ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2013Ingrid Fischbach: Engagement für die vertrauliche Geburt

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Ingrid Fischbach: Engagement für die vertrauliche Geburt

Dtsch Arztebl 2013; 110(14): A-673 / B-593 / C-593

Rieser, Sabine

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Nicht alle Politiker geben es zu, wenn sie ihre Meinung geändert haben. Ingrid Fischbach schon: Die stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag hat heute eine andere Einstellung zu Babyklappen und anonymer Geburt als früher. „Zu Beginn der Diskussion, vor etwa 13 Jahren, habe ich argumentiert: Wenn die Babyklappe auch nur ein Menschenleben rettet, dann hat es sich gelohnt“, sagte sie dem Deutschen Ärzteblatt.

Ingrid Fischbach, Foto: CDU CSU/Laurence Chaperon
Ingrid Fischbach, Foto: CDU CSU/Laurence Chaperon

Studien des Deutschen Jugendinstituts hätten aber gezeigt, dass durch Babyklappen die Zahl der Kindstötungen nicht gesunken sei und das Angebot zu Missbrauch führe. Deshalb spricht sich Fischbach seit längerem für eine andere Lösung aus: die vertrauliche Geburt. Babyklappen und Anonymität auf Dauer zuzulassen, das sind für sie keine Lösungen mehr.

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Mitte März zeigte ihre Ausdauer und die anderer Parlamentarier Erfolg. Das Kabinett segnete den von Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin Kristina Schröder vorgelegten Entwurf zur vertraulichen Geburt ab. In Zukunft sollen Mütter ihre Kinder anonym zur Welt bringen und zur Adoption freigeben können. Gleichzeitig dürften Kinder vom 16. Lebensjahr an in Erfahrung bringen, wer ihre Mütter sind. Auch soll es viel mehr niedrigschwellige Hilfs- und Infoangebote rund um das Thema vertrauliche Geburt geben. Gleichwohl: Babyklappen werden nicht verboten. Ob ein Gesetz in dieser Legislaturperiode noch gelingen kann? „Ich bin fest davon überzeugt“, sagt Fischbach. Sabine Rieser

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