ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2013Pflegekammern: Pflege hat keine Lobby
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. . . Die Pflegemitarbeiter, die ich kenne, sehen die sich verschlechternden Arbeitsbedingungen als Hauptproblem an. Von Relevanz sind nicht die politischen „Pro und Kontras“ bezüglich Pflegekammern oder die Argumente vermeintlicher Gegner dieser vorgeschlagenen Institution, sondern die Tatsache, dass Pflege aktuell keine Lobby hat. Verträge werden nach Belieben gestaltet und – wie in meinem Bereich – grundlos nicht verlängert, obwohl ein offensichtlicher Mangel in der Zahl der Pflegemitarbeiter besteht. Krankenhäuser sanieren sich weiter über Arbeitsverdichtung, anstelle Synergien im Bereich der Verwaltungen zu suchen. Es geht mir nicht um ein generöses „Verständnis für das Anliegen der Pflege“, sondern um eine funktionierende Zusammenarbeit zwischen Ärzteschaft und Pflege. Diese Zusammenarbeit determiniert in erster Linie den Erfolg ärztlicher Tätigkeit, und dies wird immer dann offenkundig, wenn es Probleme im Bereich der Pflege gibt. Es geht weiter um die Schaffung beziehungsweise Wahrung von Standards in der Pflege, die letztlich sowohl Patienten als auch Pflegenden zugutekommen. Diese Aufgabe wird meines Erachtens derzeit durch keine Institution hinreichend erfüllt.

Analogie-Beispiele wie die für Ärzte und Rechtsanwälte unterscheiden sich in Bezug auf Verhaltenskodex oder die Notwendigkeit einer Berufsordnung von denen der Pflegenden nicht, nur im Gehalt.

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Pflegekammern können helfen, Missstände, die an Ausbeutung erinnern, im ambulanten und stationären Bereich erstmalig aufzuklären und zu beenden . . .

Dr. Rainer Pliquett, 06120 Halle

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