ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2013Mary-Claire King: Entdeckerin der BRCA1/2-Gene ausgezeichnet

PERSONALIEN

Mary-Claire King: Entdeckerin der BRCA1/2-Gene ausgezeichnet

Dtsch Arztebl 2013; 110(13): A-623 / B-553 / C-553

Siegmund-Schultze, Nicola

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Mary-Claire King,Foto: privat
Mary-Claire King,Foto: privat

Die Hauptrisikogene für Brust- und Eierstockkrebs sind BRCA1 und BRCA2: Mutationen in diesen Genen sind mit einem 80-prozentigen Lebenszeitrisiko für Mammakarzinome assoziiert, für Ovarialkarzinome liegt es bei 45 Prozent. Die Entdeckerin dieses Zusammenhangs, Prof. Dr. med. Mary-Claire King von der University of Washington, Seattle, hat den Paul-Ehrlich-Ludwig-Darmstaedter-Preis erhalten: Er ist mit 100 000 Euro dotiert.

Die Forschungsarbeiten der Genetikerin sind wegweisend für die klinische Onkologie: Sogenannte Loss-of-Function-Mutationen oder Deletionen in BRCA1/2 sind wesentliche Ursache für fünf bis zehn Prozent der Mamma- und zehn bis 15 Prozent der Ovarialkarzinome.

Anzeige

Seit dieser Erkenntnis seien Vorsorgeprogramme für betroffene Frauen aufgelegt worden, sagte der Stiftungsvorsitzende, Wilhelm Bender, bei der Preisverleihung in der Frankfurter Paulskirche. Eine Genanalyse bei entsprechender Familienanamnese macht eine differenzierte Krebsprävention möglich. Bei manifester Erkrankung ist der BRCA-Status mit unterschiedlichen Prognosen und möglicherweise unterschiedlichem Ansprechen auf Zytostatika assoziiert.

Mit ihrer Forschung habe King die Sicht auf große Volkskrankheiten radikal verändert, begründete der Stiftungsrat die Wahl der Preisträgerin. Sie habe auch forensische Methoden weiterentwickelt und zur Identifizierung von Menschenrechtsopfern beigetragen.

Mary-Claire King ist 67 Jahre alt und stammt aus Chicago. Sie hat zunächst Mathematik und dann Medizin studiert. Nicola Siegmund-Schultze

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema