patienten in dieser Altersgruppe PRISCUS-Medikamente ein.

Mit zunehmendem Alter stieg erwartungsgemäß die UAW- und MF-Rate an (Grafik 1, Tabelle 2). Von den insgesamt 149 Patienten mit mindestens einer UAW waren 67,8 % 65 Jahre und älter.

Die Verteilung von unerwünschten Arzneimittelwirkungen, Medikationsfehlern und Medikationsfehlern mit klinischem Ereignis in den Altersgruppen
Die Verteilung von unerwünschten Arzneimittelwirkungen, Medikationsfehlern und Medikationsfehlern mit klinischem Ereignis in den Altersgruppen
Grafik 1
Die Verteilung von unerwünschten Arzneimittelwirkungen, Medikationsfehlern und Medikationsfehlern mit klinischem Ereignis in den Altersgruppen
Relative Verteilung von Medikationsfehlern mit klinischer Manifestation bei Patienten < 65 und &#8805; 65 Jahren
Relative Verteilung von Medikationsfehlern mit klinischer Manifestation bei Patienten < 65 und &#8805; 65 Jahren
Tabelle 2
Relative Verteilung von Medikationsfehlern mit klinischer Manifestation bei Patienten < 65 und ≥ 65 Jahren

Bei den Patienten ab 65 Jahren konnten bei Aufnahme insgesamt 132 UAW und 117 MF diagnostiziert werden. Von den MF waren dabei 51 (43,6 %; 95-%-KI: 35,0–52,6) mit einem klinischen Ereignis assoziiert (MF+).

Im Rahmen der Detailanalyse der MF zeigte sich, dass der Anteil der MF+ bei Patienten ab 65 Jahren signifikant ansteigt (Tabelle 2, Grafik 1). Während nur 14,0 % der Patienten unter 65 Jahren einen MF mit einer klinischen Manifestation aufwiesen, lag der Anteil bei Patienten ab 65 Jahren bei 40,4 % (p < 0,001, Tabelle 2).

Unerwünschte Arzneimittelereignisse bei PRISCUS- und Nicht-PRISCUS-Medikamenten

Bei den Patienten ab 65 Jahren fanden sich unter 1 881 ambulant eingenommenen Medikamenten einschließlich der Selbstmedikation nur 63 (3,3 %) Präparate der PRISCUS-Liste (Grafik 2). Medikamente der PRISCUS-Liste waren jedoch signifikant häufiger als andere Medikamente mit UAW oder MF+ assoziiert (27,0 % versus 15,7 %; Odds Ratio: 1,99 [95-%-KI: 1,23–3,52; p = 0,018]) (Grafik 2). In absoluten Zahlen betrachtet waren aber mehr Nicht-PRISCUS- als PRISCUS-Medikamente an UAW und MF beteiligt (Grafik 2): Nur bei acht (6,1 %; 95-%-KI: 2,9–11,7) von 132 UAW und nur bei 15 (12,8 %; 95-%-KI: 7,8–20,2) von 117 Medikationsfehlern bei Patienten über 65 Jahren waren PRISCUS-Medikamente involviert. Einen Überblick über PRISCUS- und Nicht-PRISCUS-Medikamente, die mit klinischen Ereignissen assoziiert waren, geben die Tabellen 3a und 3b.

PRISCUS-Medikamente und Nicht-PRISCUS-Medikamente bei Notaufnahmepatienten > 65 Jahre
PRISCUS-Medikamente und Nicht-PRISCUS-Medikamente bei Notaufnahmepatienten > 65 Jahre
Grafik 2
PRISCUS-Medikamente und Nicht-PRISCUS-Medikamente bei Notaufnahmepatienten > 65 Jahre
Reguläre (Nicht-PRISCUS-)Medikation mit mindestens 3 Ereignissen
Reguläre (Nicht-PRISCUS-)Medikation mit mindestens 3 Ereignissen
Tabelle 3a
Reguläre (Nicht-PRISCUS-)Medikation mit mindestens 3 Ereignissen
Potenziell inadäquate Medikamente (PIM) der PRISCUS-Liste
Potenziell inadäquate Medikamente (PIM) der PRISCUS-Liste
Tabelle 3b
Potenziell inadäquate Medikamente (PIM) der PRISCUS-Liste

