ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2013Nationale VersorgungsLeitlinie Diabetes – Strukturierte Schulungsprogramme veröffentlicht

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Kassenärztliche Bundesvereinigung - Bundes­ärzte­kammer

Nationale VersorgungsLeitlinie Diabetes – Strukturierte Schulungsprogramme veröffentlicht

Dtsch Arztebl 2013; 110(16): A-795 / B-691 / C-691

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Im Rahmen des Programms für Nationale VersorgungsLeitlinien (NVL) – Träger: Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), Koordination: Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin – steht die NVL „Diabetes – Strukturierte Schulungsprogramme“ seit Dezember 2012 im Internet bereit: www.versorgungsleitlinien.de/themen/diabetes2.

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Hintergrund: Die Realität der Schulungssituation in Deutschland stellt sich leider derzeit noch nicht optimal dar. Es besteht noch eine deutliche Unterversorgung im Bereich der Inanspruchnahme von Hypertonieschulungen bei Diabetes. Ein weiteres weitgehend ungelöstes Problem besteht bezüglich der stationären/rehabilitativen Diabetesschulung. Qualitätskriterien für die (Re)zertifizierung von Schulungsmaßnahmen müssen aufgezeigt werden. Eine andere, bis heute überwiegend offene Angelegenheit, besteht in der Vergütung der Schulung für Menschen mit Diabetes im ambulanten Versorgungsbereich, die nicht in die DMP-Programme eingeschrieben sind. Weitere Ausführungen und Literaturbelege finden sich im Abschnitt „Zielsetzung und Fragestellung“ der Leitlinie selbst.

Wichtige Ergebnisse: Menschen mit Diabetes müssen die wichtigsten Maßnahmen zur Behandlung in ihrem Alltag selbstverantwortlich umsetzen. Deshalb hängen Therapieerfolg und Prognose des Diabetes erheblich von deren Selbstbehandlungsverhalten ab. Hierfür benötigen sie Kenntnisse und Fertigkeiten, die im Rahmen von strukturierten Schulungs- und Behandlungsprogrammen sowie Einzelschulungen vermittelt werden. Die Patientenschulung wird daher in der Diabetologie schon seit 1930 als ein wesentlicher Bestandteil der Diabetestherapie angesehen. Der Expertenkreis verabschiedete die gemeinsame Definition: „Schulung für Menschen mit Diabetes ist ein systematischer und zielorientierter Prozess, in dem eine Person durch den Erwerb von Kenntnissen und Fertigkeiten über die Erkrankung und deren Behandlung in die Lage versetzt wird, auf der Basis eigener Entscheidungen den Diabetes bestmöglich in das eigene Leben zu integrieren, akute oder langfristige negative Konsequenzen des Diabetes zu vermeiden und die Lebensqualität zu erhalten.“ Neben Zielen, Zielgruppen, Indikationen, Struktur- und Prozessanforderungen sowie konkreten Inhalten (siehe Tabelle) einigte sich die Expertengruppe auf eine Reihe Kriterien für Qualitätsstandards zur Überprüfung von Ergebnisqualität und verabschiedete drei Qualitätsindikatoren. Instrumente zur Überprüfung der Schulungserfolge bei den Teilnehmenden und zur unmittelbaren Bewertung des Schulungskurses liegen für alle Interessierten unter www.versorgungsleitlinien.de/praxishilfen/dm2schulung_praxis/index_html bereit.

Autoren der NVL Diabetes – Strukturierte Schulungsprogramme: B. Kulzer (DDG), N. Haller (VDBD), U. A. Müller (AKdÄ), N. Müller (DDG), R. Landgraf (DDG), H. Abholz (DEGAM),
H-J. Verlohren (FKDS), U. Rothe (FKDS), U. Müller (ABDA)

Beteiligte: I. Kopp (AWMF) – Moderation; S. Weinbrenner, B. Meyerrose, S. Conrad (ÄZQ) – Koordination, Moderation, Redaktion; M. Nothacker, A. K. Dippmann (ÄZQ) –
Mitarbeit bei der Entwicklung der Qualitätsindikatoren; G. Ollenschläger (ÄZQ) – Institutsleitung

Korrespondenzadresse:

Dipl.-Gesundheitsw. S. Conrad, Bereich EbM II (NVL-Programm, NVL-Implementierung)
Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (Gemeinsames Institut von BÄK und KBV)
TiergartenTower, Straße des 17. Juni 106–108; 10623 Berlin. E-Mail: mail@azq.de

(Tabellen in der PDF-Datei)

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