ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2013Atemtherapie: Adaptive Servoventilation

TECHNIK

Atemtherapie: Adaptive Servoventilation

Dtsch Arztebl 2013; 110(15): A-732

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Kardiologen des Herz- und Diabeteszentrums NRW (HDZ NRW; www.hdz-nrw.de), Bad Oeynhausen, haben ein Atemtherapiegerät speziell für Patienten mit Herzinsuffizienz entwickelt. Bei diesen Patienten treten häufig nächtliche Atemregulationsstörungen auf. Sie sind gekennzeichnet durch die wechselnde Anzahl und Tiefe der Atemzüge und wiederkehrende Atempausen. Experten sprechen von einer Cheyne-Stokes-Atmung. „Dabei können sich die Atemwege komplett verschließen, und es kommt zu den gefürchteten Atemaussetzern“, erläutert Priv.-Doz. Dr. med. Olaf Oldenburg, Oberarzt und Leiter des Schlaflabors in der Kardiologischen Klinik. Die Folge: Der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt, der Schlaf ist gestört. Betroffene leiden unter Tagesmüdigkeit, Kopfschmerzen, Konzentrations- und Leistungsschwäche.

Erholsamer Schlaf mit Maske: Nach einer Gewöhnungsphase empfinden Herzpatienten meist eine Besserung ihrer Beschwerden. Foto: Armin Kühn/HDZ NRW
Erholsamer Schlaf mit Maske: Nach einer Gewöhnungsphase empfinden Herzpatienten meist eine Besserung ihrer Beschwerden. Foto: Armin Kühn/HDZ NRW

Mit einer effektiven Beatmungstherapie lassen sich diese Beschwerden bessern. Internationale Studien belegen eine spürbare Verbesserung der Herzfunktion, wenn das Gerät regelmäßig nachts angewendet wird. Es berechnet den erforderlichen Atemdruck und passt diesen individuell an. Die neueste Generation dieser Gerätetechnik, der adaptiven Servoventilation, ist ein wahres Rechengenie: Über die Atemmaske des Schlafenden analysiert es die Anzahl und den Grad der Atemzüge und führt sodann über einen Filter das notwendige Maß an Raumluft zu. „Eine spezielle Software kann exakt ermitteln, wie weit die Atemwege zufallen, und unmittelbar darauf mit der richtig angepassten Dosierung der Luft reagieren“, beschreibt Oldenburg die Funktionsweise.

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Das Beatmungs- und Atemtherapiegerät ist ein medizinisches Hilfsmittel, das über die Krankenkasse abgerechnet werden kann. Die Kardiologen empfehlen ihren Patienten mit einer schweren Herzerkrankung eine Überwachung im medizinischen Schlaflabor. EB

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