ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2013Beschneidung: Eine Frage des Kindeswohls
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Nach der hochemotionalen Debatte über die Beschneidung minderjähriger Jungen tut dieser sachliche Artikel gut . . .

Nach meiner Meinung hat die Diskussion in Deutschland viel mit der deutschen Geschichte und wenig mit der Beschneidung zu tun. Unter dem Strich sind die Vor- und Nachteile der neonatalen Zirkumzision so ausgeglichen, dass neben der US-Fachgesellschaft auch die kanadischen, australischen und neuseeländischen Kinderärzte die Entscheidung den Eltern überlassen. Vielleicht können auch wir Europäer uns von ihrer Empfehlung eine Scheibe abschneiden:

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„Wenn Eltern über die Beschneidung entscheiden, sollten sie über den aktuellen Stand des medizinischen Wissens zu deren Vor- und Nachteilen informiert werden. Ihre Entscheidung mag letztendlich auf persönlichen, kulturellen oder religiösen Faktoren beruhen.“

Wenn auch die Beschneidung per se nicht gegen das Kindeswohl verstößt, so kann sie doch bei unachtsamer Durchführung ohne Zweifel traumatisieren. Hier sollten wir Ärzte uns um einen Dialog auf Augenhöhe bemühen, um einen hohen medizinischen Standard für alle zu erreichen. Sehr begrüßenswert finde ich die Forderung nach einer effektiven und an die Erfordernisse angepassten Analgesie, die auch im Gesetzentwurf der Bundesregierung verankert ist. Dies sollte auch für alle anderen schmerzhaften kleinen Eingriffe im Kindesalter selbstverständlich sein. Im Interesse des Kindeswohls bleibt hier noch viel zu tun.

Literatur beim Verfasser

Dr. med. Thomas Nowotny,
83071 Stephanskirchen

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