PHARMA

Kurz informiert

Dtsch Arztebl 2013; 110(14): A-677

EB

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Rote-Hand-Brief warnt vor schwerer Hypokalzämie mit tödlichem Verlauf unter Mimpara®Mimpara mit dem Wirkstoff Cinacalcet (Amgen) ist unter anderem zur Behandlung des sekundären Hyperparathyreoidismus bei dialysepflichtigen, erwachsenen Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz zugelassen. In einer klinischen Studie bei Kindern und Jugendlichen trat bei einem mit Cinacalcet behandelten Patienten eine schwere Hypokalzämie mit tödlichem Verlauf auf. Amgen weist in einem Rote-Hand-Brief ausdrücklich darauf hin, dass Mimpara nicht zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen zugelassen ist. Zudem müssten Patienten sorgfältig hinsichtlich des Auftretens einer Hypokalzämie überwacht werden, da Cinacalcet die Serumcalciumspiegel senkt.

Aufruf zur Meldung von schweren hämolytischen Reaktionen nach i.v.-Gabe von Immunglobulinen – Zu den seltenen Nebenwirkungen von intravenösen Immunglobulinen (IVIG) zählen reversible hämolytische Reaktionen. Diese werden vermutlich ausgelöst durch Antikörper gegen Blutgruppenantigene (Isoagglutinine), die in den IVIG-Präparaten enthalten sein können. Verdachtsfälle sollten gut dokumentiert und zeitnah an das Paul-Ehrlich-Institut oder die Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft gemeldet werden. Folgende Prädisposition und Risikofaktoren können eine hämolytische Reaktion begünstigen:

  • Blutgruppe der behandelten Patienten: A, B oder AB,
  • höhere Einzel- oder Kumulativdosis des IVIG (> 1 g pro kg Körpergewicht innerhalb von 1–5 aufeinanderfolgenden Tagen),
  • gleichzeitige Aktivierung des Immunsystems (zum Beispiel akute oder chronische Entzündung, Transplantation).

Einige Autoren empfehlen, bei Risikopatienten IVIG-Chargen mit einem Anti-A-Titer > 1 : 16 nicht zu verwenden und die Verträglichkeit einzelner Chargen mittels Cross-match zu testen. Insbesondere bei Vorliegen von Risikofaktoren sollte auf mögliche klinische Zeichen einer hämolytischen Anämie geachtet werden (Müdigkeit, Schwäche, Schwindel, Kopfschmerzen, Herzrasen, Ohrensausen, Atemnot oder Ikterus) sowie auf laborchemische (Anstieg der LDH und des indirekten Bilirubins, Abfall von Hämoglobin und Haptoglobin) und hämatologische Zeichen (zum Beispiel Retikulozytose, Coombs-Test positiv).

Anzeige

Broschüre zu chronischen Schmerzen – Mit einem individuell auf den Patienten abgestimmten Behandlungskonzept können chronische Schmerzen in den meisten Fällen deutlich gelindert werden. Wie ein solches Behandlungskonzept aussehen kann, erklärt die Broschüre „Chronischer Schmerz im Alter“ der Deutschen Seniorenliga. Neben umfassenden Informationen zu Schmerzarten, Diagnosemethoden sowie medikamentösen und nichtmedikamentösen Therapien hält der Ratgeber auch zahlreiche praktische Tipps für den Alltag bereit.

Die Broschüre kann kostenfrei per Post, telefonisch oder im Internet bestellt werden: DSL e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn; Bestellhotline: 01805-001 905; www.dsl-chronische-schmerzen.de.

Postmenopausale Hormontherapie mit Naemis® Mit Naemis (Teva) steht erstmals eine sequenzielle Hormontherapie mit einer Kombination aus einem körperidentischen Östrogen und dem neuen Gestagen Nomac (Nomegestrolacetat) zur Verfügung. Zur Therapie von klimakterischen Beschwerden wird in den ersten zehn Tagen 17-β-Estradiol eingenommen. Danach folgt eine zweiwöchige Phase, in der dem Östrogen noch das Nomac-Gestagen (Nomegestrolacetat) beigefügt wird. In der viertägigen Einnahmepause erfolgt dann eine Blutung.

Basalinsulin Tresiba® zur Behandlung von Typ-1- und Typ-2-Diabetes – Die Europäische Kommission hat Insulin degludec (Tresiba, Novo Nordisk) zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 zugelassen. Insulin degludec unterscheidet sich in seiner Primärstruktur nur wenig von Humaninsulin. Nur die letzte Aminosäure der B-Kette, Threonin, fehlt. Stattdessen wurde eine C16-Fettsäure angehängt. Dadurch werden eine gleichförmige langsame Freisetzung und eine Wirkdauer von mehr als 42 Stunden erreicht.

Humira® mit dünnerer Nadel und latexfrei – Der TNF-alpha-Blocker Humira (Wirkstoff: Adalimumab) des Unternehmens AbbVie ist jetzt mit dünnerer Nadel und in latexfreier Ausführung sowohl für die Fertigspritze als auch den Pen erhältlich.

Prezista® 800 mg für einmal tägliche Dosierung – Der Proteaseinhibitor Darunavir (Prezista, Janssen-Cilag) steht als 800-mg-Tablette zur Verfügung. Damit sinkt die Tablettenzahl für viele Patienten auf eine Darunavir-Tablette plus eine Tablette Ritonavir pro Tag, was die Adhärenz fördert.

Hämophilie-B-Therapie – Pfizer stellt sein Präparat BeneFIX® (Nonacog alfa) in höherer Dosierung zu 3 000 I.E. zur Verfügung. Hämophiliepatienten können daher ihre Therapie flexibler gestalten und benötigen weniger Durchstechflaschen für die Herstellung der einzelnen Infusionen. EB

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema