ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2013Hochschulmedizin: Schöne neue Welt
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Die Öko­nomi­sierung der Gesundheit ist im vollen Gange. Fast täglich werden wir mit grotesk anmutendem Erfindungsreichtum konfrontiert. Im „Kampf der Kulturen“ werden die Leser anschaulich informiert, dass die Verbesserung der Krebstherapie mittels Partikeltherapie ausgesetzt wird mit der Begründung, die Rentabilität sei mit 400 Patienten nicht gegeben, es müssten dann schon etwa 2 000 sein: „Es rechnet sich einfach nicht.“

Dieses Detail der Öko­nomi­sierung der Gesundheit steht Pars pro Toto! Wettbewerb und Marktwirtschaft und die Priorisierung der Gesundheitsökonomie über ärztlichen Sachverstand sind mit dem Eid des Hippokrates nicht länger vereinbar.

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Die Frage lautet: Gibt es Bereiche unseres gesellschaftlichen Lebens, die außerhalb marktorientierter Vorstellungskraft angesiedelt sein müssen, eben im Interesse des Patienten, der kein Kunde und des Arztes, der kein Verkäufer sein will?

Oder: Sollten die Kommunen dann nicht auch zum Beispiel ihre Feuerwehren wie die Gesundheitseinrichtungen diesem Prinzip unterwerfen?

Wirtschaftlichkeit und Gewinnoptimierung würden von der Anzahl der zu löschenden Brände bestimmt. Die Pyromanen gingen straffrei aus, die in die Höhe schnellenden Versicherungskosten werden auf die Versicherten umgelegt: Schöne neue Welt – oder der Wahnsinn hat Methode!

Dr. med. Klaus Penndorf, 39108 Magdeburg

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