ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2013Dialyse: Pauschalen für Sachkosten sinken

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Dialyse: Pauschalen für Sachkosten sinken

Dtsch Arztebl 2013; 110(13): A-589 / B-525 / C-525

Korzilius, Heike

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Die Sachkostenpauschalen für die Dialyse sinken vom 1. Juli an um jährlich 100 Millionen Euro. Das sind vier Prozent der Gesamtausgaben für die Dialyse, die bei circa zwei Milliarden Euro liegen. Darauf haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Spitzenverband der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) im Bewertungsausschuss geeinigt.

Der Beschluss sieht weiter vor, dass in Abhängigkeit des Alters der Patienten Zuschläge zu den Pauschalen gewährt werden. Außerdem werden die ärztlichen Betreuungsleistungen künftig extrabudgetär vergütet, was nach Angaben der KBV zu Mehreinnahmen von etwa 20 Millionen Euro führt. Eine weitere Absenkung der Dialysesachkostenpauschalen zum 1. Januar 2015 werde nur stattfinden, wenn sich sowohl KBV als auch Kassen sicher seien, dass die Dialyse auch weiterhin kostendeckend erbracht werden könne und die Versorgung der Patienten nicht gefährdet werde, heißt es aus der KBV. Über die Höhe einer weiteren Absenkung müsse man noch mit den Kassen verhandeln. Hintergrund des Beschlusses ist eine Untersuchung des Instituts des Bewertungsausschusses. Danach sind die Dialysesachkosten zu hoch und die ärztlichen Leistungen zu niedrig bewertet.

Als katastrophal und willkürlich bezeichnete der Vorstandsvorsitzende des Verbandes Deutsche Nierenzentren den Beschluss. „Wir sind verzweifelt“, sagte Dr. med. Michael Daschner. Die Absenkung der Sachkostenpauschalen bedrohe die Existenz vieler Dialysepraxen. Daschner, der die Datengrundlage des Beschlusses für nicht tragfähig hält, hofft nun, dass das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium aufsichtsrechtlich einschreitet. HK

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