ArchivDeutsches Ärzteblatt PP4/2013Randnotiz: Streitpunkt Ärztemangel

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Randnotiz: Streitpunkt Ärztemangel

PP 12, Ausgabe April 2013, Seite 149

Hibbeler, Birgit

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Haben wir in Deutschland zu wenige Ärzte? „Klar“, sagen die Klinikchefs, die ihre Stellen nicht besetzt bekommen. „Nein, die Ärzte sind nur falsch verteilt“, sagen Vertreter von Krankenkassen. Doch nicht nur in diesem Punkt scheiden sich die Geister. Geht man einmal vernünftigerweise davon aus, dass es einen Ärztemangel gibt, stellt sich die Frage: Was kann man gegen ihn tun?

Mindestens zehn Prozent mehr Medizinstudierende – das fordert der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). „Die Zahl der jungen Leute, die wir ausbilden, ist angesichts des anstehenden Generationenwechsels in der Ärzteschaft nicht ausreichend“, sagte Alfred Dänzer. Schon heute gebe es 6 000 unbesetzte Arztstellen in den Kliniken. Für die Universitäten stellt sich die Situation etwas anders dar. Sie weisen darauf hin: Die Zahl der Ärzte steigt. Tatsächlich gab es 2011 rund 342 000 berufstätige Ärztinnen und Ärzte – 2,5 Prozent mehr als 2010.

Beim Thema Ärztemangel meldet sich jeder gerne zu Wort – vor allem, um darauf hinzuweisen, dass andere endlich aktiv werden müssen. Dabei gäbe es gerade für die Krankenhäuser einige Hausaufgaben zu erledigen. Was kann man tun, damit Ärzte den Spaß an ihrer Arbeit behalten und nicht nach wenigen Monaten Berufsleben frustriert sind? Wie verhindert man, dass sie ins Ausland abwandern – statt mit großem Aufwand ausländische Ärzte nach Deutschland zu holen? Was kann man tun, damit die „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ nicht nur eine Floskel ist und mehr junge Mütter (die das wollen) Vollzeit arbeiten? Wenn die DKG diese Fragen beantwortet hat, darf man gespannt auf Vorschläge zum Studium sein.

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