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Verglichen mit der Gruppe der normotensiven Patienten (Gruppe „Normotension“) schnitt die Gruppe der Patienten mit persistierendem Hochdruck („Hypertension“) am schlechtesten ab, von den hypotensiven Patienten („Hypotension“) abgesehen.

Dass eine Hypotension bei Traumapatienten mit einem schlechteren Outcome korreliert, dürfte unstrittig sein (1).

Betrachtet man die Gruppen „Normotension“ und „Hypertension“ näher, fällt auf, dass zwei ungleiche Gruppen verglichen wurden:

Die Patienten der Hypertensionsgruppe wiesen mehr Kombinationsverletzungen auf. Die relative Summe der einzelnen Verletzungsentitäten am Schädel (zum Beispiel Epiduralhämatom, Subduralhämatom, Schädelfraktur) betrug 136,2 % verglichen mit 107,9 % in der Gruppe „Normotension“. Dies ist insbesondere auf die hohe Rate an Subduralhämatomen in der Hypertensionsgruppe zurückzuführen (41,0 % versus 24,4 %). Die Sterblichkeit des akuten Subduralhämatoms ist trotz frühzeitiger operativer Behandlung hoch und wird mit mindestens 40–60 % beziffert (2).

Leider wurde die prozentuale Verteilung der Abbreviated-Injury-Scale-Werte des Kopfes in den jeweiligen Untergruppen nicht weiter aufgeschlüsselt.

Dass die Patienten aus der Gruppe „Hypertension“ trotz der zu vermutenden schwereren Kopfverletzungen einen niedrigeren Injury-Severity-Score aufwiesen, mag an einer geringeren Häufigkeit schwerer Begleitverletzungen (AIS ≥ 3) von Thorax, Abdomen und Extremitäten liegen (37,7 % versus 75,1 %).

Ferner war das Durchschnittsalter in der Hypertensionsgruppe deutlich höher (59,7 versus 41,2 Jahre). Dies stellt einen weiteren prognoseverschlechternden Faktor dar (3).

Auch bleibt unklar, ob die niedrigere Rate an präklinischen Intubationen in der Gruppe „Hypertension“ einen Einfluss auf das Ergebnis hatte.

Ich möchte einen Zusammenhang zwischen hohem Blutdruck und schlechtem Outcome beim Schädel-Hirn-Trauma nicht unbedingt infrage stellen. Jedoch kann das von den Autoren gezogene Fazit nicht aus diesen Daten abgeleitet werden. Die Subgruppen sind viel zu inhomogen, als dass Confounder ausgeschlossen werden könnten.

DOI: 10.3238/arztebl.2013.0288a

Dr. med. Armin Lugeder

Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Johannes Wesling Klinikum Minden

armin.lugeder@muehlenkreiskliniken.de

1.
Franschman G, Peerdeman SM, Andriessen TM, et al.: Effect of secondary prehospital risk factors on outcome in severe traumatic brain injury in the context of fast access to trauma care. J Trauma 2011; 71: 826–32. CrossRef MEDLINE
2.
Leitgeb J, Mauritz W, Brazinova A, et al.: Outcome after severe brain trauma due to acute subdural hematoma. J Neurosurg 2012; 117: 324–33. CrossRef MEDLINE
3.
Yuan F, Ding J, Chen H, et al.: Predicting outcomes after traumatic brain injury: the development and validation of prognostic models based on admission characteristics. J Trauma Acute Care Surg 2012; 73: 137–45. CrossRef MEDLINE
4.
Sellmann T, Miersch D, Kienbaum P, Flohé S, Schneppendahl J, Lefering R: The impact of arterial hypertension on polytrauma and traumatic brain injury. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(49): 849–56. VOLLTEXT
1.Franschman G, Peerdeman SM, Andriessen TM, et al.: Effect of secondary prehospital risk factors on outcome in severe traumatic brain injury in the context of fast access to trauma care. J Trauma 2011; 71: 826–32. CrossRef MEDLINE
2.Leitgeb J, Mauritz W, Brazinova A, et al.: Outcome after severe brain trauma due to acute subdural hematoma. J Neurosurg 2012; 117: 324–33. CrossRef MEDLINE
3.Yuan F, Ding J, Chen H, et al.: Predicting outcomes after traumatic brain injury: the development and validation of prognostic models based on admission characteristics. J Trauma Acute Care Surg 2012; 73: 137–45. CrossRef MEDLINE
4.Sellmann T, Miersch D, Kienbaum P, Flohé S, Schneppendahl J, Lefering R: The impact of arterial hypertension on polytrauma and traumatic brain injury. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(49): 849–56. VOLLTEXT

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