ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSSUPPLEMENT: PRAXiS 2/2013Qualitätssicherung: Qualität dokumentieren – aber einfach

SUPPLEMENT: PRAXiS

Qualitätssicherung: Qualität dokumentieren – aber einfach

Dtsch Arztebl 2013; 110(14): [4]

Hillienhof, Arne

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Foto: iStockphoto
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Das Online-Portal eDoku vereinfacht die elektronische Dokumentation, die bei immer mehr ärztlichen Leistungen wegen der Qualitätssicherung Pflicht ist.

Qualitätssicherung spielt in der ambulanten Medizin eine zentrale Rolle, das ist in jedem Qualitätsbericht der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) nachzulesen. Immer wichtiger wird dabei die Dokumentation definierter medizinischer Daten, die Ärzte elektronisch an ihre KV übermitteln. Diese Daten sind Grundlage für die Qualitätsmessung und für Rückmeldeberichte an die Vertragsärzte. Die ersten Bereiche, die eine solche elektronische Dokumentation vorsahen, waren Disease-Management-Programme und die Früherkennungskoloskopie. Die Hersteller von Praxissoftwaresystemen haben die vorgeschriebenen Dokumentationsbögen rasch in ihre Programme integriert, die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat sie zertifiziert. Mittlerweile gibt es aber immer mehr Qualitäts­sicherungs­ver­ein­barungen auch für Leistungsbereiche, die nur wenige Vertragsärzte betreffen. Ständig jeweils eigene Dokumentationslösungen hierfür zu entwickeln, ist für die Softwarehäuser nicht wirtschaftlich.

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An dieser Stelle kommt eDoku ins Spiel: In dem Online-Portal können Ärzte und Psychotherapeuten die Dokumentation erledigen, speichern, an die KV schicken und jederzeit wieder einsehen. Im Online-Portal hinterlegte sogenannte Plausibilisierungen helfen bei der Erfassung der Daten. Außerdem: Die Nutzer erhalten auf Basis ihrer Angaben Auswertungen und Rückmeldeberichte, die sie für ihr Qualitätsmanagement in der Praxis nutzen können, Stichwort „kontinuierlicher Verbesserungsprozess“.

Derzeit steht eDoku für molekulargenetische Untersuchungen und die Evaluation der Sozialpsychiatrie-Vereinbarung zur Verfügung. Angebote für weitere Leistungen sind geplant, zum Beispiel für die Hörgeräteversorgung.

Stichwort Molekulargenetik

Seit Anfang 2011 gibt es im Einheitlichen Bewertungsmaßstab den Abschnitt 11.4 „Indikationsbezogene molekulargenetische Stufendiagnostik“. Ein wichtiger Bestandteil der begleitenden Qualitäts­sicherungs­ver­ein­barung ist eine betriebsstättenbezogene Jahresstatistik für die entsprechenden Leistungen. Ärzte, die molekulargenetische Untersuchungen bei monogenen Erkrankungen durchführen, sollen die Jahresstatistik elektronisch bei ihrer KV einreichen. Dort wird sie ausgewertet und die Ergebnisse in verschiedenen Berichten zusammengefasst. Der Arzt erhält einen Rückmeldebericht mit Auswertungsergebnissen für die gemeldeten Angaben zu seiner Betriebsstätte sowie – anonymisiert – mit Ergebnissen vergleichbarer Betriebsstätten.

Foto: Fotolia/THesIMPLIFY
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Stichwort Sozialpsychiatrie

In der Vereinbarung zur ambulanten sozialpsychiatrischen Behandlung von Kindern und Jugendlichen (SPV) haben KBV und Krankenkassen vereinbart, die Leistungen wissenschaftlich zu evaluieren. Die Datenerhebung zu dieser bundesweiten Evaluation beginnt 2013 und erstreckt sich – mit Unterbrechungen – bis Mitte 2014. Alle Ärzte, die Leistungen nach der SPV erbringen, sind verpflichtet, sich an der Evaluation zu beteiligen. Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung wird die Angaben zusammenführen und auswerten.

Die KBV betreibt das Portal als technischer Dienstleister für die KVen. Dort stößt das eDoku-Portal auf großes Interesse, die Mehrzahl der KVen hat die KBV beauftragt, das Portal auch für ihre Mitglieder anzubieten.

eDoku ist Anfang 2013 gestartet, die Rückmeldungen sind positiv: Die Nutzer bewerten das Dokumentationsportal als benutzerfreundlich und einfach. Dieser reibungslose Start ist auch darauf zurückzuführen, dass etliche engagierte Vertragsärzte das Portal bereits im Oktober kritisch getestet haben.

Sicherheit: Die Daten sind sensibel – sind sie bei eDoku sicher? Der Zugang zum neuen Online-Portal erfolgt über das KV-SafeNet oder das sogenannte KV-FlexNet, das einige KVen alternativ anbieten. Beide Zugänge gewährleisten eine sichere Verbindung zur KV.

Technische Voraussetzungen der Praxis: Neben dem KV-SafeNet beziehungsweise KV-FlexNet-Zugang sind die technischen Voraussetzungen sehr überschaubar und in den meisten Fällen ohnehin Teil der technischen Praxisausstattung: Ein PC mit Microsoft Windows (2000, XP, Vista oder Version 7), MAC OS X oder Linux. Mögliche Browser sind der MS Internet Explorer 8 und höher, Firefox ab 12.0, Google Chrome 19 und höher oder Apple Safari ab 5.1.7. Zudem sollte ein Monitor ab 15 Zoll verwendet werden.

Anmeldung: Eine Innovation von eDoku ist der flächendeckende Einsatz des sogenannten Federal Identity Managements der KVen. Das bedeutet, dass ein Arzt zur Anmeldung am Portal grundsätzlich die Benutzerkennung verwenden kann, die er für alle Online-Angebote seiner KV nutzt. Zum Portal selbst gelangen die Nutzer über die Internetseite ihrer KV.

Dokumentation über die Praxissoftware: eDoku bietet hierfür eine Schnittstelle an. Wenn Praxissoftwaresysteme die Dokumentationsbögen integrieren, können sie die Daten direkt an das Dokumentationsportal der KBV übertragen. Einige Softwareanbieter haben bereits signalisiert, diese Möglichkeit umzusetzen. Es ist dann keine parallele Dokumentation in mehreren Softwaresystemen nötig.

eDoku der KV Hessen: Das Angebot der KV Hessen heißt nur zufällig ähnlich. Die KV bietet in ihrem Angebot die Dokumentation für die Früherkennungskoloskopie, für das Hautkrebsscreening, die Diabetes-Versorgung, ambulantes Operieren und die Qualitätssicherung bei der Zervix-Zytologie an. Dies hat mit dem neuen eDoku-Portal der KBV und der KVen nichts zu tun. Dr. med. Arne Hillienhof

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