ArchivDeutsches Ärzteblatt PP4/2013Moderne Technologien: Überlastung beeinträchtigt das Wohlbefinden

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Moderne Technologien: Überlastung beeinträchtigt das Wohlbefinden

PP 12, Ausgabe April 2013, Seite 183

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Zu viele Informationen und Reize können zum Gefühl der Überlastung führen. Die Psychologen Shalini Misra und Daniel Stokols von der University of California (USA) fragten im Rahmen zweier Online-Befragungen mit 484 Studierenden nach den Reaktionen auf verschiedene Faktoren, die zu mentaler und psychischer Überlastung führen können und das Gefühl vermitteln, sie nicht mehr auswerten und verarbeiten oder sinnvoll nutzen zu können. Dazu zählten Informationen und Reize einerseits durch neue Technologien (zum Beispiel Internet, Handys, Laptops, Computer), andererseits durch die natürliche Umwelt (Abgase, Verkehrslärm, Gedränge). Wie sich herausstellte, konnten die Probanden Reize aus der physikalischen Umwelt wesentlich besser verarbeiten und verkraften als aus der Cyberwelt. „Sie reagierten auf zu viele E-Mails, Anrufe, SMS und andere, durch moderne Technologien erzeugte Informationen mit Stress und vermehrten gesundheitlichen Beschwerden“, berichten die Autoren. Außerdem verbrachten die Probanden weniger Zeit mit erholsamen Aktivitäten und klagten über ein geringes Wohlbefinden.

Die Wissenschaftler vermuteten, dass viele Menschen noch keine Anpassungsstrategien an die neuen Technologien entwickelt haben. Sie können sie nicht dosieren und setzen sich ihnen ungeschützt aus, so dass es hierdurch wesentlich schneller zu Überforderung und Überlastung kommt als bei altbekannten Stressfaktoren wie etwa Straßenlärm. Um sich vor Überlastung zu schützen, schlagen sie vor, sich zum Beispiel am Arbeitsplatz weniger von neuen Technologien ablenken oder bei einer Tätigkeit unterbrechen zu lassen und die Informationsflut mit entsprechenden Maßnahmen einzudämmen. Ein weiterer Vorschlag bezieht sich darauf, sich regelmäßig Ruhezeiten zu nehmen, in denen alle Geräte ignoriert oder abgeschaltet werden. ms

Misra S, Stokols D: Psychological and health outcomes of perceived information overload. Environment and Behavior 2012; 44(6): 737–59.

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