ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2013Feinstaub: Greenpeace warnt vor Kohlekraftwerken

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Feinstaub: Greenpeace warnt vor Kohlekraftwerken

Dtsch Arztebl 2013; 110(15): A-690 / B-606 / C-606

Hibbeler, Birgit

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Das Braunkohlekraftwerk Niederaußem in Nordrhein-Westfalen zählt für Greenpeace zu den schädlichsten. Foto: dapd
Das Braunkohlekraftwerk Niederaußem in Nordrhein-Westfalen zählt für Greenpeace zu den schädlichsten. Foto: dapd

Eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie hat eine Diskussion über die Gesundheitsgefahren durch Kohlekraftwerke ausgelöst. Der Untersuchung zufolge sollen 3 100 vorzeitige Todesfälle in Deutschland auf das Konto von solchen Kraftwerken gehen. Zu den vorzeitigen Todesfällen kommt laut Studie noch der Ausfall von etwa 700 000 Arbeitstagen durch Atemwegserkrankungen, Herzinfarkte und Lungenkrebs. Die dreckigsten Kraftwerke sind nach Angaben von Greenpeace die Braunkohleanlagen Jänschwalde in Brandenburg und Niederaußem in Nordrhein-Westfalen.

Grundlage für die Berechnungen sind Emissionsdaten aus dem Europäischen Schadstofffreisetzungs- und Verbringungsregister von 2010 und epidemiologische Studien zu den Gesundheitsfolgen von Feinstaub. Die Untersuchung stammt aus dem Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung der Universität Stuttgart.

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Vattenfall, einer der Betreiber, wies die Darstellungen zurück. In allen Kraftwerken des Unternehmens würden die vorgegebenen Emissionsgrenzwerte deutlich unterschritten. Das gelte für Stickoxide, Schwefeldioxid und Staub.

Der Pneumologe Prof. Dr. med. Tobias Welte, Medizinische Hochschule Hannover, hält die Debatte für zu plakativ. „Aus meiner Sicht stehen wir bei der Forschung zum Thema Feinstaub noch am Anfang – gerade bei den ultrafeinen Partikeln“, sagt er. „In dieser Situation über die Zahl vorzeitiger Todesfälle zu sprechen, halte ich für spekulativ und wenig wissenschaftlich.“ BH

@Kurzinterview mit Prof. Dr. Tobias Welte: www.aerzteblatt.de/53944

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