ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2013Frühe Nutzenbewertung: IQWiG widerspricht Onkologen

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Frühe Nutzenbewertung: IQWiG widerspricht Onkologen

Dtsch Arztebl 2013; 110(14): A-637 / B-565 / C-565

Hillienhof, Arne

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Mit einem offenen Brief hat sich das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) an die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) gewandt und Aussagen der Fachgesellschaft zurückgewiesen. „Wir stimmen völlig mit Ihnen überein, dass die Bewertung eines Onkologikums nicht allein von einer möglichen Verlängerung der Überlebenszeit abhängig gemacht werden sollte. Nicht nachvollziehbar ist für uns daher die Behauptung, das IQWiG berücksichtige bei seiner Bewertung Morbidität, Lebensqualität und Nebenwirkungen nur formal“, heißt es in dem Brief.

Das IQWiG bezieht sich auf eine Presseveröffentlichung der DGHO vom 8. März. Die Fachgesellschaft fordert darin, patientenbezogene Parameter wie die Lebensqualität bei der Bewertung von Arzneimitteln stärker zu berücksichtigen. Bei der Beurteilung neuer Arzneimittel in der Hämatologie und Onkologie dürfe die Bewertung nicht allein von einer möglichen Verlängerung der Überlebenszeit abhängen, so die DGHO in der Veröffentlichung.

„Es gibt keine einzige Dossierbewertung zu Onkologika, in der nicht diese Endpunkte einer aufmerksamen inhaltlichen Bewertung unterzogen worden wären“, erklärt das IQWiG. In die Bewertung von Abirateron für Patienten mit Prostatakarzinom seien Symptome wie Schmerz oder skelettale Ereignisse eingegangen. In den Studien zu Ipilimumab und Vemurafenib mit Patienten mit Melanom habe das IQWiG die gesundheitsbezogene Lebensqualität einbezogen. hil

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