Diskussion

Die vorliegenden Daten zeigen, dass die PIM der PRISCUS-Liste mit einer erhöhten Rate an unerwünschten Arzneimittelereignissen assoziiert sind. Das Vermeiden von PIM könnte also tatsächlich einen Beitrag zur Verbesserung der Arznei­mittel­therapie­sicherheit leisten. Der mögliche Beitrag von PIM zu unerwünschten Arzneimittelereignissen relativiert sich jedoch, wenn man berücksichtigt, dass es sich nur bei 3,3 % der von Patienten ab 65 Jahren präklinisch eingenommenen Medikamente um PIM handelte, und dass die durch PIM verursachten unerwünschten Arzneimittelwirkungen nur einen Anteil von 6,1 % ausmachten beziehungsweise die durch PIM verursachten MF+ in Bezug auf alle MF+ nur 17,6 % betrugen. Eine Fokussierung auf PIM-Listen kann helfen, Risikomedikamente zu identifizieren, darf aber aus der Sicht eines Arztes/einer Ärztin der klinischen Akutmedizin nicht zu einer Unterschätzung des Risikos, das andere Medikamente bergen, führen. Diese Beobachtung deckt sich mit Daten einer US-amerikanischen Studie von Budnitz et al. die – ungeachtet methodischer Unterschiede – zeigen, dass die meisten arzneimittelbedingten Kranken­haus­auf­enthalte auf häufig verwendete Nicht-PIM wie Insulin, orale Antikoagulanzien et cetera zurückzuführen sind (1).

Die bisher verfügbaren Daten zur klinischen Relevanz und zur prädiktiven Bedeutung der Verwendung von PIM bei älteren Menschen sind relativ inkonsistent (13, 1821). Zum Teil ist dies dadurch erklärbar, dass zahlreiche Medikamente dieser PIM-Listen nur in bestimmten Indikationen, Darreichungsformen oder Dosierungen als „potenziell inadäquate Medikamente (PIM)“ gelten. Da in großen Studien bis auf wenige Ausnahmen (22) entsprechend detaillierte Angaben meist fehlen, führt dies oft dazu, dass die entsprechenden Medikamente oder Fälle von der Analyse ausgeschlossen werden, was wiederum zu einer Verzerrung der Ergebnisse führen könnte (1). Gleichfalls ist zu bedenken, dass es gerade in großen Studien methodisch bedingt (zum Beispiel durch die Vordefinition von relevanten UAE) zu einer erheblichen und einseitigen Verzerrung der Art und Häufigkeit der erfassten UAE kommen kann (14).

Mit der im Alter meist steigenden Zahl an eingenommenen Medikamenten steigt auch die Zahl der theoretisch möglichen Arzneimittelinteraktionen auf ein kaum überschaubares Maß an und damit natürlich auch das Risiko für Medikationsfehler (5, 13, 23). Durch die Differenzierung von klinisch manifestierten und nichtmanifestierten Medikationsfehlern kann mit der vorliegenden Arbeit erstmals gezeigt werden, dass bei Patienten über 65 Jahren im Vergleich zu jüngeren Patienten nicht nur die Häufigkeit von Medikationsfehlern an sich, sondern auch der Anteil der sich klinisch manifestierenden Medikationsfehler zunimmt. Dies spricht für eine gesteigerte Vulnerabilität beziehungsweise eine verminderte Toleranz älterer Patienten gegenüber Medikationsfehlern. Das Alter an sich ist hier natürlich nur als grober Indikator für das vermehrte Vorliegen von Faktoren zu verstehen, die eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Arzneimittelwirkungen bedingen (18). Obwohl die Prävalenz von PIM in Deutschland für ältere Menschen mit bis zu 28,3 % beziffert wurde (10, 24), fanden die Autoren der vorliegenden Studie lediglich bei 16,6 % der Patienten PIM.

