ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2013Krankenhausgipfel: Einseitig
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Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) wollte mit der Veranstaltung in Berlin besonders die Bundespolitik beziehungsweise Gesundheitspolitiker in Regierung und Bundestag auf die zunehmenden Finanzierungsprobleme vieler Krankenhäuser aufmerksam machen. Das war löblich, konnte aber nur begrenzt funktionieren, weil zwei der wesentlichsten Akteure des Gesundheitswesens von vornherein ausgespart blieben. Denn offensichtlich waren die gesetzlichen Krankenkassen und die Bundesländer von der DKG nicht eingeladen worden. Ebenso fiel auf, dass kein Krankenhausträger aus den neuen Bundesländern zu Wort kam. Leider war nicht zu erkennen, wie es finanziell um die privatrechtlich organisierten, stark gewinnorientierten Krankenhausketten von Helios, Rhön, Sana oder Asklepios steht. Von dort kamen weder Rede- noch Diskussionsbeiträge. Wechselseitige Übernahmestrategien sprechen nicht gerade für finanzielle Nöte. Fühlten sie sich nicht angesprochen, oder wurden sie nicht angesprochen? Jedenfalls scheint es auch kräftige Verteilungsprobleme zu geben. Leider litt die Veranstaltung auch unter der Niveaulosigkeit einiger – zugegeben weniger – Teilnehmer. Diese fühlten sich bemüßigt, schon zu Beginn der Rede der Parlamentarischen Staatssekretärin Widmann-Mauz mit „Buh“-Rufen loszulegen, wohl um mangelnde Dialogbereitschaft und -fähigkeit zu demonstrieren. Eine schwache Moderatorin, die irgendwann aus dem Arztberuf in den Journalismus abgedriftet ist, tat ein Übriges. Der Arztberuf erzeugt nicht automatisch Kompetenz auf dem schwierigen Feld der Gesundheitspolitik.

Prof. Dr. med. Christian Zippel, 13156 Berlin

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