ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSSUPPLEMENT: PRAXiS 2/2013Chirurgen profitieren von 3-D-Bildschirmtechnik

SUPPLEMENT: PRAXiS

Chirurgen profitieren von 3-D-Bildschirmtechnik

Dtsch Arztebl 2013; 110(14): [3]

EB

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Eine Chirurgin übt, ohne direkten Blick eine Wunde zu nähen. Mit 3-D-Bildschirmen geht das effizienter. Foto: Fraunhofer HHI
Eine Chirurgin übt, ohne direkten Blick eine Wunde zu nähen. Mit 3-D-Bildschirmen geht das effizienter. Foto: Fraunhofer HHI
  • Selbst erfahrene Mediziner können von der 3-D-Technologie profitieren. Das hat eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut HHI in Berlin, und des Münchener Klinikums rechts der Isar ergeben. Verbesserte Brillen und Bildschirme brachten im praktischen Test die Vorteile, die bisher für 3-D in der Medizintechnik nur theoretisch nachgewiesen werden konnten. Auch die brillenlosen Systeme kamen bei den etwa 50 beteiligten Chirurgen gut an. Dies werde der 3-D-Technik im Operationssaal weiteren Schub verleihen, erklärte Dr. Ulrich Leiner, Abteilungsleiter Interactive Media – Human Factors am HHI. Denn gerade Ärzte hätten Brillen oft als störend empfunden. Den Hintergrund für die Studie in der chirurgischen Klinik bilden die Technologiesprünge in der 3-D-Bildschirmtechnik: Inzwischen sind auch für den medizinischen Einsatz 4K-Modelle erhältlich, die eine vierfache HD-Auflösung bieten.

Die Probanden mussten einen Parcours durchlaufen, der aus vier unterschiedlichen Bildschirmsystemen bestand: 2-D, 3-D mit und ohne Brille sowie einer Spiegelapparatur, die als „ideales“ 3-D-Referenzmodell fungierte. Die Bilder lieferten dabei endoskopische Kameras, die die Ärzte während eines nachempfundenen chirurgischen Routineeingriffs verwendeten. Die Ärzte mussten eine Wunde in einem Bauchhöhlenmodell mit zehn Stichen zunähen. Der direkte Blick auf die Hände war dabei – wie bei einem minimal-invasiven Eingriff – versperrt, die Ärzte also auf einen Bildschirm angewiesen. Der Studie zufolge verringerte sich mit dem brillenbasierten 3-D-System die Dauer der Prozedur um mehr als 15 Prozent. Auch die Präzision nahm deutlich zu. Die Handbewegungen waren zielgerichteter als beim 2-D-Modell.

Das brillenlose Modell wurde von den Probanden ähnlich gut eingeschätzt wie 2-D. Die zugrunde liegende Technik, das „Eye-tracking“, wollen die Forscher jetzt weiter optimieren. Dabei nehmen Kameras durch Blickverfolgung die exakte Position beider Augen auf. Jedes Auge sieht dadurch ein separates Bild. Der 3-D-Effekt stellt sich so ohne Brille ein. EB

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