ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2013Pflegebedürftige: Widerspruchslose Patienten
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Danke sehr für Ihren sehr zutreffenden Artikel über den Absicherungswahn bei multimorbiden, pflegebedürftigen Patienten. Diese Thematik öffentlich zu machen, war längst überfällig. Jedoch greift Ihr Artikel nicht weit genug . . .

Die Gruppe der Pflegebedürftigen ist inzwischen als widerspruchslose „Kundschaft“ von den Krankenhäusern und auch von niedergelassenen Kollegen entdeckt worden. Mit ihnen kann man seine OP-Zahlen und seine Interventionszahlen steigern, ohne dass Widerspruch zu erwarten ist. Dabei werden auch die Patientenverfügungen ignoriert.

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Nur ein paar Beispiele:

Stundenlange Zahnsanierungen bei Patienten, die sich ihre Zähne (auch die sanierten) nicht mehr pflegen lassen.

Aufwendige Operationen bei bettlägerigen, multimorbiden, hochbetagten Patienten mit anschließender Intensivtherapie und Weaningtherapie anstelle einer Palliativtherapie.

Endoprothesen der Hüfte nach Sturz aus dem Bett multimorbider, hochbetagter, dementer und bettlägeriger Patienten statt einer einfachen Resektion des Hüftkopfes.

Hochbetagte Patienten nach „erfolgreicher“ Reanimation (was an sich schon fragwürdig ist), die ein apallisches Syndrom zeigen, werden mit PEG, Blasenkatheter und Tracheostoma versorgt, heimbeatmet in eine Betreuungseinrichtung verbracht und bei Auftreten einer Pneumonie oder eines anderen Infektes wieder auf eine Intensivstation verlegt . . .

Dr. med. Benjamin Hiller, 55122 Mainz

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