ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2013Internistenkongress: Öko­nomi­sierung belastet Arzt-Patient-Beziehung

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Internistenkongress: Öko­nomi­sierung belastet Arzt-Patient-Beziehung

Dtsch Arztebl 2013; 110(15): A-691 / B-607 / C-607

Zylka-Menhorn, Vera; Siegmund-Schultze, Nicola

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Humanität, Wissenschaft und Verantwortung: Das sind die Grundpfeiler des täglichen ärztlichen Handelns und damit die Basis der Arzt-Patienten-Beziehung, welche durch die Öko­nomi­sierung der Medizin tiefgehend belastet wird. Das war eine zentrale Botschaft der Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM), Prof. Dr. med. Elisabeth Märker-Hermann, beim 119. Kongress der Fachgesellschaft in Wiesbaden.

„Die derzeitigen Vergütungs- und Erlössysteme bilden die beratende, betreuende, die menschliche Funktion des Arztes und das intensive Gespräch nicht ab, während technische Leistungen und kurze Verweildauern in den Krankenhäusern belohnt werden“, kritisierte Märker-Hermann. Anreizsysteme zur reinen Fallzahlsteigerung oder zur Steigerung finanziell lohnender Eingriffe aber ließen Zweifel an den lauteren Motiven des Behandlers aufkommen. „Die DGIM ist der Überzeugung, dass sich die Prinzipien ökonomischen Denkens und ärztlicher Fürsorge nicht ausschließen“, sagte sie. Gefördert werden müssten Anreizsysteme, um die Qualität der Versorgung zu erhöhen, zum Beispiel durch Verbesserung der Prozessabläufe und der Fehlerkultur, klinikinterne Strategien zur Vermeidung krankenhausassoziierter Infekte sowie berufsgruppenübergreifende Weiter- und Fortbildung.

Auch Bundes­ärzte­kammerpräsident Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery nahm Bezug auf falsche Anreize und das Thema Menschlichkeit und Verantwortung. Er verwies auf Unredlichkeiten in der Transplantationsmedizin: Es sei verantwortungslos, unter dem Deckmantel der Menschlichkeit gültige Regeln zu brechen. Dadurch sei nicht mehr Menschlichkeit entstanden, sondern eine unmenschliche Verschärfung des Organmangels. zyl/nsi

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