ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2013Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

KULTUR

Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

Dtsch Arztebl 2013; 110(14): A-676 / B-596 / C-596

Schuchart, Sabine

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Spannende und emotional berührende Thriller stehen im April auf dem Programm – das Deutsche Ärzteblatt stellt eine Auswahl sehenswerter Premieren vor.

DRAMA

Ab 4. April:

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An Enemy To Die For

Foto: MFA
Foto: MFA

Im Herbst 1939 schicken die Deutschen eine internationale Expedition zum Nordpol. An Bord des Schiffs: Expeditionsleiter Friedrich (Axel Prahl) und seine Assistentin Leni (Jeanette Hain, Foto), außerdem: zwei englische und ein schwedischer Wissenschaftler sowie der norwegische Schiffskapitän mit seiner russischen Mannschaft. Sie sollen Beweise für die Theorie finden, dass alle Kontinente ursprünglich miteinander verbunden waren. Trotz der gemeinsamen Begeisterung für die Wissenschaft sind die persönlichen Beziehungen aufgrund der politischen Lage bald angespannt. Die Situation eskaliert, als der Krieg ausbricht und Friedrich den Auftrag erhält, aktiv ins militärische Geschehen einzugreifen. Spannender Historienfilm mit einer glänzenden Schauspielerriege.

Schweden u. a. 2012, 107 Min. (FSK: 12)

Ab 11. April:

Ginger & Rosa

Die Britin Sally Potter inszenierte das ebenso sensible wie poetische Coming-of-Age-Drama – und zeichnete damit zugleich ein großartig pointiertes Bild des Londons der Swinging Sixties. Ginger (Elle Fanning) und Rosa (Alice Englert) sind beste Freundinnen. Sie rebellieren gegen ihre Eltern und träumen davon, frei zu sein. Dennoch bewundert Ginger ihren Vater Roland (Alessandro Nivola), einen linken Freidenker, und fühlt sich wohl im Kreis seiner pazifistischen Freunde (Annette Bening, Timothy Spall, Oliver Platt). Sie ahnt noch nicht, dass sich ihre Freundin Rosa auf ein gefährliches Spiel mit Roland eingelassen hat.

Großbritannien u. a., 90 Min.

Ab 18. April:

Bastard

Prädikat „Besonders wertvoll“ für diesen dämonischen Psychothriller: Der neunjährige Nikolas ist spurlos verschwunden. Als eiskalt operierende Entführer offenbaren sich der 14-jährige Leon und seine gleichaltrige Komplizin Mathilda, die die Eltern von Nikolas zu einem perfiden Psychospiel zwingen. Um den Jungen zu retten, muss die kinderscheue Kriminalpsychologin Claudia Meinert (Martina Gedeck) die dunklen Geheimnisse in der Familie des Vermissten aufdecken.

Deutschland 2012, 127 Min. (FSK: 12)

Ab 24. April:

Side Effects

Martin Taylor (Channing Tatum) und seine Frau Emily (Rooney Mara) sind reich und glücklich, bis der junge Broker wegen Insiderhandels ins Gefängnis muss. Die labile Emily verfällt in Depressionen, die sich nach Martins Haftentlassung noch verschlimmern. In Absprache mit Emilys früherer Ärztin Victoria Siebert (Catherine Zeta-Jones) behandelt sie der ehrgeizige Psychiater Jonathan Banks (Jude Law) mit einem neuen Medikament, das starke Nebenwirkungen hat. Gut recherchierter Thriller von Steven Soderbergh, der zeigt, wohin der Missbrauch von Psychopharmaka führen kann.

USA 2013, 106 Min.

Tragikomödie

Ab 18. April:

Das Leben ist nichts für Feiglinge

In seiner Verfilmung des gleichnamigen Romans von Gernot Gricksch schafft André Erkau die Gratwanderung, mit Humor und Tiefgang unseren Umgang mit dem Sterben zu thematisieren. Ein junger Vater (Wotan Wilke Möhring) verkraftet den Tod seiner Frau nicht, seine 15-jährige Tochter (Helen Woigk) brennt nach Dänemark durch, die Großmutter (Christine Schorn) verschweigt ihre Krebserkrankung und erhält neuen Lebensmut durch eine unkonventionelle Pflegerin.

Deutschland 2012, 97 Min. (FSK: 12)

Dokumentation

Ab 18. April:

You Drive Me Crazy

Ein Dokumentarfilm, der zugleich eine witzige Komödie ist: Drei Auswanderer bereiten sich in einem fremden Land auf die Führerscheinprüfung vor. In Tokio, München und Mumbai müssen ein Amerikaner, eine Deutsche und eine Südkoreanerin die Lizenz neu erwerben – und erleben dabei einen kulturellen Clash, der seine Komik aus der feinen Beobachtung der Mentalitätsunterschiede bezieht.

Japan, Indien, Deutschland 2012, 84 Min.

Sabine Schuchart

DVD-Tipp

Vordenker und Provokateur

Der französische Psychiater und Psychoanalytiker Jacques Lacan (1901–1981) erlangte durch seine Neuinterpretation der Lehren Freuds internationale Bekanntheit. Insbesondere wegen seiner unorthodoxen Behandlungsmethoden war der aus katholisch-bürgerlichem Milieu stammende, als exzentrisch geltende Wissenschaftler aber auch umstritten. Die französische Psychoanalytikerin Elisabeth Roudinesco, eine der führenden Historikerinnen der Psychoanalyse, und Regisseurin Elisabeth Kapnist haben die Biografie und konzeptuelle Überlegungen Lacans zu einem spannenden Feature verwoben. Zu Wort kommen Lacan-Kenner wie Jacques Derrida. Der zweite Teil der DVD gibt Gelegenheit, dem ebenso faszinierenden wie provokanten Psychoanalytiker zu begegnen: Er enthält sein einziges TV-Interview von 1972 und den Mitschnitt eines Vortrags an der belgischen Universität Leuven.

„Jacques Lacan. Die neu erfundene Psychoanalyse“, 120 Min., Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch; Absolut Medien, Bestellnr. 4005; 14,90 Euro (Erscheinungstermin: 31. März).

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