ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2013Randnotiz: Pfundsgeschäft

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Randnotiz: Pfundsgeschäft

Dtsch Arztebl 2013; 110(15): A-691 / B-607 / C-607

Korzilius, Heike

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Der Frühling kommt und mit ihm, wie jedes Jahr, die Diätratgeber. Vorher-nachher-Fotos prangen von Zeitschriftentiteln, sogenannte Ernährungsexperten werben für die LowCarb, LowFat oder Steinzeitdiät, für Trennkost, Weight Watchers oder Hollywood-Diät. Hauptsache, die Pfunde purzeln schnell. Wurde vor Jahren noch ausschließlich von Frauen auf die Bikinifigur hingehungert, müssen inzwischen auch die Männer ran: Da geht es um den Waschbrettbauch. Es wird gefastet, ohne – das ist wichtig – auf Genuss zu verzichten, damit später nicht der üble Jo-Jo-Effekt zuschlägt. Trotzdem freuen sich die meisten während ihrer Askese schon auf den Tag, an dem sie endlich wieder „normal“ essen dürfen. Am Ende ist man einmal mehr mit dem Versuch gescheitert, erfolgreich abzunehmen, und hat womöglich auch noch Geld dafür bezahlt.

Denn dass sich nicht nur Sex, sondern auch Diät gut verkauft, belegt eine Analyse des Marketingportals Horizont. Danach erzielte der „Stern“ vom 21. Februar mit dem schlichten Titel „Diät“ die bislang besten Verkaufszahlen in diesem Jahr. Gut 260 000 Leser kauften diese Ausgabe, 22 000 mehr als in der Woche davor. Da hatte das Magazin mit dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI. aufgemacht.

Warum fällt man immer wieder auf neue Diättipps herein? Wahrscheinlich will man schlicht nicht sein Leben ändern und für das Traumgewicht auf Dauer nur noch wenig und das Richtige essen.

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Eine besondere „Der-Speck-muss-weg“-Motivation hat sich derweil Air Samoa für seine Passagiere einfallen lassen. Da Übergewicht auf der Südseeinsel weit verbreitet ist, berechnet die Fluggesellschaft den Ticketpreis künftig nach Körpergewicht. Und alle finden das gut.

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