ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2013Fehlerhafte Methode im Studiendesign
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Im Artikel fällt auf, dass ein Arzt-Patienten-Kontakt dann angenommen wurde, wenn mindestens eine Gebührenposition für Ärzte gefunden wurde, die einen persönlichen Arzt-Patient-Kontakt zwingend voraussetzt. Grundlage sei der am 1. April 2005 eingeführte Einheitliche Bewertungsmaßstab 2000plus.

Dieser bildet bei nicht chronisch kranken Patienten jedoch lediglich den Erstkontakt ab. Für chronisch kranke Patienten steht eine weitere Ziffer zur Verfügung. Spätestens der dritte Kontakt bleibt jedoch, bis auf die wenigen Fälle, in denen überhaupt noch eine Ziffer zur Abbildung der Leistung vorhanden ist, nicht abbildbar. Beispielsweise steht für die Durchführung eines EKGs keine Ziffer mehr zur Verfügung. Auch eine zweite Wundversorgung, ein zweites Gespräch ohne psychosomatischen Hintergrund, eine Kontrolle allein mit klinischer Untersuchung ohne „Apparatemedizin“ ist nicht mittels Abrechnungsziffern darstellbar im EBM 2000plus. Ein Vergleich mit den Daten aus 1996, als noch jeder Kontakt abbildbar war, ist somit nicht möglich.

Auf Grund dieser schwerwiegenden methodischen Schwäche, scheint mir der Aussagewert der Arbeit fragwürdig.

DOI: 10.3238/arztebl.2013.0254a

Dr. med. Kirsten Bogusch, Urbach, kirsten@bogusch.info

1.
Hauswaldt J, Hummers-Pradier E, Junius-Walker U: Health service use among patients with chronic or multiple illnesses, and frequent attenders—secondary analysis of routine primary care data from 1996 to 2006. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(47): 814–20 VOLLTEXT
1.Hauswaldt J, Hummers-Pradier E, Junius-Walker U: Health service use among patients with chronic or multiple illnesses, and frequent attenders—secondary analysis of routine primary care data from 1996 to 2006. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(47): 814–20 VOLLTEXT

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