ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2013Beschneidung: Keine ergebnisoffene Beratung
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Zahlreiche Ärzteorganisationen haben sich gegen eine Legalisierung der religiösen Beschneidung von Jungen ausgesprochen, unter anderem der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte und der 71. Bayerische Ärztetag, wie das DÄ berichtete . . .

Von vier Fünfteln der im Rechtsausschuss geladenen Sachverständigen war vorab aus ihrer Funktion oder ihren Veröffentlichungen bekannt, dass sie einer Legalisierung der Beschneidung das Wort reden würden. Eine „Mehrheit“, die sich „für den Regierungsentwurf“ aussprechen würde, war also bereits durch diese Vorauswahl gegeben. Auch die Vermeidung der Einladung beispielsweise eines fachkompetenten Anästhesisten, der die Äußerungen der operativ tätigen Kollegen zur Schmerzbehandlung hätte beleuchten können, lässt zumindest die Vermutung aufkommen, dass es bei der Anhörung im Rechtsausschuss nicht um eine ergebnisoffene Beratung ging. Der Satz „Die eingeladenen Juristen beurteilten den Fall anders“ ist allerdings eine Falschdarstellung. In der Sitzung des Rechtsausschusses war Herr Prof. Reinhard Merkel, Mitglied im Deutschen Ethikrat, zugegen – und durchaus nicht stumm. Er hatte bereits eine Minderheitenmeinung zum Beschluss des Ethikrates vom 23. August 2012 gezeichnet und zwischenzeitlich die Schwachstellen und Angreifbarkeiten des Entwurfes der Bundesregierung nicht nur einmal thematisiert . . .

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Dr. Birgit Pabst, 24222 Schwentinental

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