ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2013KBV-Umfrage zum Sicherstellungsauftrag: Viele Tausend Hinweise

POLITIK

KBV-Umfrage zum Sicherstellungsauftrag: Viele Tausend Hinweise

Dtsch Arztebl 2013; 110(14): A-650

Maus, Josef

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Ärzte nutzten die KBV-Umfrage auch für ausformulierte Anregungen und Kritik. Die KBV hat dies ausgewertet.

Rund 80 000 Ärzte und Psychotherapeuten haben sich insgesamt an der Befragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zum Sicherstellungsauftrag beteiligt, 20 000 davon haben das Angebot genutzt, „weitere Anmerkungen“ in offenen Textfeldern zu notieren. Die Auswertung dieser Meinungsäußerungen bestätigte einerseits die großen Trends der bereits vorher analysierten Fragebogenauswertung. Andererseits erhielt die KBV Zehntausende konkrete Hinweise, Vorschläge und kritische Bemerkungen zum Versorgungssystem. Am häufigsten genannt wurde der Wunsch nach einem gerechteren Vergütungssystem, die Honorare sollten nicht nur angemessen sein, sondern auch gerechter zwischen den Fachgruppen verteilt werden. Zu starke Pauschalierungen lehnen die Ärzte als leistungsfeindlich ab. Die Vergütung soll „verlässlich kalkulierbar“ sein, Mengensteuerungen empfinden viele als Motivationskiller.

Mit 20 Prozent sind kritische Anmerkungen zum KV-System die zweithäufigsten Nennungen, weitere zwölf Prozent üben Kritik an den kassenärztlichen Körperschaften. Die Ärzte wünschen sich zwar eine bessere Interessenvertretung durch die KBV und die KVen, sehen aber im Körperschaftsstatus eine Fessel, die dem Ganzen enge Grenzen setzt. Neben der Kritik haben zahlreiche Ärzte unter diesem Punkt aber auch Wünsche und Erwartungen an die KBV formuliert.

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Häufig genannt wurden Forderungen nach mehr Therapiefreiheit und die Reduzierung von Überregulierung. Viele Ärzte wenden sich gegen die „penetranten“ und „aggressiven Einmischungen“ der Krankenkassen in die Behandlungsabläufe. Die Ärzte fühlen sich drangsaliert und verfolgen die „zunehmende Machtfülle der Kassen“ mit Sorge.

Letztlich kommt in den ausformulierten Antworten die Befürchtung der Ärzte und Psychotherapeuten zum Ausdruck, dass sie unter den gegenwärtigen Bedingungen ihre Patienten nicht auf Dauer gut behandeln werden können. Ein Zitat aus den Freitextfeldern: „Die ärztliche Arbeit ist wunderbar. Katastrophal sind die ausufernde Bürokratie sowie die Angst vor Regressen.“

Die KBV-Vorstände Dr. med. Andreas Köhler und Regina Feldmann haben sich mit einem im Deutschen Ärzteblatt beigelegten Brief an die Niedergelassenen für die große Resonanz auf die Umfrage bedankt.

Josef Maus

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