Der Anteil der PRISCUS-Medikamente an den Medikamenten, die die eigenen untersuchten Patienten ab 65 Jahren einnahmen, betrug insgesamt nur 3,3 %, während Analysen des wissenschaftlichen Instituts der AOK auf Basis der erstattungsfähigen Arzneimittelverordnungen der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rungen (GKV) im Jahr 2009 für PIM einen etwas höheren Anteil von 5,6 % an allen Verordnungen aufweisen. Hierbei ist zu beachten, dass die vorliegende Analyse jüngeren Datums ist (die PRISCUS-Liste sich also schon auf das Verschreibungsverhalten ausgewirkt haben könnte), und dass zusätzlich auch nichterstattungsfähige Verordnungen beziehungsweise die Selbstmedikation berücksichtigt wurden. Insbesondere die in den zitierten Studien nicht erfasste Selbstmedikation könnte zu einer anderen Gewichtung der PIM führen (24).

Insgesamt zeigt die aktuelle Literatur unterschiedliche Effekte, die durch die konsequente Vermeidung von PIM erzielt werden konnten. Eine große US-amerikanische Studie, in der über 177 000 betagte Notaufnahmepatienten hinsichtlich UAE untersucht wurden, ergab für PIM der Beer`s Liste kein erhöhtes Risiko, wohingegen kleinere und zumeist methodisch genauere Studien einen deutlichen Einfluss von PIM auf das Risiko von UAE zeigen konnten (2, 25). Komplexere Strategien wie „START and STOPP” könnten hier einer reinen PIM-Liste überlegen sein (26).

Limitationen

Trotz des Alleinversorgungsstatus des Klinikums Fürth für oben genannte Notfallpatienten in einer Region mit über 226 000 Einwohnern und mit weit mehr als 130 Zuweisern ist diese Studie formal monozentrisch und über den regionalen Bezug hinaus möglicherweise nicht repräsentativ. Aufgrund der Studienphase von drei Wochen könnten sich saisonale Effekte bezüglich der Prävalenz unerwünschter Arzneimittelereignisse ausgewirkt haben. Diese können erst nach abschließender Bewertung aller Studienphasen quantifiziert werden. Obwohl die Medikamentenanamnese und -recherche prospektiv und unter Angabe der Quellen durchgeführt wurde, kann insbesondere bei der Medikamentenanamnese nicht ausgeschlossen werden, dass bestimmte Angaben willentlich oder unbewusst nicht gemacht wurden.

Resümee

Mit zunehmendem Alter steigt die Zahl der verabreichten Arzneimittel wie auch der Anteil an Patienten, die unter klassischen UAW leiden. Gleichfalls steigt mit zunehmendem Alter die Prävalenz von Medikationsfehlern und der Anteil der Medikationsfehler, die sich klinisch manifestieren. Für Medikamente der PRISCUS-Liste findet man bei älteren Patienten ein erhöhtes Risiko für unerwünschte Arzneimittelereignisse. Allerdings entfällt nur ein kleiner Anteil der Verordnungen bei älteren Patienten auf Medikamente der PRISCUS-Liste, so dass die meisten UAE bei älteren Patienten auf Nicht-PRISCUS-Medikamente zurückzuführen sind. Die vorliegenden aktuellen Daten zeigen, dass unerwünschte Arzneimittelereignisse vor allem auch im Zusammenhang mit fehlenden beziehungsweise falschen Indikationen und/oder nicht beachteten Kontraindikationen auftreten.

Danksagung
Die Autoren danken dem Vorstand Herrn Peter Krappmann und dem Betriebsmanagement des Klinikums Fürth unter der Leitung von Herrn Martin Vitzithum für die Unterstützung des Versorgungsforschungsprojektes und den Aufbau der technischen Infrastruktur zur Umsetzung der Studie.

Diese Studie wurde vom Bundesministerium für Gesundheit im Rahmen des Aktionsbündnisses Patientensicherheit (www.german-coalition-for-patient-safety.org/) unterstützt (AZ II A 5 – 2509 ATS 003).

Interessenkonflikt
Dr. Müller hält Aktien von der Firma Novartis.

Die übrigen Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Die Firma MMI hat für dieses Projekt ihre Arzneimittel- und Interaktionsdatenbanken Pharmindex Plus (R) und OntoDrug (R) AMTS kostenlos bereit gestellt.

Manuskriptdaten
eingereicht: 19. 7. 2012, revidierte Fassung angenommen: 6. 12. 2012

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Renke Maas, MD
Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Fahrstraße 17, 91054 Erlangen
renke.maas@pharmakologie.med.uni-erlangen.de

Zitierweise
Dormann H, Sonst A, Müller F, Vogler R, Patapovas A, Pfistermeister B, Plank-Kiegele B, Kirchner M, Hartmann N, Bürkle T, Maas R:
Adverse drug events in older patients admitted as an emergency—the role of potentially inappropriate medication in elderly people (PRISCUS).
Dtsch Arztebl Int 2013; 110(13): 213–9. DOI: 10.3238/arztebl.2013.0213

@The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

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Zentrale Notaufnahme, Klinikum Fürth: PD Dr. med. Dormann, Sonst, Plank-Kiegele
Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg: Sonst, Vogler, Pfistermeister, Dr. med. Müller, Plank-Kiegele; Nina Hartmann, Prof. Dr. med. Maas
Center for Clinical Studies (CCS), Universitätsklinikum Erlangen: Vogler, Kirchner
Medizinische Informatik, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg:
Patapovas, Kirchner, PD Dr. med. Bürkle
* Die beiden Autoren teilen sich die Erstautorenschaft.
Die Verteilung von unerwünschten Arzneimittelwirkungen, Medikationsfehlern und Medikationsfehlern mit klinischem Ereignis in den Altersgruppen
Die Verteilung von unerwünschten Arzneimittelwirkungen, Medikationsfehlern und Medikationsfehlern mit klinischem Ereignis in den Altersgruppen
Grafik 1
Die Verteilung von unerwünschten Arzneimittelwirkungen, Medikationsfehlern und Medikationsfehlern mit klinischem Ereignis in den Altersgruppen
PRISCUS-Medikamente und Nicht-PRISCUS-Medikamente bei Notaufnahmepatienten > 65 Jahre
PRISCUS-Medikamente und Nicht-PRISCUS-Medikamente bei Notaufnahmepatienten > 65 Jahre
Grafik 2
PRISCUS-Medikamente und Nicht-PRISCUS-Medikamente bei Notaufnahmepatienten > 65 Jahre
ICD-10-basierte Hauptdiagnosen bei Aufnahme
ICD-10-basierte Hauptdiagnosen bei Aufnahme
Tabelle 1
ICD-10-basierte Hauptdiagnosen bei Aufnahme
Relative Verteilung von Medikationsfehlern mit klinischer Manifestation bei Patienten < 65 und &#8805; 65 Jahren
Relative Verteilung von Medikationsfehlern mit klinischer Manifestation bei Patienten < 65 und &#8805; 65 Jahren
Tabelle 2
Relative Verteilung von Medikationsfehlern mit klinischer Manifestation bei Patienten < 65 und ≥ 65 Jahren
Reguläre (Nicht-PRISCUS-)Medikation mit mindestens 3 Ereignissen
Reguläre (Nicht-PRISCUS-)Medikation mit mindestens 3 Ereignissen
Tabelle 3a
Reguläre (Nicht-PRISCUS-)Medikation mit mindestens 3 Ereignissen
Potenziell inadäquate Medikamente (PIM) der PRISCUS-Liste
Potenziell inadäquate Medikamente (PIM) der PRISCUS-Liste
Tabelle 3b
Potenziell inadäquate Medikamente (PIM) der PRISCUS-Liste
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  • Untersuchungsansatz
    Dtsch Arztebl Int 2013; 110(40): 674; DOI: 10.3238/arztebl.2013.0674a
    Lehmann, Karla
  • Schlusswort
    Dtsch Arztebl Int 2013; 110(40): 674; DOI: 10.3238/arztebl.2013.0674b
    Dormann, Harald

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